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Umsetzungsbericht 2024: Gesamtkonzept zur Integration und Partizipation Geflüchteter

Wie es Geflüchteten in Berlin geht – Zahlen, Stimmen, Entwicklungen

Mit dem Gesamtkonzept zur Integration und Partizipation Geflüchteter treibt Berlin den Aufbau einer inklusiven Stadtgesellschaft voran. Der aktuelle Umsetzungsbericht zeigt, was gut läuft, wo es hakt und warum Integration ein fortlaufender Prozess ist.

Berlin ist und bleibt eine Stadt des Ankommens.

Flucht ist Teil ihrer Geschichte, Gegenwart und Zukunft – kein Ausnahmezustand, sondern urbaner Alltag. Heute leben 178.700 Menschen mit Fluchtgeschichte in Berlin, das sind 4,6 % der Bevölkerung. Ein Viertel von ihnen lebt seit mehr als fünf Jahren hier und ein Viertel sind Kinder oder Jugendliche.

Geflüchtete nach Aufenthaltstatus

Geflüchtete nach Aufenthaltstatus

Übersicht über den Aufenthaltsstatus der in Berlin lebenden Geflüchteten. Die Daten aus dem Ausländerzentralregister (AZR) umfassen zum Beispiel Personen mit Aufenthaltserlaubnis, im Asylverfahren (Aufenthaltsgestattung) und mit Duldung.

Fakten statt Stimmungen: Was die Daten wirklich zeigen

Der Bericht macht Entwicklungen sichtbar, benennt Lücken und bietet konkrete Lösungsansätze. Er hilft, die Debatte um Flucht und Integration zu versachlichen – mit Zahlen statt Zuschreibungen.

Wir brauchen Fakten, um gute Entscheidungen zu treffen – keine Zuschreibungen.
Katarina Niewiedzial

Die Zahl der Geflüchteten hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ein großer Teil von ihnen lebt bereits seit mehreren Jahren in der Stadt. Die meisten von ihnen leben in eigenen Wohnungen oder in Unterkünften des Bezirks. Von den rund 46.000 geflüchteten Kindern und Jugendlichen lebt jedoch über ein Viertel in Unterkünften des Landesamts für Flüchtlinge.

Hauptstaatsangehörigkeiten

Hauptstaatsangehörigkeiten

Welche Herkunftsländer sind bei den in Berlin lebenden Geflüchteten besonders häufig vertreten? Diese Grafik gibt einen Überblick.

Asylerstanträge

Asylerstanträge in Berlin nach Staatsangehörigkeit (2013 – 2025)

Die Grafik zeigt Asylerstanträge in Berlin nach Staatsangehörigkeit für jene Staatsangehörigkeiten, die seit 2013 in mindestens drei Jahren unter den häufigsten Staatsangehörigkeiten von Erstantragsstellenden waren. Sie gibt einen Einblick in die Dynamik der Fluchtbewegungen.

Wichtige Hinweise zu den Daten

Die dargestellten Statistiken basieren auf Daten des Ausländerzentralregisters (AZR) und beziehen sich ausschließlich auf Geflüchtete mit einem Aufenthaltsstatus im Kontext Flucht. Nicht erfasst sind u.a. Personen mit Fluchtbezug mit einemr unbefristeten Aufenthaltstitel (Niederlassungserlaubnis) mit Fluchtbezug, da sie in der Regel bereits seit längerer Zeit in Berlin bzw. Deutschland leben und aufenthaltsrechtlich besser integriert sind, sowie Menschen Personen, die in eine Aufenthaltserlaubnis zu anderen Zwecken wechseln (etwa zu Ausbildungs- oder Erwerbszwecken) oder eingebürgerte Menschen ohne registrierten Aufenthaltstitel.

Integration ist weder Erfolgsgeschichte noch Krise – sie ist differenzierte Realität

Ankommen und Teilhabe sind Prozesse, die sowohl Erfolge als auch Herausforderungen beinhalten. Wie in jedem Leben gibt es Bereiche, in denen vieles gelingt, und Bereiche, in denen es hakt.

Fortschritte:

  • Spracherwerb
  • Arbeitsmarktintegration (v. a. steigende Erwerbsquote geflüchteter Frauen)
  • Kita-Betreuung
  • Stärkere psychosoziale Unterstützung
  • Zugang zu Hochschulen

Herausforderungen:

  • Diskriminierung
  • Wohnraum und Unterkünfte
  • Gewaltprävention
  • Kinderbetreuung & Sprachkurszugang
  • Sprachmittlung: 2024 konnte jede zweite Anfrage nicht bedient werden
Beschäftigungsquote

Diagramm zu steigender Beschäftigungsquote geflüchteter Frauen

Spotlight: Beschäftigungsquote geflüchteter Frauen

Die Beschäftigungssquote von geflüchteten Frauen steigt kontinuierlich, da immer mehr von ihnen Zugang zum Arbeitsmarkt finden. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen, beispielsweise beim Zugang zu Kinderbetreuung und Sprachkursen.

