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Zeit(ge)schichten aus 350 Jahren

Ein Schloss im Wandel der Zeit

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  • Berlin, Schloss Schönhausen – Berlin, Schloss Schönhausen © SPSG
    © SPSG

    Berlin, Schloss Schönhausen – Berlin, Schloss Schönhausen © SPSG

  • Berlin, Schloss Schönhausen, Bett im Gästezimmer – Berlin, Schloss Schönhausen, Bett im Gästezimmer © SPSG
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    Berlin, Schloss Schönhausen, Bett im Gästezimmer – Berlin, Schloss Schönhausen, Bett im Gästezimmer © SPSG

  • Berlin, Schloss Schönhausen, Badezimmer – Berlin, Schloss Schönhausen, Badezimmer © SPSG / Foto: Günter Schneider
    © SPSG / Foto: Günter Schneider

    Berlin, Schloss Schönhausen, Badezimmer – Berlin, Schloss Schönhausen, Badezimmer © SPSG / Foto: Günter Schneider

  • Berlin, Schloss Schönhausen, Treppenhaus – Berlin, Schloss Schönhausen, Treppenhaus © SPSG / Foto: Leo Seidel
    © SPSG / Foto: Leo Seidel

    Berlin, Schloss Schönhausen, Treppenhaus – Berlin, Schloss Schönhausen, Treppenhaus © SPSG / Foto: Leo Seidel

