Ausstellungen in der Stadtbibliothek Neukölln

Teaserbild zur Ausstellung "Hope in Darkness"

Hope in Darkness - Verbotene Kunst aus Afghanistan

Ausstellungszeitraum: 03.05.-31.05.2024 | Helene-Nathan-Bibliothek

Vernissage: 03.05.2024, 16:00 Uhr | Helene-Nathan-Bibliothek
Mit Aktivist:innen des Hope in Darkness, terre des hommes und Rechtsanwalt Michael Mai, Artistic Freedom Initiative. Zum “Hope in Darkness”-Projekt, der Evakuierung afghanischer Aktivist:innen sowie der Arbeit von terre des hommes in Afghanistan.

Informations- und Diskussionsabend: 07.05.2024, 18:00 Uhr | Galerie Olga Benario, Richardstraße 104, 12043 Berlin

Die Bilder dieser Ausstellung wurden von Mädchen und jungen Frauen in Afghanistan geschaffen. Im August 2021 übernahmen die Taliban ein zweites Mal die Macht in Afghanistan. Seitdem unterdrücken sie Frauen und Mädchen: Mädchen dürfen die Schule nur bis zur sechsten Klasse besuchen. Frauen müssen Gesicht und Körper mit der Burka bedecken. Sie haben keine Bürgerrechte mehr, sind von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, dürfen nicht mehr allein reisen und keinen Sport treiben. Musik ist ebenso verboten wie bildende Kunst.
Malen und Zeichnen sind für Mädchen und Frauen eine Möglichkeit, sich auszudrücken und ihrer Verzweiflung und ihren Hoffnungen Gestalt zu geben. Schon damit begeben sie sich in Gefahr: ihre Werke dürfen keinesfalls entdeckt werden, an Ausstellungen ist gar nicht zu denken. Kunst von Frauen und Kritik an den Machthabern sind lebensgefährlich. Mit Hilfe des „Hope in Darkness“-Teams konnten ihre Bilder aus Afghanistan herausgeschmuggelt werden und werden nun in Deutschland ausgestellt.

Hope in Darkness
Afghaninnen im Exil haben in Osnabrück den Verein „Hope in Darkness“ gegründet und organisieren bundesweit Ausstellungen. Die Gründerinnen von „Hope in Darkness“ waren in Afghanistan als Frauenrechtsaktivistinnen aktiv und konnten sich nach der Machtübernahme der Taliban mit Hilfe von terre des hommes in Sicherheit bringen.

Das Projekt wird durch den Megafonds der Kinderrechtsorganisation terre des hommes Deutschland e.V. gefördert.

Ringermannschaft, Sport-Klub "Berolina" Neukölln, 1924

Werner Seelenbinder - Ringer, Kommunist, Staatsfeind

Ausstellungszeitraum: 04.06.-30.06.2024 | Helene-Nathan-Bibliothek
Ausstellungseröffnung: 06.06.2024, 18:00 Uhr, mit Prof. Oliver Rump (HTW Berlin)

Werner Seelenbinder (*1904, †1944) war ein geachteter deutscher Ringer, der 2008 in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen wurde. Sein berühmter Hüftschwung wurde international zur Legende.

1936 belegt er bei den Olympischen Spielen in Berlin der 4. Platz. Insgesamt wird er sechsmal deutscher Meister und gewinnt 1937 und 1938 jeweils die Bronzemedaille bei den europameisterschaften im Ringen.

Er gehört zu den wenigen Deutschen, die nachweisbar im aktiven Widerstand gegen Adolf Hitler standen. So verweigert er z.B. bei einer öffentlichen Siegerehrung den Hitlergruß.
Er nutzt seine Teilnahme an internationalen Sportereignissen zum Aufbau von Auslandskontakten für den kommunistischen Widerstand und für Kuriertätigkeiten mit verbotenen Schriften.

Ab 1938 arbeitet er für die kommunistische Widerstandsgruppe Uhrig, vervielfältigt und verteilt Flugblätter, später auch bis an die Front, sichert illegale Treffen ab, beschafft sichere Quartiere und Lebensmittel für illegal arbeitende Genoss*innen.

1942 deckt die Gestapo die Uhrig-Gruppe auf, auch Seelenbinder wird festgenommen. 1944 wird er wegen ,,organisierter Vorbereitung zum Hochverrat und landesverräterischer Feindbegünstigung’‘ vom Volksgerichthof Potsdam zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg-Görden enthauptet.

Die Helene-Nathan-Bibliothek zeigt in Kooperation mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes vom 4. bis 30. Juni 2024 eine Ausstellung der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die das Leben einer historisch interessanten, politischen und damit umstrittenen Person wissenschaftlich dokumentiert.

Im Rahmen der Ausstellung findet eine Reihe von Veranstaltungen statt:

06.06., 18:00 Uhr: Offizielle Eröffnung mit Prof. Oliver Rump (HTW Berlin)
13.06., 18:00 Uhr: Martin Krauss liest aus seinem Buch „Dabeisein wäre alles“
19.06., 18:00 Uhr: Lesung aus dem Buch „33 Monate“ von Friedel Schirm
27.06., 18:00 Uhr: Vortrag „Ein Grab macht Politik“ von Matthias Heisig