Senatorin Kiziltepe zum #Frauenmärz 2025: „Gleichstellung ist noch keine Normalität. Dafür müssen wir weiterkämpfen.“
Pressemitteilung vom 27.02.2025
Der Monat März steht als #Frauenmärz mit wichtigen Aktionstagen und Veranstaltungen ganz im Zeichen der Frauen. Senatorin Cansel Kiziltepe wird rund um den 8. März, den Internationalen Frauen*tag, an mehreren Veranstaltungen zu diesem Thema teilnehmen und Frauen-Projekte in der Stadt besuchen.
1. März, Equal Care Day
Der Equal Care Day macht auf die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit und die mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung dafür aufmerksam. Frauen leisten täglich fast 1,5 Stunden mehr Care-Arbeit als Männer. Auch in Berlin verwenden Frauen im Durchschnitt knapp eine Stunde mehr am Tag für Sorgearbeit als Männer. Sind Kinder zu versorgen, steigt die Stundenzahl weiter.
Senatorin Cansel Kiziltepe: „Nur mit Sorgearbeit funktionieren Familien und Gesellschaften. Trotzdem wird diese Fürsorgearbeit in unserer Gesellschaft kaum wertgeschätzt und meistens sind es Frauen, die sich darum kümmern. Es ist an der Zeit, dass wir als Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen und Care-Arbeit als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe begreifen. Wir müssen die Verantwortung für Care-Arbeit gerechter verteilen.“
7. März, Equal Pay Day
Der Equal Pay Day, der Tag der gleichen Bezahlung, macht in vielen Ländern auf die bestehende Lohnlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Dieser Tag markiert jenen Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem Frauen aufgrund des Gender Pay Gaps umgerechnet unentgeltlich arbeiten. Im Jahr 2024 zeichnet sich eine positive Entwicklung ab: Der bundesweite Gender Pay Gap sank von 18 Prozent im Jahr 2023 auf 16 Prozent im Jahr 2024 und ging damit so stark zurück wie noch nie seit Beginn der Berechnungen. Der Equal Pay Day verschiebt sich dadurch im kommenden Jahr auf den 27. Februar. In Berlin lag der Gender Pay Gap 2024 deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt bei 10 Prozent und sank damit im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt.
Dem Statistischen Bundesamt zufolge könnte der Rückgang der Verdienstlücke insbesondere darauf zurückzuführen sein, dass Frauen inzwischen verstärkt in besser bezahlten Berufen arbeiten. Der bereinigte Gender Pay, also die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern mit vergleichbarer Qualifikation, Tätigkeit und Erwerbsbiographie liegt bundesweit unverändert bei 6 Prozent.
Am 7. März (10-10.30 Uhr) wird Senatorin Kiziltepe an einer Fotoaktion des DGB anlässlich des Equal Pay Day teilnehmen.
Senatorin Cansel Kiziltepe: „Die Verringerung des Gender Pay Gaps im Jahr 2024 ist ein Zeichen dafür, dass wir bei der Förderung der Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt gut vorangekommen sind. In Berlin setzen wir uns mit Projekten im MINT-Bereich dafür ein, dass künftig mehr Frauen in diesen gut bezahlten und traditionell männerdominierten Branchen arbeiten. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die bestehenden Entgeltlücken von 16 Prozent auf Bundesebene und 10 Prozent in Berlin nach wie vor inakzeptabel sind. Es ist dringend erforderlich, klare Vorgaben für transparente Entgeltstrukturen in der Privatwirtschaft zu schaffen. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie bietet hierfür eine wichtige Grundlage – nun liegt es an der neuen Bundesregierung, die Richtlinie zügig umsetzen und damit auch Unternehmen Planungssicherheit zu ermöglichen.“
Senatorin Kiziltepe wird in diesem Jahr am 7. März an der Frauenvollversammlung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) teilnehmen und dort mit den Mitarbeiterinnen zu Themen der Gleichstellung in ihrem Betrieb diskutieren. Der Frauenanteil bei der BVG liegt bei etwa 20 Prozent. Verschiedene Strategien und Projekte des Unternehmens zielen darauf ab, den Anteil der weiblichen Beschäftigten zu erhöhen. So ist die BVG seit über einem Jahr Partnerin der SenASGIVA-Kampagne #TechMacherin, die junge Frauen für einen technischen Ausbildungsberuf begeistern möchte.
