Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) ist vermutlich der bekannteste und bedeutsamste russische Komponist des 20. Jahrhundert.
Schön früh hatte er große Erfolge als pianistisches und komponierendes Wunderkind.
So mit seinem Klaviertrio op. 8, das er als 17jähriger komponiert hat.
Das Trio entfaltet in einem einzigen umfangreichen Satz verschiedene Charaktere, die für den Komponisten später typisch werden sollten: ein Klagemotiv (zu Beginn im Cello und durchgängig als eine Art Leitmotiv); ein motorisches erstes Thema und ein lyrisches zweites; martialische Verdichtung in der Durchführung, gefolgt von der Lösung der Gegensätze in der Reprise.
Zu Beginn des Konzerts hört man als Präludium das erste der 5 Stücke für 2 Violinen und Klavier. Eine Bearbeitung des befreundeten Musikwissenschaftlers Lewon Atowmjan der Nummer sieben aus der Filmmusik Hornisse.
Das Hauptwerk des Konzerts, das Klavierquintett op.57 gehört zu Schostakowitschs meistgespielten Kammermusikwerken und konnte schon bei der Uraufführung einen einhelligen Erfolg erzielen.
Es scheint, als reflektiere das Quintett mit seinen antiromantischen Herbheiten die sich verdüsternde politische Situation in der Sowjetunion und durch den 2. Weltkrieg. Die Grundhaltung ist ernst, geradezu grüblerisch. »Das Werk ergreift durch seine Tiefe und Größe… Die Kraft der ästhetischen Wirkung und die musikalische Ausdruckskraft des Quintetts sind wirklich bedeutend.« So schrieb das offizielle Sprachorgan, die »Prawda«.
Das monumentale, dreiteilige Präludium setzt Streicher und Klavier klar voneinander ab: lineare Stimmführung hier, orgelartige Registrierung dort. Das Klavier stellt den thematischen Substanzkern aller fünf Sätze vor. Eine Fuge schließt sich als zweiter Satz an. Ihr großbogiges, lyrisches Thema wandert nacheinander durch die mit Dämpfer spielenden Streicher, dann zum Klavier. Trotz kunstvoller kontrapunktischer und rhythmischer Verdichtung bleibt das Geschehen kristallklar und von einer strengen Ruhe.
Der schon bei der Uraufführung bejubelte »Hit« des Quintetts ist das rhythmisch markante Scherzo. Verspielt wirft das Klavier grelle Tanzmotive und fragile Klänge in hoher Lage ein. Das Intermezzo greift wieder den Trauergestus der Eingangssätze auf und wendet, wie Sergej Prokofjew anmerkte, »einen Händelschen Trick an – eine endlos lange Melodie vor dem Hintergrund eines Pizzicatos in den Bässen.«
Attaca fegt das Finale alle grüblerische Schwermut, alle tief empfundene Emotionalität beiseite: ein lichter, versöhnlicher Ausklang, dessen entspannte, slawisch gefärbte Musizierfreude im Kontext des gesamten Quintetts fast schon suspekt erscheint – was die Freude an seinem vitalen Charme aber nicht trüben sollte.