Potenzialanalyse zu sozialen Unternehmen

Das sind die Potenziale Sozialer Unternehmen in Berlin

12.03.2026

Gemeinwohlorientiert und wirtschaftlich erfolgreich? Das ist kein Widerspruch, es ist eine Erfolgsstory. Das beweist die nun vorgestellte Potenzialanalyse im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Mit Unterstützung durch Projekt Zukunft wurde der Sektor erstmals genau analysiert.

Die Studie liefert umfassende und belastbare Erkenntnisse zu Anzahl, Struktur, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung, Bedarfslage und zum Entwicklungspotenzial Sozialer Unternehmen in der Hauptstadt. Bei der Studie wurde gezielt auch auf Soziales Unternehmertum im Cluster IKT, Medien, Kreativwirtschaft geblickt.

Die drei wichtigsten Fragen dabei waren:

  • Welche Rolle spielen sie in der Berliner Wirtschaft?
  • Welche Herausforderungen und Bedarfe treiben sie um?
  • Wie lassen sie sich noch besser unterstützen?

Sicher in Krisenzeiten

Die zentralen Ergebnisse der Potenzialanalyse sind beeindruckend. In Berlin gibt es circa 3.000 idealtypische Soziale Unternehmen. Das sind rund 2 Prozent aller Berliner Unternehmen. Sie machen einen geschätzten Gesamtumsatz von 5,2 bis 6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Studie zeigt außerdem, dass Soziale Unternehmen wirtschaftlich resilient sind. Die Gründe für diese Krisensicherheit sind u. a.:

  • diversifizierte Geschäftsmodelle
  • starke Impact-Orientierung
  • Netzwerke mit Investor:innen und Partner:innen
  • mediale Sichtbarkeit
  • partizipative Arbeitskultur

Besonders erwähnenswert ist zudem der hohe Anteil weiblicher Gründerinnen und Gründer:innen mit Migrationsgeschichte.

Doch nicht nur wirtschaftlich sind diese Betriebe wichtig für Berlin: Sie entwickeln Lösungen für reale Herausforderungen in unseren Kiezen und darüber hinaus. Ihr gesellschaftliches und ökologisches Potenzial liegt in Bereichen wie Inklusion, Bildung, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung.

Unfaires Rennen um Kapital und Aufträge

Doch es gibt auch Schattenseiten: Soziale Unternehmen sehen Herausforderungen insbesondere in der allgemeinen Marktlogik. Das liegt daran, dass die sozialen und/oder ökologischen Kosten, die bei einem Deal oder Auftrag entstehen, oft nicht eingerechnet werden. Heißt: Weniger soziale oder umweltbewusste Unternehmen schaffen niedrigere Preise, weil die Folgekosten in den Kalkulationen nicht berücksichtigt werden.

Auch beim Zugang zu Kapital stoßen sie oft auf Hürden. Ihr Fokus auf nachhaltiges Wachstum und maximale Wirkung statt auf schnelle Rendite oder reine Profitmaximierung macht sie für viele Investor:innen weniger attraktiv.

Gezielter unterstützen

Die Potenziale sind groß. Mit einer noch zielgerichteteren Unterstützung lassen sie sich heben. Die Studie liefert dafür konkrete Ansatzpunkte und eine belastbare Grundlage für die Weiterentwicklung von Förderinstrumenten und Unterstützungsstrukturen. Denn: Wer gesellschaftliche und ökologische Innovation will, muss Soziale Unternehmen systematisch stärken. Ohne Inklusion, Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit und Ressourcenschonung wird es in Zukunft nicht gehen.

Erarbeitet wurde die Studie von Marion Rädler (Syspons GmbH), Dr. Philipp Kenel sowie Prof. Dr. Yasmin Olteanu (Berliner Hochschule für Technik).

Hier geht’s zur Studie: https://www.berlin.de/sen/wirtschaft/vielfalt-in-der-wirtschaft/soziale-oekonomie/