Als „Baumscheibe“ wird der Bereich bezeichnet, der um den Stamm eines Straßenbaums frei (von Pflaster oder Gehwegplatten) bleibt und in der Regel durch Pflastersteine oder andere Einfassungen begrenzt ist. Dieser Bereich kann entweder rund oder eckig gestaltet sein. Ein Merkmal, das viele Baumscheiben gemeinsam haben, ist der stark verdichtete Boden, der oftmals einen wenig ansprechenden Eindruck hinterlässt. Häufig sind diese Flächen in den städtischen Räumen sehr klein dimensioniert, sodass sie für eine ausreichende Bodenbelüftung und das Wurzelwachstum des Baums nur eingeschränkten Raum bieten.
Im öffentlichen Raum gärtnern
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Was ist eine Baumscheibe?
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An wen kann ich mich wenden, wenn ich eine Patenschaft für eine Baumscheibe übernehmen möchte?
In Berlin können Sie sich bei Interesse für eine Baumscheiben-Patenschaft an das jeweilige bezirkliche Grünflächenamt wenden:
Informationen der Bezirke
- Baumscheibe bepflanzen in Charlottenburg-Wilmersdorf
- Baumscheibe bepflanzen in Friedrichshain-Kreuzberg
- Baumscheibe bepflanzen in Lichtenberg
- Straßen- und Grünflächenamt Marzahn-Hellersdorf
- Baumscheibe bepflanzen in Mitte
- Baumscheibe bepflanzen in Neukölln
- Baumscheibe bepflanzen in Pankow
- Baumscheibe bepflanzen in Reinickendorf
- Baumscheibe bepflanzen in Spandau
- Baumscheibe bepflanzen in Steglitz-Zehlendorf
- Baumscheibe bepflanzen in Tempelhof-Schöneberg
- Baumscheibe bepflanzen in Treptow-Köpenick
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Wo finde ich Informationen zu einzelnen Straßenbäumen?
Informationen zu einzelnen Straßenbäumen in Berlin können Sie dem Geoportal des Landes Berlin entnehmen. Dieses bietet eine interaktive Karte, auf der Sie Details zu den Straßenbäumen, wie Art, Standort und Pflanzjahr, einsehen können. Außerdem können Sie auf der Plattform Gieß den Kiez den Wasserbedarf der einzelnen Straßenbäumen erfahren und eintragen, ob und wenn ja, mit wie viel Wasser Sie einen Baum gegossen haben. Zudem bieten die bezirklichen Grünflächenämter ebenfalls Informationen zu den von ihnen gepflegten Bäumen (in dem jeweiligen Bezirk).
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Ich will einen Straßenbaum gießen, worauf muss ich achten?
Wenn Sie einen Straßenbaum in Berlin gießen möchten, sollten Sie auf folgende Punkte achten, damit der Baum keinen Schaden nimmt:
- Gießzeiten: Gießen Sie den Baum vorzugsweise in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend, um Verdunstung zu minimieren und den Baum ausreichend mit Wasser zu versorgen. Außerhalb der Vegetationszeit (März-Oktober) benötigen die Bäume kein Wasser, sie sind quasi im Winterschlaf.
- Wassermenge: Achten Sie darauf, den Baum gründlich zu gießen, sodass das Wasser in die Tiefe der Wurzeln gelangt. Es ist besser, selten und intensiv zu gießen, als häufig mit wenig Wasser.
- Kein Übergießen: Übermäßiges Gießen kann die Wurzeln ersticken und zu Staunässe führen. Achten Sie darauf, dass der Boden nicht ständig nass bleibt.
- Baumscheibe und Umgebung: Vermeiden Sie es, den Baum direkt an der Wurzel zu gießen, sondern gießen Sie in der Baumscheibe, die den Baum umgibt. Achten Sie darauf, dass die Baumscheibe frei von Müll und anderen Hindernissen bleibt, damit das Wasser gut abfließen kann.
- Rechtliche Bestimmungen: In vielen Städten, einschließlich Berlin, gibt es spezielle Regelungen zum Gießen von Straßenbäumen. In manchen Fällen benötigen Sie eine Genehmigung. Wenden Sie sich daher an das zuständige bezirkliche Grünflächenamt.