Spotlight: Wohnungsraumversorgung

Ein langer Aufenthalt in Unterkünften erschwert das Ankommen. Wohnen ist daher ein Schlüssel für mehr Teilhabe von Geflüchteten. Das Ziel ist dabei der Abbau von Notunterkünften und die von unabhängigen Beschwerde- und Beratungsstellen begleitete Integration in den regulären Wohnungsmarkt.

Spotlight: Psychosoziale Zentren

Um die gesundheitliche Versorgungslücke zu schließen, baut Berlin Sprachmittlung, Psychotherapieangebote und niedrigschwellige Versorgungsstrukturen aus. Psychosoziale Zentren sind oft die einzige Anlaufstelle für Geflüchtete bei psychischen Erkrankungen.

Integration braucht Strukturen, die mitwachsen – dauerhaft und krisenfest

Integration gelingt dort, wo die Politik langfristig denkt und die städtischen Strukturen entsprechend angepasst werden. Wenn Strukturen wie Schulen, Kitas, Nachbarschaften und Behörden mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten können, ist eine gleichberechtigte Teilhabe möglich. Da immer mehr Menschen in den Außenbezirken ankommen, rückt der Ausbau der Ankommens- und sozialen Infrastruktur dort besonders in den Fokus. Das bedeutet konkret mehr Personal in Kitas, Schulen, in der Nachbarschaftsarbeit, in Ämtern und in Unterkünften.

Monitoring

Zuzug nach Außenbezirken (Trend)

FAQ-Bereich

  • 1. Was ist der Umsetzungsbericht?

    Der Umsetzungsbericht „Gesellschaftliche Teilhabe Geflüchteter – Stand und Entwicklung 2024 in Berlin“ dokumentiert die Entwicklung der Lebenssituation von Geflüchteten in Berlin. Er zeigt sowohl Fortschritte als auch Handlungsbedarfe auf und bildet eine faktenbasierte Grundlage für politische Entscheidungen und gesellschaftliches Engagement.

  • 2. Warum wird die Lage Geflüchteter regelmäßig erfasst?

    Das regelmäßige Monitoring schafft Transparenz über Fortschritte, Herausforderungen und den Ressourceneinsatz. Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft nutzen die Ergebnisse als fundierte Entscheidungsgrundlage, um Integrationsprozesse gezielt zu gestalten und wirksame Maßnahmen zu entwickeln.

  • 3. Welche Themen deckt der Bericht ab?

    Der Bericht behandelt zentrale Bereiche gesellschaftlicher Teilhabe: Wohnen, Bildung, Arbeit, Gesundheit, Diskriminierung, Verwaltung, Engagement und Sicherheit. Er zeigt, wie sich Strukturen und Angebote weiterentwickeln, wo Hürden bestehen und welche Schritte nötig sind, um das Zusammenleben langfristig zu stärken.

  • 4. Wer profitiert vom Bericht?

    Von den Erkenntnissen profitieren Verwaltung, Politik, Forschung und Zivilgesellschaft – und damit letztlich alle Berliner*innen. Der Bericht fördert einen realistischen Blick auf Integration Geflüchteter: Sie ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess, der mit Engagement, Ressourcen und Zusammenarbeit gestaltet wird.

  • 5. Wie wurde das Gesamtkonzept erarbeitet und wer setzt es um?

    Das Gesamtkonzept ist in enger Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Senat, den Bezirken und der Zivilgesellschaft entstanden. Ein besonderer Fokus liegt auf der aktiven Mitgestaltung durch Geflüchtete selbst. Die Umsetzung wird von der Abteilung Integration und Migration über ein Lenkungsgremium mit Vertreter*innen aus Senatsverwaltungen, Bezirken, Fachbeiräten und der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen koordiniert. Ein Fach- und Finanzmonitoring begleitet den Prozess fortlaufend.

  • 6. Warum ist der Bericht wichtig für Berlin?

    Der Bericht liefert Daten statt Stimmungen. Er zeigt die Vielfalt der Lebensrealitäten Geflüchteter und macht deutlich, wo politische und gesellschaftliche Strukturen nachjustiert werden müssen. Nur durch langfristiges, dezentrales und diversitätssensibles Handeln kann gesellschaftlicher Zusammenhalt entstehen – nicht zufällig, sondern durch gemeinsames Gestalten.

Den vollständigen Bericht lesen

Alle Daten, Analysen und Handlungsempfehlungen finden Sie im Umsetzungsbericht „Gesellschaftliche Teilhabe Geflüchteter – Stand und Entwicklung 2024 in Berlin“.

  • Umsetzungsbericht 2024: Gesamtkonzept zur Integration und Partizipation Geflüchteter

    PDF-Dokument (4.2 MB) - Stand: 10/2025