Gesichter des MPI: Nadine Strehlke

Eine Montage wie ein Mann vor einer virtuellen Wand steht

*„Bildung ist die Grundlage“ – Nadine Strehlke, Teamleiterin Bildung beim Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science e. V., verantwortet das Weiterbildungsprojekt „Expert:in für Additive Fertigung“, das Forschungswissen für die berufliche Praxis zugänglich macht. *

Additive Fertigung macht kostengünstige Kleinserien genauso möglich wie individuell angepasste Bauteile und innovative Materiallösungen. Wie bei jeder Technologie braucht es Wissen und Kompetenzen, damit der Mensch sie optimal nutzen kann. Das Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science e. V. entwickelt gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin das berufsbegleitende Weiterbildungsprogramm „Expert:in für Additive Fertigung – Xpert4AM, das im Rahmen des Masterplans Industriestadt Berlin (MPI) gefördert wird. Nadine Strehlke, Teamleiterin Bildung im Verein, hat die Projektverantwortung inne.

„Mich begeistert es, Menschen beim Wachsen zu begleiten“, erklärt sie ihre Motivation. Über ein duales Studium in Business Administration bei Siemens und ihre Bachelorarbeit zur Geschäftsmodellentwicklung für Bildungsbereiche in gemeinnützigen Organisationen kam sie ins Bildungsmanagement und stieg ins damals noch junge Werner-von-Siemens-Centre ein. Seit fünf Jahren ist sie inzwischen schon Teil des Vereins, hat dessen Bildungsbereich von Anfang an mit aufgebaut und leitet seit zwei Jahren das Team.

Eine lächende Frau in einer Lagerhalle
In unseren Forschungsprojekten entsteht viel Wissen. Wir wollen es so aufbereiten, dass wir es der Gesellschaft zurückgeben können.
Nadine Strehlke, Teamleiterin Bildung beim Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science e. V.

Nachhaltigkeit weltweit verankern

Von der Idee zum Projekt

Das Team entwickelt Bildungsangebote, die aktuelles Forschungswissen praxisnah vermitteln. Der Masterplan Industriestadt Berlin bot dazu die passende Chance, die Erfahrungen des Teams – beispielsweise zu Additiver Fertigung, welche Fokus verschiedener Vorhaben war – in einem Projekt zu bündeln. „In unseren Forschungsprojekten entsteht viel Wissen“, so Strehlke. „Wir wollen es so aufbereiten, dass wir es der Gesellschaft zurückgeben können.“ Diese Ansprüche prägen das Projekt Xpert4AM zu Additiver Fertigung. Das Team wollte erkunden, wie ein Mix aus modernem und traditionellem Lernen funktioniert – und das in einem Projekt erproben, das Entertainment und Lernen verbindet. Das Konzept kombiniert deshalb virtuelle und augmentierte Lernelemente mit klassischen Praxisworkshops. Denn Strehlke ist überzeugt: „Über ansprechende Gestaltung, integrierte 3D-Modelle und erfahrungsbasiertes Lernen bleibt Wissen einfach besser hängen.“

Die Videomodule wurden professionell umgesetzt: Expertinnen und Experten präsentieren vor einem Greenscreen, unterstützt durch Teleprompter und virtuelle Umgebungen. Es können auch 3D-Modelle und Echtzeit-Maschinendaten eingeblendet werden. Die größte Herausforderung bestand darin, Fachleute zu finden, die Zeit und Interesse hatten, dieses neue Format auszuprobieren – aber das ist gelungen. Nun sind die Praxiswerkstätten in Planung. Dazu kommen die Marketingkampagne, Qualitätssicherung und ein internes Audit-Gremium mit Fachleuten aus der Branche der Additiven Fertigung. Der Pilotstart ist für Januar 2026 geplant.

Screenshots von Website auf Desktop und Laptop

Lernen für alle

Die hybride Weiterbildung mit gleichwertigem Online- und Praxis-Anteil ist die erste ihrer Art, die das Werner-von-Siemens Centre umsetzt. Bisher fanden die Weiterbildungsformate fast ausschließlich synchron statt – entweder virtuell oder vor Ort. Der Theorieteil von Xpert4AM ist asynchron gestaltet und damit jederzeit abrufbar. Laut Strehlke ist es ein wichtiges regionales Projekt: „In Süd- und Westdeutschland gibt es eine dichte Weiterbildungslandschaft für Additive Fertigung, in Nord- und Ostdeutschland kaum. Das wollten wir ändern.“

Ihr Vorhaben passt optimal zu den Zielen des Masterplans Industriestadt, Berlin als Industriestandort zu stärken und Potenziale regionaler Betriebe zu heben: „Es gibt unendlich viele Anwendungsmöglichkeiten, vom Handwerksbetrieb bis zur Luft- und Raumfahrt.“ Der MPI hat das Projekt erst möglich gemacht: „Ohne ihn läge es noch als Idee in der Schublade. Wir hätten das Programm ohne die Förderung nicht umsetzen können – vor allem nicht in so guter Qualität.“ Das Netzwerk des MPI hilft dabei zusätzlich.

Ein filigranes dekoratives 3D Bauteil im Sonnenlicht
Ein Mann und eine Frau stehen an einem orangenen Roboterarm

Kreativität und Mut fördern

Neben Xpert4AM betreut Strehlke weitere Themen wie beispielsweise ein Forschungsprojekt das untersucht, wie Mitarbeitende in ihrer Wandlungsfähigkeit gestärkt werden können. Besonders am Herzen liegt ihr ein weiteres Projekt: „MINT-Heldinnen“ Dabei handelt es sich um einen außerschulischen Lernort, an dem Kinder und Jugendliche – besonders Mädchen – in ihrer Freizeit durch spielerische Angebote an MINT-Fächer herangeführt werden. Sie basteln und tüfteln, bauen Roboter oder arbeiten mit 3D-Druck.

„Manchmal fragt man sich, warum wir als Erwachsene Dinge wie Kreativität und Mut verlernen“, stellt Strehlke mit Blick auf die Arbeit im Projekt fest. Kinder hätten „den Mut, Neues auszuprobieren, ohne sofort Grenzen zu sehen“. Und: „Oft unterschätzt man, wie sehr sie sich schon Gedanken über die große Welt machen und wie sehr sie sich wünschen, sich einzubringen.“ Sie will, dass Bildung mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung bekommt – nicht nur im Exzellenzbereich, sondern auch dort, wo Kinder keinen einfachen Zugang haben: Nachwuchsförderung und lebenslanges Lernen sind essenziell. Auch Unternehmen sollten hier ihrer Auffassung nach nicht sparen, denn Investitionen in Bildung seien immer eine Investition in die Zukunft.

Einige Männer in lachend in einer Runde