Ausführliche Informationen zum Wässern von Stadtbäumen finden Sie hier.
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Ich möchte eine Regentonne aufstellen – was muss ich beachten?
Die einfachste Möglichkeit, Regenwasser aufzufangen, ist eine Regentonne oder ein anderer, meist oberirdisch aufgestellter Sammelbehälter unter dem Fallrohr der Dachrinne. Wird an dem Rohr noch ein Regensammler – auch „Regendieb“ genannt – mit Filtersystem angeschlossen, fließt das Wasser direkt gereinigt in die Tonne. Auf einige Punkte sollen Sie dabei achten:
- Der Sammelbehälter sollte gut abgedeckt und an einem schattigen Platz stehen, um Algen- und Bakterienbildung zu verhindern. Ein Deckel schützt vor Mückenlarven und sichert Kleinkinder und Tiere vor dem Hineinfallen.
- Reinigen Sie die Regentonne regelmäßig (z. B. mit einem Hochdruckreiniger). Ideal ist eine Reinigung vor dem Winter, wenn die Tonne ohnehin entleert wird.
- Der Boden soll eben und stabil sein, um die Regentonne sicher aufzustellen. Bei größeren Tonnen kann eine stabilisierende Grundlage wie ein Pflaster oder eine Holzplatte sinnvoll sein.
- Installieren Sie einen Fallrohrfilter oder Überlaufventil, um das Wasser effizient in die Tonne zu leiten und Überschwemmungen zu verhindern.
- Wählen Sie einen Wasserhahn im unteren Bereich der Tonne, um das Wasser leicht in eine Gießkanne umzuleiten. Alternativ können Sie eine Tauchpumpe nutzen, um das Wasser für größere Entnahmen zu verwenden.
- Für größere Gärten oder höhere Wasserbedürfnisse können Sie auch Zisternen in Betracht ziehen, die mehr Regenwasser speichern können.
Weitere Informationen finden Sie bei der Regenwasseragentur.
Das Aufstellen einer Regentonne ist im Kleingarten ganz einfach möglich. Einfach machen! Auf (halb)-öffentlichen Flächen brauchen Sie jedoch eine Genehmigung. Fragen Sie dazu am besten direkt bei Ihrem Vermieter bzw. Ihrer Vermieterin oder dem zuständigen Straßen- und Grünflächenamt an. Die Initiative „Wassertanke“ steht Engagierten bei Fragen zu Planung, Installation und Betrieb einer Regentonne unterstützend zur Seite.
Sie möchten eine Regentonne im öffentlichen Raum aufstellen? In den drei Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Treptow-Köpenick und Charlottenburg-Wilmersdorf ist das schon möglich. Auf den jeweiligen Informationsseiten dieser Bezirksämter finden Sie neben Infos zu Kosten und Fördermöglichkeiten auch Checklisten und die Anträge auf Sondernutzung:
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Ich habe einen Antrag für eine Patenschaft gestellt – warum wurde er nicht genehmigt?
Es kann verschiedene Gründe geben, warum Ihr Antrag für eine Patenschaft nicht genehmigt wurde. Hier sind häufige Ursachen:
- Hohe Nachfrage und Überlastung der verfügbaren Flächen: Es könnte sein, dass derzeit keine freien Beete für Patenschaften zur Verfügung stehen.
- Unvollständige Antragsunterlagen: Wenn der Antrag unvollständig war oder erforderliche Informationen (z. B. Angaben zur geplanten Pflege, Kontaktdaten oder Standortbeschreibung) fehlen, könnte dies zu einer Ablehnung geführt haben.
- Ungeeigneter Standort: Der Standort des Beetes könnte bestimmte Anforderungen oder Einschränkungen haben, die eine Patenschaft nicht ermöglichen.
- Nicht erfüllte Pflegevoraussetzungen: Möglicherweise wurde im Antrag nicht ausreichend dargelegt, dass die nötigen Ressourcen oder Kenntnisse zur Pflege des Beetes vorhanden sind. Die zuständigen Behörden könnten auch Bedenken hinsichtlich der Pflegequalität haben, insbesondere wenn keine ausreichenden Pläne oder Erfahrungen vorliegen.
