Schloss Tegel, Humboldt-Schloss

Schloss Tegel, Humboldt-Schloss

Das Schloss Tegel zählt zu den frühen Bauwerken Schinkels und ist Paradebeispiel für klassizistische Architektur. Das Schloss war das Elternhaus der Brüder Humboldt.

Das Schloss Tegel ist der letzte, noch im Besitz der Nachkommen früherer Eigentümer befindliche märkische Herrensitz. Es geht auf ein Herrenhaus zurück, das 1558 für einen Hofsekretär Joachims II., Hans Bretschneider, im Stil der Renaissance errichtet wurde. Später nutzte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm das Gebäude als Jagdschloss, ehe es nach mehrmaligen Eigentumswechseln 1766 in den Besitz der Familie von Humboldt gelangte.
Statue: Alexander von Humboldt vor der Humboldt-Universität
© dpa

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Wilhelm von Humboldt, der Philosoph, Sprachforscher und Begründer der Berliner Humboldt-Universität, sowie sein Bruder, der Naturforscher Alexander von Humboldt, verbrachten auf dem von ihrem Vater, dem preußischen Kammerherrn Major Alexander Georg von Humboldt, übernommenen Besitz ihre Kindheit.

Schinkels Umbauten am Schloss Tegel

Unter der Anleitung Wilhelm von Humboldts, der das Anwesen 1797 nach dem Tod seiner Mutter übernahm, wurde der auch unter dem Namen "Humboldtschloss" bekannte Herrensitz 1820-24 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels im Stil des Klassizismus umgestaltet. Schinkel integrierte dabei das vorhandene Renaissancegebäude in einen vierflügligen Gebäudekomlex mit Ecktürmen und stimmte die nach Ansicht des Hausherrn bequeme und eigentümliche Innengestaltung auf die hier untergebrachte Antikensammlung des Hausherren ab. Das Gebäude umfasst unter anderem den Blauen Salon, den Antikensaal und das Blaue Turmkabinett.

Schlosspark und Familiengrabstätte am Humboldt-Schloss

1820 wurde auch der ursprünglich von Gottlob Johann Christian Kluth angelegte, seit 1983 unter Denkmalschutz stehende Schlosspark durch Peter Joseph Lenné einer umfassenden, größtenteils bis heute erhaltenen Neugestaltung unterzogen. Die in Ost-West-Richtung verlaufende, 1792 angelegte Lindenallee, an der auch die rund 400 Jahre alte Wilhelm-von-Humboldt-Eiche steht, führt zu der 1829 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels angelegten Familiengrabstätte der Humboldts mit einer Kopie der 1818 von dem Bildhauer Bertel Thorvaldsen geschaffenen Statue der Spes (Hoffnung). Das 1945 von der Roten Armee beschlagnahmte, auf der Museumsinsel und in der Staatsbibliothek zwischengelagerte Original wurde 1990 neben anderen Skulpturen, Reliefs und Archivunterlagen nach Schloss Tegel rücküberführt und wird heute im Blauen Turmkabinett aufbewahrt.

Informationen

Adresse
Adelheidallee 19
13507 Berlin
Telefon
030 886 71 50
Öffnungszeiten
Winter (30. September 2018 bis 7. Mai 2019): geschlossen
Sommer (8. Mai 2019 bis 25. September 2019): Montag 10 bis 16 Uhr; Besichtigung nur mit Führung um 10, 11, 15 und 16 Uhr
Führungen
Mai bis September jeweils montags um 10, 11, 15 und 16 Uhr, Gruppen bitte vorher unter Tel. 030/ 886 71 50 anmelden
Eintrittspreise
12 Euro, ermäßigt 10 Euro
Barrierefrei
für Rollstuhlfahrer mit Begleitperson geeignet
Architekt
Karl Friedrich Schinkel
Stil
Klassizismus

Nahverkehr

Bus

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| Aktualisierung: 16. Januar 2019