Im Fokus der diesjährigen PSW-Jahrestagung stand die Frage, wie Schule und Wirtschaft gemeinsam Jugendliche in ihrer BO wirksam begleiten und individuelle Perspektiven aufzeigen können.
Themen neben der Gestaltung von BO-Angeboten waren u. a. : Wie kann Jugendlichen Orientierung und Zuversicht für ihren beruflichen Weg gegeben werden? Wie lassen sich bisher wenig bekannte Hightech-Berufe sichtbar machen? Wie wird die gesellschaftliche Relevanz traditioneller Ausbildungsberufe – z. B. im Kontext von Klimaschutz und Energiewende – erfahrbar?
Praxisnahe Impulse aus Wirtschaft und Schule:
Marten Klein vom Aus- und Weiterbildungsnetzwerk Hochtechnologie, eröffnete Einblicke in unsichtbare Hightech-Arbeitsfelder und in aktuelle BO-Angebote, die digitale und analoge Formate kombinieren. Deutlich wurde auch, wie viel Sichtbarkeit, Reichweite Unternehmen gewinnen, wenn sie sich zu Netzwerken zusammenschließen.
Julia Havlicek von der Gemeinschaftsschule Campus Hannah Höch stellte eine gelungene Schulkooperation mit der Brillux GmbH & Co. KG vor: Fallbeispiele zeigten, wie Schüler/-innen konkret profitieren – durch Unternehmensbesuche, persönliche Begegnungen und individuelle Vermittlung von Ausbildungsplätzen.
4 BO-Praxisformate wurden in 4 Workshops vertieft:
1 Betriebserkundungen und 2 Expert/-innenbesuche an Schulen: Mit Laura Ferreri, Solarzentrum Berlin, und Helmut Arndt, Ausbildungsinitiative Infrastruktur: Erfolgsfaktoren sind intensive Vor- und Nachbereitung im Unterricht, biografische Einblicke (inkl. „erfolgreich krummer“ Lebensläufe), Transparenz zu Ausbildungsbedingungen – und der wertschätzende Austausch auf Augenhöhe zwischen Lehrkräften und Unternehmensvertreter/-innen.
3 Schülerfirmen als Lern- und Erfahrungsräume: Mit Unterstützung durch IW JUNIOR, Aslı Karabenli, gründen Jugendliche eigene Unternehmen und erwerben unternehmerische, soziale und organisatorische Kompetenzen. Wirtschaftspartner spielen eine wichtige Rolle – als Mentor/-innen, Lieferant/-innen oder durch Beratung. Wichtig ist zunächst, Schulteams dafür zu begeistern, wünschenswert sind Azubis oder Studierende als Mentoren für die Schüler/-innen.
4 Fachunterricht als Raum für BO: Mit Christoph Weise, eduKlima@Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg, wurde deutlich, BO gehört in alle Fächer. Für Jugendliche spannend über Jobcards, Gamification, Fachexkursionen oder digitale Tools. Eine Hürde bleibt das enge schulische Zeitbudget.
Insgesamt wünschen sich BO-Lehrkräfte Kooperationen mit mehr als 5 Partnerunternehmen, vielfältige Ausbildungswege und Formate mit hohem Praxisbezug wie z. B. Betriebserkundungen und Expert/-innenbesuche im Unterricht.