Berliner Inklusionspreis 2025 verliehen
Pressemitteilung vom 19.11.2025
Die Sozialsenatorin der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe, und der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, Alexander Straßmeir, haben heute vier Arbeitgeber mit dem in Höhe von 10.000 Euro dotierten Inklusionspreis des Landes Berlin ausgezeichnet. Sie setzen sich in besonderer Weise für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein. Drei Firmen wurden für die inklusive Beschäftigung gewürdigt und ein Betrieb erhielt die Auszeichnung für die inklusive Ausbildung.
Die Gewinner des Berliner Inklusionspreises 2025 sind:
Kategorie „Inklusive Ausbildung“: SWOOFLE GmbH
Kategorie „Inklusive Beschäftigung“:
- Kleinunternehmen“: Die Backpfeife
- Mittelständische Unternehmen“: BODENHAUS GmbH
- Großunternehmen“: Cola Europacific Partners Deutschland GmbH am Standort Berlin
Der Preis in der Kategorie „Inklusive Ausbildung“ geht an die SWOOFLE GmbH. Sie produziert Möbel für Messen und Veranstaltungen. Der Geschäftsführer, Georg Winkel, hat die SWOOFLE GmbH vor zwölf Jahren gegründet, um seine Vision zu verwirklichen: Ökologisch nachhaltig, ökonomisch effizient und sozial verantwortlich zu arbeiten. Ihre Erfolge erzielt seine Firma seit der Gründung gemeinsam mit Mitarbeitenden, die wissen, was es heißt, auf Barrieren zu stoßen: Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen. Sie bietet Quereinsteigern in Ausbildung und Umschulung, Werkstattbeschäftigten und Rehabilitanden berufliche Chancen. Ob Praktikumsplätze oder Probebeschäftigung – für jeden Unterstützungsbedarf findet das Team der SWOOFLE GmbH eine passende Lösung. Aktuell ermöglicht die Firma sieben Mitarbeitenden, darunter eine sehbehinderte Assistentin und vier Rehabilitanden, praktische Erfahrungen zu sammeln. Sein Bekenntnis, Inklusion
täglich zu leben, bringt Georg Winkel auf den Punkt: „Inklusion ist kein Sonderfall. Sie ist unser Alltag“. Auch in der Produktion wird an Inklusion gedacht: Zurzeit werden inklusive Möbel entwickelt, die Eventangebote für blinde und sehbehinderte Menschen sowie Rollstuhlfahrende zugänglicher machen.
„Für Menschen, die vorher ausgeschlossen waren, schafft die Manufaktur Teilhabemöglichkeiten: auf dem Arbeitsmarkt und in der Eventkultur. Das ist Ausdruck einer beeindruckenden sozialen Haltung und nachahmenswerten inklusiven Handelns“, würdigt Senatorin Kiziltepe das Engagement der SWOOFLE GmbH.
Das Unternehmen „Die Backpfeife“ gewinnt in der Kategorie „Inklusive Beschäftigung – Kleinunternehmen“. Die Backpfeife ist eine offene Backstube in einer Holzhütte im Urbanen Dorf „Der Holzmarkt 25“ in Friedrichshain-Kreuzberg. Das Team besteht aus einem Auszubildenden und acht Beschäftigten. Einer von ihnen ist gehörlos. Es ist der Bäcker-Geselle Wael Zefzef. Vor neun Jahren kam er aus Tunesien nach Deutschland. Wael lernte gerade die deutsche Gebärdensprache, als er und der Inhaber einander auf dem Gelände des Holzmarktes entdeckten. Anfangs kommunizierten sie mit „Händen und Füßen“. Mattis Harpering nahm die sprachliche und organisatorische Herausforderung an und Wael in die Lehre. Der bestand nach vier Jahren die Prüfungen und bereichert heute höchst motiviert das Team. Die Backpfeife stellt zudem Praktikumsplätze für Auszubildende mit Unterstützungsbedarf bereit und gibt Jugendlichen mit Lernbehinderung die Möglichkeit zur
Probearbeit.
