Was bedeutet für dich persönlich die Vorbereitung auf und Teilnahme am Wettbewerb „Jugend musiziert“?
Für mich bedeutete die Vorbereitung vor allem sehr viel Üben, Ausdauer und Zeit. Gleichzeitig war es für mich eine sehr intensive und schöne Erfahrung, so eng mit meiner Cellolehrerin zusammenzuarbeiten. Das hieß für mich auch, immer dranzubleiben, konsequent zu üben und schnelle Fortschritte zu machen – aber eben auch Rückschritte zu erleben und manchmal völlig auf der Stelle zu treten. Das kann sehr frustrierend sein, gerade wenn man das Gefühl hat, in den wenigen Wochen bis zur nächsten Runde unbedingt ein höheres Level erreichen zu müssen, und es sich dann so anfühlt, als hätte man es gar nicht geschafft. Trotzdem habe ich in dieser Zeit verstanden, dass das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“ wirklich stimmt: Ich kann jetzt auf meinem Instrument deutlich mehr als noch vor einigen Monaten, und ohne den Wettbewerb wäre ich nie so schnell so weit gekommen.
Du hast alle drei Ebenen des Wettbewerbs in diesem Jahr durchlaufen. Was war auf den drei unterschiedlichen Ebenen für dich besonders spannend und bereichernd?
Spannend war zu beobachten, wie unterschiedlich ich bei vielen Vorspielen gespielt habe, je nachdem, in welcher Verfassung ich an dem Tag war – das war für mich eine ganz neue Erfahrung. Und bei den Wettbewerbstagen selbst habe ich bemerkt, wie man automatisch in einen besonderen Fokus kommt, den man bei normalen Vorspielen gar nicht so erreichen kann. Dabei konnte ich mich erstaunlich gut vom Publikum und vor allem auch von der Jury lösen, was mich sehr befreit hat. In der zweiten Runde hatte ich zudem einen ganz besonderen Moment: Zum ersten Mal habe ich mir wirklich selbst zugehört – nicht kritisch und wertend, sondern so, als säße ich im Publikum und wäre Teil einer Geschichte. Diese Erfahrung hatte ich so vorher noch nie.
Du bist mit einem 2. Bundespreis aus Wuppertal zurück nach Berlin gefahren. Herzlichen Glückwunsch! Hast du dir nach dem Bundeswettbewerb 2025 bereits neue musikalische Ziele gesetzt, die du mit deinem Instrument, dem Violoncello, gerne in nächster Zeit erreichen möchtest?
Mein größtes Ziel ist es, mein Üben noch strukturierter und effektiver zu gestalten – die Zeit wirklich zu nutzen, anstatt mich im Durchspielen zu verlieren. Das viele Durchspielen ist wichtig und hat mir sehr geholfen, aber ich möchte noch gezielter an einzelnen Aspekten arbeiten. Außerdem möchte ich in der Zukunft viel mit anderen Leuten spielen und das Cello auch abseits der klassischen Literatur weiter erkunden und die Musik stärker körperlich wahrnehmen und erfahren.