In der Oper „Die drei Rätsel“ von Detlev Glanert hast du eine der Blockflötenstimmen gespielt. Dass man als Blockflötistin in einem Orchestergraben sitzt, ist außergewöhnlich! Wie war für dich die Erfahrung inmitten eines sehr großen Klangkörpers im Orchestergraben zu spielen?
Für mich war die Erfahrung im Orchestergraben zu sitzen wunderbar. Ich konnte mit meinem Teil, etwas zum großen Ganzen beitragen, aber auch aus dem, was die anderen beigesteuert haben, lernen. Von meiner Aufgabe wurde ich gefordert, aber nicht überfordert, weil der Komponist Detlev Glanert die Blockflötenstimmen ja auf Schüler angepasst hat. Deshalb konnte auch ich selber den Klangkörper und das ganze Drumherum genießen.
Die Premiere der Oper „Die drei Rätsel“ hat am 11. Oktober 2025 in der Deutschen Oper Berlin stattgefunden. Was war für dich besonders schön und vielleicht auch aufregend bei der Premiere?
Als ich meine ersten Töne in der Premiere gespielt habe, habe ich gezittert und war aufgeregter, als ich vorher dachte. Trotzdem lief alles gut und es war ein großartiges Gefühl endlich allen das zu zeigen, was einen seit Wochen beschäftigt und begeistert hat. Ab dem Zeitpunkt, als wir unser größtes Solo gespielt hatten und uns der Dirigent Dominic dafür ein breites Lächeln geschenkt hatte, hatte sich die Aufregung gelegt und ich konnte den Rest der Premiere noch voll und ganz genießen. Nachdem dann der Vorhang nach dem Schlussapplaus gefallen war, haben alle auf der Bühne gejubelt. Das waren die Solisten, die Chöre und das Orchester. Dieser besondere Moment hat für mich die ganze, schöne, gemeinsame Zeit der Projektarbeit widergespiegelt.
Bis zur Premiere wurde sehr viel und auch bis in die Nacht in der Deutschen Oper geprobt. Was hat dir in den Proben besonders gut gefallen und wie fühlte es sich an, neben professionellen Musikerinnen und Musikern aus dem Orchester der Deutschen Oper zu spielen?
An den Proben hat mir gefallen, dass es genau die richtige Mischung war. Ich musste mich einerseits immer wieder konzentrieren, z.B. beim Zählen von Pausen, aber konnte mich auch immer mal wieder entspannen und den anderen zuhören und zuschauen. Da ich ja wusste, dass es nicht nur was Neues für mich ist mit, oder eher in, einem Orchester zu spielen, sondern es auch neu für das Orchester ist mit Blockflöten und Jugendlichen zu spielen, habe ich von Anfang an Spaß gehabt und mich nie unter Druck gesetzt gefühlt. Im Gegenteil. Die professionellen Musiker waren sehr offen, haben uns Tipps gegeben und bei schwierigen Stellen mit uns mitgefiebert.