- Richtlinien und Vorschriften: Es gibt möglicherweise Vorschriften, die die Vergabe von Beet-Patenschaften einschränken, etwa hinsichtlich der Art der Nutzung, der Pflanzwahl oder der Zugänglichkeit des Beetes. Manchmal gelten bestimmte Standards, die im Antrag nicht berücksichtigt wurden.
Um die genaue Ursache für die Ablehnung zu klären, können Sie sich direkt an das zuständige Bezirksamt wenden.
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Was ist ein Parklet?
Parklets sind kleine, aus Holz gebaute, grüne Oasen am Fahrbahnrand. Sie werden von engagierten Menschen aus der Nachbarschaft gebaut und wandeln den bis dahin meist zum Parken von Autos genutzten Raum in neue Aufenthaltsflächen um. In Berlin werden in der Regel zwischen einem und drei Parkplätzen einer anderen Nutzung zugeordnet. Parklets bestehen meist aus einem Podest auf gleichem Niveau wie der angrenzende Bürgersteig sowie einer Abgrenzung zur Straße. Auf dem Podest können unterschiedliche Nutzungen unterkommen: Meist gibt es Sitzgelegenheiten als Treffpunkte für die Nachbarschaft, manchmal auch Tauschstationen und Bücherregale oder Spielflächen. Auf den meisten Parklets wird auch gegärtnert. Die Pflanzen können Schatten spenden und an heißen Sommertagen für Abkühlung sorgen, sie verschönern die Straße und sind gleichzeitig ein kleines Stück Natur mitten in der Stadt.
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An wen kann ich mich wenden, wenn ich ein Parklet aufstellen und begrünen möchte?
Der Verein NaturFreunde Berlin e.V. ist im Auftrag der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ansprechbar und unterstützt Interessierte. Den Kontakt und weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite der Parklet-Förderung. 2021 bis 2023 wurde der Bau von Parklets durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt gefördert. Fördermittel gibt es aktuell nicht, aber auf der Projektseite finden Sie beispielsweise eine Checkliste für das Stellen einer Aufstellerlaubnis, Anleitungen zum Bau und Pflanztipps.
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An wen kann ich mich wenden, wenn ich bei einem existierenden Parklet mitgärtnern möchte?
Wenn Sie bei einem existierenden Parklet mitgärtnern möchten, können Sie sich bei den Betreibern des Parklets (wie Nachbarschaftsinitiativen oder Gemeinschaftsprojekten) direkt melden, da diese die Pflege und Gestaltung des Parklets koordinieren. Falls Sie nicht wissen, welche Gruppe sich um das jeweilige Parklet aktuell kümmert, können Sie sich an NaturFreunde Berlin e. V. wenden. Den Kontakt und weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite der Parklet-Förderung.
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Brauche ich Vorerfahrungen, wenn ich im öffentlichen Raum gärtnerisch aktiv werden möchte?
In der Regel benötigen Sie keine speziellen Vorerfahrungen, um gärtnerisch im öffentlichen Raum aktiv zu werden. Dennoch gibt es gerade im Straßenland einiges zu beachten, es lohnt sich also, sich vorab über geltende Regelungen, Genehmigungen und die richtige Pflanzenauswahl sowie Pflege zu informieren.
Im Gartenkalender finden Sie außerdem zahlreiche Kurse und Workshops zum Thema Gärtnern, um Ihre Kenntnisse zu erweitern.
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Was muss ich beachten, wenn ich ein Beet / eine Baumscheibe im Straßenland bepflanzen möchte?
Wenn Sie ein Beet im Straßenland bepflanzen möchten, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Genehmigung beim zuständigen Straßen- und Grünflächenamt einholen
- Bodenqualität und Standort prüfen
- Robuste, standortgerechte Pflanzen wählen, die gegen Umweltfaktoren wie Abgase und Trockenheit resistent sind und nicht zu hoch werden, damit die Verkehrssicherheit gewährleistet ist
- Regelmäßig pflegen und gießen
Tipps gibt auch der BUND Berlin e.V. im Leitfaden für die ökologische Bepflanzung von Baumscheiben: Leitfaden für die Baumscheiben-Begrünung (PDF-Dokument, 2.7 MB).