Senatorin Cansel Kiziltepe: „Mehr Frauen in technischen Berufe fördert die Gleichstellung und hilft gegen den Fachkräftemangel. Gleichstellung heißt auch, dass sich Mädchen und junge Frauen, die sich für Technik interessieren, auch bestärkt fühlen, eine Ausbildung in diesen Bereichen zu wählen und einen technischen Beruf zu erlernen.“
8. März, Internationaler Frauentag
Anlässlich des Internationalen Frauentages verleiht Senatorin Kiziltepe den Berliner Frauenpreis 2025 an Feuerwehrfrau Beatrice Wrenger für ihre Vorbildfunktion als erste Wachleiterin der Berliner Feuerwehr. Die Festveranstaltung findet am 7. März um 18 Uhr im Festsaal vom Roten Rathaus statt. Beatrice Wrenger wurde von einer unabhängigen Jury unter Leitung der Staatssekretärin für Arbeit und Gleichstellung, Micha Klapp, als Preisträgerin des Berliner Frauenpreises 2025 ausgewählt.
Senatorin Cansel Kiziltepe: „Beatrice Wrenger ist als erste Wachleiterin der Berliner Feuerwehr ein Vorbild für viele Frauen, die ebenfalls Führungspositionen in einem männlich dominierten Berufsfeld anstreben. 2022 lag der Anteil von Frauen im feuerwehrtechnischen Dienst der Berliner Feuerwehr lediglich bei vier Prozent. Es ist eine Herausforderung, Frauen für technische Berufe zu gewinnen. Dabei hilft das Landesgleichstellungsgesetz, das im öffentlichen Dienst erfolgreich wirkt: Es verpflichtet die Führungskräfte bei der Feuerwehr, den Frauenanteil zu erhöhen. Zur Umsetzung gibt es einen Frauenförderplan und Frauen werden als Zielgruppe kontinuierlich angesprochen, z. B. bei der Gestaltung von Werbeflyern oder bei Nachwuchswerbeveranstaltungen. Wenn Frauen sich auf Ausbildungsplätze im feuerwehrtechnischen Bereich bewerben, sind die Hälfte der Ausbildungsplätze dort für sie reserviert!“
Am 8. März hält Senatorin Kiziltepe anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Türkischen Frauenvereins Berlin e. V. ein Grußwort. Arbeitsmigrantinnen gründeten den Türkischen Frauenverein am 8. März 1975 mit dem Ziel, bei der Bewältigung der Herausforderungen eines neuen Lebens gegenseitige Hilfe zu leisten. Seit 1979 wird der Verein aus Mitteln der SenASGIVA gefördert und hat sich seitdem professionalisiert und auf Beratung und Bildungsarbeit für Frauen spezialisiert.
Senatorin Cansel Kiziltepe: „Der Türkische Frauenverein ist der erste Migrantinnenverein in Berlin. Dieser Verein wurde ganz schnell ein Ort für Beratung und Austausch von Frauen und Mädchen, nicht nur aus der Türkei. Das 50-jährige Jubiläum am Internationalen Frauentag zeigt eindrucksvoll, wie wichtig und wirkungsvoll langjähriges Engagement für Frauenrechte ist. Es ist mir eine Ehre, dieses besondere Jubiläum zu würdigen und die bedeutende Arbeit zu unterstützen, die hier seit Jahrzehnten geleistet wird.“
21. März, Tag der Alleinerziehenden
Der Tag der Alleinerziehenden am 21.3. wird als gemeinsamer Aktionstag aller Stellen des Landesprogramms zur Verbesserung der Infrastruktur für Alleinerziehende gefeiert. In jedem Bezirk gibt es Veranstaltungen für Alleinerziehende oder für Fachkräfte.
Senatorin Kiziltepe besucht ein Familienforum für alleinerziehende Eltern, das gemeinsam von der Koordinierungs- und Anlaufstelle für Alleinerziehende Marzahn-Hellersdorf und dem Berliner Beirat für Familienfragen veranstaltet wird. Eine Übersicht aller Veranstaltungen findet sich auf der Website der Landeskoordinierungsstelle https://alleinerziehend-berlin.de/ bzw. auf dem neuen Instagram-Account des Landesprogramms https://www.instagram.com/alleinerziehend_berlin/
Senatorin Cansel Kiziltepe: „Berlin ist die Hauptstadt der Alleinerziehenden. Jede dritte Berliner Familie ist eine Ein-Eltern-Familie. Mit dem berlinweiten Aktionstag machen wir diese häufige Familienform sichtbar. Alleinerziehende müssen enorm viel leisten, um ihren Alltag zu organisieren und die Familie und ihren Beruf zu vereinbaren. Ich habe großen Respekt vor dieser Leistung und möchte den Tag der Alleinerziehenden nutzen, um Danke zu sagen an alle alleinerziehenden Mütter und Väter für den täglichen Einsatz, mit dem sie für sich und ihre Kinder ein gutes Leben schaffen. Dabei unterstützen wir sie mit unserem Landesprogramm für Alleinerziehende. Wir haben in allen Bezirken Koordinierungs- und Anlaufstellen eingerichtet, die Fachkräfte vernetzen und Alleinerziehenden mit Gruppen- und Einzelangeboten mit Rat und Tat zur Seite stehen.“