Innovationen aus dem AMBER-Netzwerk
Wie breit das Angebot der Hauptstadtregion inzwischen ist, zeigte die abschließende Pitch-Session mit sechs Akteuren aus dem AMBER-Netzwerk:
Orion Additive Manufacturing entwickelt und baut seit 2018 in Berlin industrielle Hochtemperatur-3D-Drucker für Hochleistungspolymere wie PEEK. Das patentierte Verfahren setzt dort an, wo der Hochtemperaturdruck traditionell schwächelt: Erwärmt wird das Bauteil selbst, nicht nur die Luft im Bauraum, für dichte, belastbare Teile auch in der Z-Achse. Kundinnen und Kunden aus Luftfahrt und Medizintechnik fertigen damit Prototypen, Ersatzteile und End-Use-Teile.
XPERT4AM, vorgestellt vom Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science, ist eine berufsbegleitende Weiterbildung zur additiven Fertigung, die im Rahmen des Masterplans Industriestadt Berlin gefördert wurde. Eigene Lernpfade führen Konstrukteurinnen, Qualitätsmanager und Entscheider durch Online-Selbstlernmodule und anschließend in die Praxis, direkt an die Maschinen. Den Abschluss bestätigt ein Zertifikat. Das Angebot unterstützt insbesondere Unternehmen dabei, die erforderlichen Kompetenzen für den industriellen Einsatz Additiver Fertigung aufzubauen.
Fastpart Kunststofftechnik gibt es in Berlin seit 1997, inzwischen in zweiter Generation. Das Unternehmen kombiniert additive Verfahren wie Stereolithografie und FDM mit klassischem Fräsen und Vakuumgießen und begleitet Kunden von der Idee über die Konstruktionsberatung bis zu Prototypen, Klein- und Vorserien.
druckerfachmann.de unterstützt produzierende Unternehmen dabei, eine eigene 3D-Fertigung im Haus aufzubauen, etwa wenn sensible Entwicklungsdaten das Unternehmen nicht verlassen sollen oder lange Lieferzeiten die Montage ausbremsen. Zum Angebot gehört auch die Investitionsberatung: Welches Verfahren, welches Material, und ab welcher Auslastung lohnt sich die eigene Anlage? In Adlershof finden dazu alle zwei Wochen offene Workshops an den Geräten statt.
TRACK3D, eine Ausgründung der TU Berlin, hat sich der qualitätsgesicherten Serienfertigung mit Hochleistungspolymeren verschrieben. Die selbst entwickelte Anlage TrueFormer scannt jede gedruckte Schicht hochauflösend per Lasermessverfahren, gleicht Soll und Ist ab und erzeugt einen digitalen Zwilling für die Qualitätssicherung, interessant vor allem für sicherheitskritische Anwendungen aus Luft- und Raumfahrt und Medizintechnik.
Xerion Berlin Laboratories kommt vom Ofenbau und zeigt, dass additive Fertigung mehr braucht als Drucker: Hochtemperatur- und Vakuumöfen zum Entbindern, Sintern und Spannungsarmglühen. Gemeinsam mit TU Berlin und BAM entstand eine ultrakompakte Produktionszelle, die filamentbasierten 3D-Druck metallischer und keramischer Bauteile mit Entbindern und Sintern in einer Anlage vereint – das gedruckte Grünteil fährt direkt in den Ofen.