„Die Backpfeife trägt dazu bei, jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf reale berufliche Perspektiven zu eröffnen. Ihr Beitrag zur inklusiven Arbeitswelt in Berlin ist mehr als beachtenswert und verdient höchste Anerkennung“ betont Lageso-Präsident Alexander Straßmeir bei der Preisübergabe.
Das Unternehmen BODENHAUS GmbH siegte in der Kategorie „Inklusive Beschäftigung – Mittelständische Unternehmen“.
Vier von insgesamt 35 Beschäftigten der Firma haben eine anerkannte Schwerbehinderung. Der Fachmarkt – die Firma BODENHAUS GmbH – für Bodenbeläge entstand 2020 in Berlin-Schöneweide. Für den Niederlassungsleiter der ersten Stunde, Markus Ackermann, war der Inklusionsgedanke Programm. Denn zusätzlich zu seiner fachlichen Baumarkt-Expertise hatte er sich bereits in jungen Jahren ehrenamtlich um Menschen mit Behinderung gekümmert. Nur zwei Jahre nach der Firmengründung etablierte er das Pilotprojekt „Bodenhaus – offen für Inklusion und mit Inklusion“. Dazu gehört, die Beschäftigten für Inklusion zu sensibilisieren, Nachwuchskräfte mit Behinderung auszubilden und Praktika oder Probe-Arbeit für junge Menschen mit Beeinträchtigung anzubieten. Heute inspiriert die BODENHAUS GmbH andere Unternehmen zum Nachahmen gelungener Inklusion auf dem ersten Arbeitsmarkt.
„Sie belegen eindrucksvoll, dass wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges soziales Engagement nicht im Widerspruch zueinander stehen, ganz im Gegenteil, sich ergänzen“, betont Senatorin Kiziltepe bei der Auszeichnung des Unternehmens.
In der Kategorie „Inklusive Beschäftigung – Großunternehmen“ hat das Unternehmen Coca-Cola Europacific Partners Deutschland GmbH am Standort Berlin den Berliner Inklusionspreis 2025 gewonnen.
Das Unternehmen Coca-Cola Europacific Partners Deutschland hat als bundesweit größtes Getränkeunternehmen seinen Hauptsitz im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Mit insgesamt 6.500 Beschäftigten ist das europaweit agierende Unternehmen ein großer Arbeitgeber für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Am Berliner Standort sind 664 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. 35 von ihnen haben eine Schwerbehinderung.
Die Schwerbehindertenvertretung und die Inklusionsbeauftragte des Unternehmens entwickeln für Beschäftigte und Nachwuchskräfte mit den unterschiedlichsten physischen und psychischen Beeinträchtigungen individuelle Maßnahmen, die zügig umgesetzt werden. So bekam eine blinde Studentin einen barrierefreien Praktikumsplatz. Dokumente werden barrierefrei aufbereitet, die Personalverantwortlichen sensibilisiert. Zahlreiche Inklusionsprogramme sowie die Diversity-Strategie des Unternehmens fördern die berufliche Teilhabe von Menschen mit Handicap und ermöglichen zugleich Beschäftigten ohne Behinderung einen Perspektivwechsel für gelebte Inklusion.
„Inklusion und Diversität gehören zur Visitenkarte des Unternehmens und sind Maßstab des unternehmerischen Handelns. Das würdigen wir heute mit dem Inklusionspreis“, sagt Lageso-Präsident Alexander Straßmeir.
Weite Informationen zum Inklusionspreis: berlin.de/inklusionspreis
Videos: https://www.youtube.com/playlist?list=PLddWgrQ7NewiGQHzkjKsjAdFWW_xuGKOU
Fotos für die Verwendung zur Presseberichterstattung von der Preisverleihung:
https://my.hidrive.com/share/p249d7gzgu
(am 19.11.25 ab ca. 14:00 Uhr verfügbar)
Pressekontakt:
Stephanie Reisinger
Pressesprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales
Telefon: 030 90229-1014
E-Mail: presse@lageso.berlin.de