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Welche Pflanzen eignen sich besonders gut für die Begrünung von Beeten im Straßenland oder Baumscheiben?
Pflanzen für Baumscheiben müssen mit extrem begrenzten Lebensbedingungen zurechtkommen, da sie mit den Bäumen um Platz, Wasser, Nährstoffe und Licht konkurrieren. Ältere Bäume werfen mehr Schatten, während bei jüngeren Bäumen sonnigere Standorte vorhanden sind. Daher eignen sich für Baumscheiben oft anspruchslose Pflanzen, die je nach Größe der Baumkrone und der damit verbundenen Beschattung Halbschatten oder Schatten bzw. Sonne gut vertragen.
Die Bepflanzung kann – wenn richtig gemacht – ein günstiges Mikroklima für den Baum schaffen und verbessert mitunter dessen Wasserangebot. Es ist aber wichtig, dass die Pflanzen weder den Baum noch die Verkehrssicherheit gefährden und regelmäßig gepflegt werden.
Für die Bepflanzung eignen sich besonders Stauden, die regelmäßig blühen, sowie Blumenzwiebeln und Sommerblumen. Auch Wildblumen heimischer Arten und trockenheitsliebende Kräuter, die Insekten anziehen, sind eine gute Wahl. Der BUND Berlin e.V. hat in dem folgenden Leitfaden zahlreiche geeignete Pflanzenarten für den Straßenraum zusammengestellt.
Leitfaden für die Baumscheiben-Begrünung (PDF-Dokument, 2.7 MB)
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Welche Pflanzen sollte ich besser nicht pflanzen?
Im Straßenland sollten bestimmte Pflanzen vermieden werden, da sie entweder zu anspruchsvoll sind, den Verkehr behindern könnten oder den Baumbestand gefährden. Hier sind einige Pflanzen, die besser nicht in Beeten im Straßenland oder Baumscheiben gepflanzt werden sollten:
- Invasive Pflanzen: Diese können sich schnell ausbreiten und das lokale Ökosystem stören (z. B. Japanischer Staudenknöterich, Riesenbärenklau, Kanadische Goldrute).
- Zu hohe Pflanzen: Pflanzen, (z. B. hohe Sträucher) die zu hoch wachsen, können den Verkehr behindern oder die Sicht beeinträchtigen.
- Wasserintensive Pflanzen: Pflanzen (z. B. Rhododendron), die hohe Mengen an Wasser benötigen, sind im Straßenland oft ungeeignet, da das Wasserangebot begrenzt ist.
- Pflanzen mit tiefen Wurzeln: Tiefwurzelnde Pflanzen (z. B. Lupine) können die Wurzeln von Straßenbäumen schädigen und den Wasser- und Nährstoffbedarf des Baums beeinträchtigen.
- Pflanzen, die gefährlich oder giftig sind: Diese Pflanzen (z. B. Fingerhut) können für Kinder, Haustiere oder Wildtiere eine Gefahr darstellen
- Pflanzen mit zu starkem Wachstum: Diese können sich schnell ausbreiten und das Beet dominieren, wodurch andere Pflanzen verdrängt werden. Die Kletterpflanzen (z. B. Klematis oder Efeu) wachsen sehr schnell, und sollten nicht gepflanzt werden, insbesondere auch um den Stamm für die Kontrolle des Baumes freizuhalten.
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Brauche ich eine Genehmigung, um im Straßenland zu gärtnern (z. B. auf dem Mittelstreifen)?
Für das Gärtnern im Straßenland, benötigen Sie in der Regel eine Genehmigung. Diese müssen Sie beim zuständigen Straßen- und Grünflächenamt in Ihrem Bezirk einholen. Die Genehmigung stellt sicher, dass die Bepflanzung keine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellt und dass Sie für die Pflege verantwortlich sind.