"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten", sagte der SED-Chef und Vorsitzende des Staatsrats der DDR, Walter Ulbricht, noch am 15. Juni 1961. Doch zwei Monate später begann der Bau der Berliner Mauer und besiegelte die deutsch-deutsche Teilung. Die SED-Führung wollte so die massenhafte Abwanderung von Menschen in den Westen Berlins und in die Bundesrepublik stoppen, die die DDR-Wirtschaft bremste und den Staat destabilisierte. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre lang, trennte viele Familien und den Westteil der Stadt von seinem Umland. Nach Angaben der Stiftung Berliner Mauer wurden während dieser Zeit mindestens 140 Menschen an der Mauer getötet oder kamen im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Außerdem starben demnach mindestens 251 Reisende während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen.