© dpa
Senat bringt «Brandmauer» für Verfassungsgericht auf den Weg
Der schwarz-rote Berliner Senat will den Verfassungsgerichtshof stärken und widerstandsfähiger gegen extremistische Kräfte machen. mehr
Der Platz vor dem Berliner Landesparlament wird nach der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer benannt.
Das beschloss der Senat bei seiner jüngsten Sitzung. Die Berliner Ehrenbürgerin war am 9. Mai im Alter von 103 Jahren gestorben. Wenn alles läuft wie geplant, soll der Platz im Herzen Berlins spätestens an ihrem ersten Todestag ihren Namen tragen. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner betonte: «Mit der Benennung des bislang namenlosen Platzes vor dem Abgeordnetenhaus als Margot-Friedländer-Platz setzt Berlin ein kraftvolles Zeichen gegen Antisemitismus, gegen das Vergessen – und für Demokratie und Menschenwürde.»
Entsprechende Pläne hatten Wegner und Parlaments-Präsidentin Cornelia Seibeld bereits Ende November verkündet. Das Landesparlament habe dann offiziell die Adresse Margot-Friedländer-Platz 1, sagte Seibeld bei der Vorstellung der Pläne im Abgeordnetenhaus. Die Idee dazu geht auf die Parlamentspräsidentin zurück. Es sei klar gewesen, dass Friedländer eine besondere Ehrung und einen besonderen Ort verdiene, sagte sie. Sie sei nicht nur Ehrenbürgerin Berlins, sondern vor allem eine ganz besondere, warmherzige Frau gewesen, die Generationen von Schülerinnen und Schülern in Berlin ein Erinnern mit auf den Weg gegeben habe, das unersetzlich sei.
Margot Friedländer (1921-2025) stammte aus einer jüdischen Familie in Berlin. Von den Nationalsozialisten wurde sie ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Nach der Befreiung 1945 ging sie mit ihrem Mann in die USA. Erst mit 88 Jahren zog sie zurück in die deutsche Hauptstadt. Beigesetzt ist sie auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.