1. Werkstatt des kooperativen Werkstattverfahrens

05 1. Werkstatt
Bild: SenStadtWohn Berlin

Öffentliche erste Werkstatt zur Neuen Mitte Tempelhof diskutierte vier Visionen für das Gebiet

Bürgerinnen und Bürger können sich weiter intensiv in das Verfahren einbringen

Nach den kontroversen Diskussionen bei der Eröffnungswerkstatt zur Neuen Mitte Tempelhof am 24. Oktober verlief die erste Werkstatt am 3. Dezember im Askanischen Gymnasium in kreativer und konstruktiver Arbeitsatmosphäre. Die Abteilungsleiterin bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Dr. Sandra Obermeyer und Bezirksstadtrat Jörn Oltmann, umrissen kurz die Aufgabe sowie die Rahmenbedingungen und Setzungen für den städtebaulich-freiraumplanerischen Entwurf für die Neue Mitte Tempelhof. Anschließend wurden unter den rund 200 Gästen je zwei Patinnen bzw. Paten für jedes Planungsteam gefunden, die die Diskussion über die vorgelegten Entwürfe und Modelle zusammenfassen und die Meinungen aus der Öffentlichkeit auch in die Beratung der Fachleute am darauffolgenden Tag einbringen sollten.

Ganze 90 Minuten lang diskutierten dann Menschen aus der Nachbarschaft mit den vier eingeladenen Planungsteams aus Stadtplanung und Landschaftsarchitektur sowie den externen Berater*innen und den Sachverständigen des Bezirks Tempelhof-Schöneberg und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen über die vier Varianten für die Verteilung von rund 500 bezahlbaren Wohnungen, dem Kultur- und Bildungshaus, dem Schwimmbad, der Polizei und der Rathauserweiterung in dem rund 62 Hektar großen Gebiet. Schnell zeigte sich, wie vielfältig die Lösungsansätze und Bewertungen ausfallen. Die Konzepte reichten von klaren Kanten, über verteilte Miniblöcke bis hin zu organischen Küstenlinien mit einzelnen Leuchttürmen. Alle Teams betonten die Qualität des zusammenhängenden Grünraums im Zentrum, der nicht überbaut, aber möglichst breit nutzbar gemacht werden soll und die Problematik der zumindest symbolhaften Überwindung des Tempelhofer Damms zwischen dem zukünftigen sogenannten Kulturbaustein und dem Alten Park. Als Teillösung kam hier eine Arkade auf der Parkseite als Fenster ins Grün beim Publikum gut an.

Zwischen dem neuen Kultur- und Bildungshaus, dem Rathaus und den benachbarten Grünräumen soll ein Stadtplatz entstehen – auch dies eine große Herausforderung angesichts der Nähe zur stark befahrenen Bundesstraße. Vorschläge für den Erhalt des Bibliotheksgebäudes als Vereinshaus und Räume für Nachbarschaftsinitiativen in den Erdgeschossen der Wohnbauten wurden ebenfalls positiv bewertet. In zahlreichen Kritikpunkten zeigte sich, wie nützlich die Einbeziehung aller interessierten Bewohnerinnen und Bewohner und Akteure des Gebiets in das konkurrierende Planungsverfahren ist, kennen sie doch die Bedürfnisse und Beziehungen vor Ort am besten. Die Beteiligung wird kontinuierlich fortgeführt und fließt umfangreich und transparent in den Entwurfsprozess ein. Die lange Zeit bis zur Realisierung – mehr als zehn Jahre – fordert alle Beteiligten dazu heraus, mutig in die Zukunft zu denken. Die Frage nach ausreichenden Pkw-Stellplätzen und Tiefgaragen wird dann möglicherweise gar keine so große Rolle mehr spielen.

Ein Schwerpunkt der Diskussion wird der Zielkonflikt zwischen möglichst geringer zusätzlicher Versiegelung und den von vielen kritisch gesehenen möglichen Gebäudehöhen von bis zu 15 Etagen sein. Eine zumindest teilweise Lösung des Problems verspricht die Mehrfachnutzung von Flächen. Wichtig bei der Entwicklung ist es, das monofunktionale Wohnen hinter sich zu lassen und neue Quartiere analog zu gewachsenen Städten zu entwerfen, mit gemeinschaftlichen und sozialen Nutzungsmöglichkeiten, aber auch Gärten, Handwerk und kleinem Gewerbe. Doch auch die dafür nötige enge Kooperation mehrerer Akteure bedarf eines langen Vorlaufs.

Durch die oft begeisterte und teils sogar poetische Sicht der externen Teams (“Küstenlandschaft”, “Allmende”) gewannen auch die Menschen aus der Nachbarschaft mitunter einen ganz neuen Blick auf ihren Kiez. Am Ende erhielten die engagierten Teilnehmenden aus der Nachbarschaft viel Beifall von den Fachleuten für ihre Ausdauer, ihr Engagement und für die konstruktive und kreative Atmosphäre. “Man versteht Stadtplanung besser, wenn man ins Gespräch kommt.”, so lautete das Schlusswort von Dr. Sandra Obermeyer zu der gelungenen Veranstaltung.

Die vier Konzepte zeigten einen ersten Arbeitsstand und werden nun unter Berücksichtigung der Hinweise und Erkenntnisse weiterentwickelt. In der nahen Zukunft liegen die nächsten Schritte des Werkstattverfahrens, zu denen wieder alle Interessierten eingeladen sind:
  • ab 7.01.2020: Vierwöchige frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zum Bebauungsplan 7-82b (neuer Polizeistandort) in der Senatsverwaltung f. Stadtentwicklung und Wohnen. Ergänzend kann der Planentwurf mit Begründung im Rathaus Schöneberg eingesehen werden.
  • 10.-12.02.2020: Öffentliche Ausstellung zu den vier überarbeiteten Entwurfskonzepten im Rathaus Tempelhof, Ausstellungsflächen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss
    Öffnungszeiten: jeweils 16-19 Uhr
  • 13.02.2020: 2. Werkstatt mit Vorstellung und Diskussion der vier überarbeiteten Konzepte

Unterlagen zur 1. Werkstatt

Protokoll der 1. Werkstatt

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Protokoll der Gremiumssizzung

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Planunterlagen

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Planunterlagen ADEPT, TOPOTEK1

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Planunterlagen coido, Bruun & Möllers

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Planunterlagen superwien, Siri Frech, Institut für partizipatives Gestalten

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Planunterlagen Teleinternetcafe, Treibhaus Landschaftsarchitektur Hamburg

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