Vom Fuhrbetrieb zur Villa
Das Gebäude in der Prinzregentenstraße 72 wurde 1895 für den Fuhrunternehmer Carl Kurz als Wohnhaus errichtet. Bereits im Jahr zuvor waren auf dem hinteren Teil des Grundstücks Pferdeställe für seinen Fuhrbetrieb entstanden.
Die Umgebung war zu dieser Zeit noch deutlich weniger dicht bebaut als heute. Die Prinzregentenstraße war erst wenige Jahre zuvor so benannt worden und führte durch ein Gebiet, das sich gerade von einer eher ländlich geprägten Gegend zu einem städtischen Wohnquartier entwickelte.
Wechselnde Nutzungen
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wechselte die Nutzung des Grundstücks mehrfach. Aus dem Fuhrbetrieb wurde ein Betrieb mit Kraftfahrzeugen; spätestens in den 1930er Jahren befand sich dort eine Autopension. Später wurden Teile des Grundstücks auch von verschiedenen Gewerbebetrieben genutzt.
Der Weg zur Musikschule
Der entscheidende Wendepunkt kam 1994: Ein im Gebäude untergebrachtes Obdachlosenwohnheim musste aus Brandschutzgründen ausziehen. Damit eröffnete sich die Möglichkeit, das Haus als eigenen Standort für die Musikschule Wilmersdorf zu nutzen. 1996 zog die Musikschule nach Umbauarbeiten ein.
Ein neuer Anfang mit viel Engagement
Der Aufbau des neuen Standorts war zunächst stark vom Engagement der Musikschulangehörigen geprägt. Da kaum Mittel für die Ausstattung vorhanden waren, gründeten Lehrkräfte eine „Hausnutzungs-AG“. Mit Unterstützung des Fördervereins, durch Spenden und durch viel ehrenamtliche Arbeit wurde das Gebäude für den Musikschulbetrieb eingerichtet.
Ein Standort, der bleiben sollte
Auch der Fortbestand des Standorts war anfangs nicht selbstverständlich: Ein Antrag auf Auflösung des Mietvertrags konnte durch den Einsatz von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie durch erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit verhindert werden. Seitdem entwickelte sich die Prinzregentenstraße 72 zu einem festen Zentrum der Musikschularbeit in Wilmersdorf.
Heute: Musik und Begegnung
Heute verfügt der Standort über elf Unterrichtsräume. Besonders die Musikalische Früherziehung ist hier stark vertreten. Hinzu kommen regelmäßige Konzerte von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften, die sich zu einem festen kulturellen Angebot im Stadtteil entwickelt haben.