In der Denkmallandschaft Berlins nimmt Schönhausen eine einzigartige Stellung ein: So wurde das Schloss als eines der wenigen historischen Monumente der Stadt zwar immer wieder umgebaut, aber nie grundlegend zerstört, und bis in die jüngste Vergangenheit blieb es ein wichtiger Schauplatz der deutschen Geschichte und Politik. Kontrastreicher Rundgang
Die Ausstellung zeigt die wechselvolle Nutzung und bietet einen kontrastreichen Rundgang durch die deutsche Geschichte der letzten drei Jahrhunderte. Alle Zeitschichten haben sich im Gebäude in großer Fülle über- und nebeneinander erhalten. Kontraste, Brüche und Fehlstellen sind bewusst in das Konzept der Ausstellung integriert. Das gilt auch für den Garten, der als bedeutendes Denkmal der Gartengeschichte in seiner Gestaltung der 1950er Jahre wiederhergestellt wurde.
Geschichte im Zeitraffer
Ein erstes Schloss an dieser Stelle ließ die preußisch-holländische Gräfin Sophie Dorothea zu Dohna in den 1660er Jahren erbauen. Nach völliger Erneuerung um 1690 für Kurfürst Friedrich III. wurde Schönhausen vor allem geprägt durch Königin Elisabeth Christine, die das Schloss mehr als 50 Jahre lang (1740–1797) als Sommerresidenz nutzte.Nach einem langen "Dornröschenschlaf" und sporadischer Nutzung geriet Schönhausen in der jungen DDR in den Fokus des Kalten Krieges und spielte noch einmal eine bedeutende historische Rolle in der Zeit der Friedlichen Revolution als Verhandlungsort der "Zwei-plus-Vier-Gespräche" zur deutschen Einheit.
Residenz der Königin
Im Erdgeschoss erinnert die Ausstellung an die Residenz Elisabeth Christines, der Gemahlin Friedrichs des Großen. Während der Sanierungsarbeiten ist unter den Wandbespannungen und Farbschichten des 20. Jahrhunderts an zahlreichen Stellen die ursprüngliche Gestaltung des 18. Jahrhunderts zum Vorschein gekommen. Außerdem konnten anhand der Inventarbücher des Schlosses in den Depots der SPSG in detektivischer Arbeit Möbel, Gemälde und sogar Tapeten aus der Zeit der Königin identifiziert werden, die sich noch bis ins frühe 20. Jahrhundert in Schönhausen befanden. Sie kehren nun nach aufwändiger Restaurierung an den ursprünglichen Standort zurück und können so in einigen Räumen einen authentischen Eindruck davon vermitteln, wie die Königin in ihrem Sommerschloss wohnte.In anderen Räumen werden Kunstwerke aus dem Besitz der Königin, ihre Person und ihre Interessen beleuchtet. Die Objekte stammen aus der zerstörten Wohnung Elisabeth Christines im Berliner Schloss oder aus Räumen in Schönhausen, die nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form existieren. Erstmals überhaupt wird hier das Leben Elisabeth Christines in den Mittelpunkt einer Ausstellung gestellt.
Repräsentanz der DDR
Im nördlichen Teil des ersten Obergeschosses wird die jüngere Geschichte präsentiert. Von 1949 bis 1960 war Schönhausen Sitz des ersten Staatsoberhauptes der DDR, bevor es, nach einem Umbau, von 1964 bis 1990 als Staatsgästehaus der DDR genutzt wurde. Heute ist Schönhausen einer der letzten Orte überhaupt, an dem die Selbstinszenierung der SED-Diktatur für Besucher authentisch zu erleben ist.Die erste Phase wird durch das Amtszimmer Wilhelm Piecks repräsentiert. Dessen Möblierung, 1950 für Schönhausen entworfen, hatte sich im Museum für Deutsche Geschichte/ Deutsches Historisches Museum erhalten. Aus der Zeit als Staatsgästehaus ist das Gästeappartement mit Ankleidezimmer, Herren- und Damenschlafzimmer sowie Bädern weitgehend erhalten.Der betont moderne Stil der Einrichtung in den kräftigen Farben der Zeit war als Demonstration der Fortschrittlichkeit der DDR gedacht. In diesen Räumen übernachteten Persönlichkeiten der Weltpolitik wie Indira Gandhi, Fidel Castro oder Michail Gorbatschow.Ein Raum wird wieder in dem Zustand eingerichtet werden, im dem das Schloss 2005 von der SPSG übernommen wurde. Dieses sogenannte Kaminzimmer repräsentiert den Einrichtungsstil der Honecker-Ära, als sich die DDR der preußischen Geschichte zuwandte und eine demonstrativ historistische Ausstattung des Schlosses wählte.
Sammlung Dohna-Schlobitten in Schloss Schönhausen
In den übrigen Räumen des ersten Obergeschosses wird der Bogen zum Anfang der Geschichte von Schönhausen geschlagen. Die Familie der Erbauerin des ersten Schlosses, Gräfin Dohna, war über Jahrhunderte eng mit dem preußischen Königshaus verbunden.Bis 1945 hatte die Familie Dohna ihren Hauptsitz auf Schloss Schlobitten in Ostpreußen. Wie durch ein Wunder konnte Fürst Alexander zu Dohna-Schlobitten kurz vor Ende des Krieges einen bedeutenden Teil des Inventars retten, bevor das Schloss zerstört wurde. Nun wird Schloss Schönhausen die neue Heimat dieser großartigen Sammlung von Kunstwerken aller Gattungen in ihrem über Jahrhunderte gewachsenen Zusammenhang.
Wiederherstellung von Schloss und Garten Schönhausen 2005-2009
Das Ausstellungskapitel im zweiten Obergeschoss befasst sich mit der Wiederherstellung von Schloss und Garten Schönhausen im Zeitraum von 2005 bis 2009. Die Sanierung umfasste die Fassade des Schlosses, die Schlossräume und den Garten.Die Erhaltung aller Geschichtsepochen erforderte unterschiedliche, zum Teil konträre denkmalpflegerische, restauratorische und technische Herangehensweisen. Der denkmalpflegerische Grundsatz lautete: Konservieren statt rekonstruieren. Daher wurden alle Planungen und die Restaurierung darauf ausgerichtet, in denjenigen Raumgruppen, die für eine bestimmte Epoche im Schloss besonders repräsentativ sind, die typischen Merkmale wieder herauszuarbeiten und damit auch vermeintliche Brüche bewusst in Kauf zu nehmen.

Laufzeit: seit Dezember 2009

Preis: 6,00 €

Ermäßigter Preis: 5,00 €

Findet hier statt:

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