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Mehrbedarf

Zu viele Fragen
Bild: Professor25 - depositphotos.com

Es gibt Leistungen, die manche Menschen benötigen, die über den Regelbedarf nicht abgedeckt sind. Diese sogenannten Mehrbedarfe (in der Regel feste pauschale Beträge) erhalten Sie zusätzlich zum Regelbedarf, wenn Sie zu folgenden Personengruppen gehören:

  • werdende Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche,
  • Alleinerziehende/r von Minderjährigen,
  • Menschen mit Behinderungen, die bestimmte Leistungen nach dem SGB IX bzw. dem SGB XII erhalten oder
  • Leistungsberechtigte, die aus medizinischen Gründen kostenaufwändigere Ernährung benötigen (wenn diese nachweislich erforderlich ist).

Nicht erwerbsfähige Personen mit Behinderungen, die einen Ausweis mit Merkzeichen „G“ besitzen, können einen Mehrbedarf erhalten, wenn ihnen bisher kein anderer Mehrbedarf wegen der Behinderung zusteht; dies gilt nicht für Kinder bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres.

Die Summe der oben genannten Mehrbedarfe darf nicht höher sein als der jeweils maßgebende Regelbedarf. Unter bestimmten Voraussetzungen können weitere Bedarfe, die aufgrund besonderer Lebensumstände über einen länger andauernden Zeitraum entstehen und nicht vermeidbar sind, berücksichtigt werden.

Das Jobcenter bezahlt Leistungsberechtigen einen Mehrbedarf, wenn Warmwasser nicht über die Heizung, sondern durch ein in der Unterkunft installiertes Gerät (Durchlauferhitzer oder Gastherme) erzeugt wird (dezentrale Warmwasseraufbereitung). Bitte geben Sie daher unbedingt in Ihrem Antrag die Art der Warmwasserbereitung an und legen Sie entsprechende Nachweise vor.“

Beschaffung eines digitalen Endgeräts

cloud computing
Bild: © Thomas Jansa - Fotolia.com

Aufgrund einer Gesetzesänderung kann ein Mehrbedarf für digitale Endgeräte für die Teilnahme am pandemiebedingten Distanz-Schulunterricht als Beihilfe erbracht werden. Grundsätzlich berechtigt sind alle Schülerinnen und Schüler bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen. Berechtigt sind auch solche, die eine Ausbildungsvergütung erhalten.

Weitere Voraussetzungen sind:

  • Teilnahme am pandemiebedingten Distanz-Schulunterricht
  • Die jeweilige Schule stellt digitale Endgeräte nicht zur Verfügung.
  • Die Ausstattung mit digitalen Endgeräten ist erforderlich.
  • Der Bedarf kann nicht anderweitig gedeckt werden (durch Zuwendungen Dritter oder Ausleihe durch Schule, Schulträger, sonstige Dritte oder geeignete Geräte im Haushalt).
  • Eine Bestätigung der Schule liegt vor.

Die Anerkennung dieses Mehrbedarfs kommt rückwirkend zum 1. Januar 2021 in Betracht.

Werdende Mütter

Schwangere Frau mit Postit-Zetteln auf dem Bauch
Bild: razyphoto/depositphotos.com

Der Mehrbedarf bei Schwangerschaft steht ab der 13. Schwangerschaftswoche zu. Der Beginn wird nach dem voraussichtlichen Entbindungstermin (Nachweis durch den Mutterpass oder Bescheinigung des Arztes) berechnet.
Die Höhe dieses Mehrbedarfs beträgt 17% des individuell zustehenden Regelbedarfes.

Alleinerziehende

ein Mann und ein kleiner Junge liegen auf dem Boden und spielen mit Bauklötzern
Bild: Depositphotos / Lopolo

Hierbei handelt es sich um allein stehende Personen, die mit einem oder mehreren Kindern im gemeinsamen Haushalt leben. Sie erhalten den Mehrbedarf deswegen, weil keine weitere Person sich in wirtschaftlicher Hinsicht an der Pflege und Erziehung des Kindes beteiligt.
Der Mehrbedarf kann ab dem Tag der Entbindung beansprucht werden.
Die Höhe dieses Anspruchs orientiert sich an der Anzahl der Kinder und deren Alter: 36 Prozent bei 1 Kind unter 7 Jahren oder 2 bis 3 Kindern unter 16 Jahren, oder je 12 Prozent für jedes Kind, zusammen jedoch höchstens 60 Prozent der Regelbedarfes.

Behinderte Hilfebedürftige

Der Mehrbedarf wird dann gewährt, wenn eine Behinderung vorliegt, die den Hilfebedürftigen bei der Teilhabe am Arbeitsleben beeinträchtigt und er bestimmte Leistungen nach dem SGB IX beziehungsweise dem SGB XII erhält.
Die Höhe dieses Mehrbedarfs beträgt 35 % des individuell zustehenden Regelbedarfes.

Kostenaufwändige Ernährung

Diesen Mehrbedarf erhalten Personen, welche aus medizinischen Gründen eine kostenaufwändige Ernährung benötigen.
Die Notwendigkeit einer kostenaufwändigen Ernährung sowie die Höhe des Mehrbedarfs ergibt sich aus den Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge.
Der Mehrbedarf wird nur gewährt, wenn seine Notwendigkeit aus medizinischen Gründen nachweislich belegt ist (z.B. ärztliche Bescheinigung