Anklage wegen Verdachts des versuchten Mordes

Pressemitteilung vom 30.07.2025

Nr. 192

Am späten Abend des 14. August 2024 soll ein damals 25-Jähriger sich spontan an einem 19-jährigen dafür zu rächen versucht haben, dass dieser nicht mehr für ihn Drogen verkaufen und zudem der Polizei Hinweise auf frühere Kollegen gegeben haben soll. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen ihn nun wegen versuchten Mordes aus Verdeckungsabsicht und niedrigen Beweggründen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung Anklage zum Landgericht Berlin I erhoben.

Gegen 23.50 Uhr soll der Angeschuldigte in der Emser Straße in Neukölln spontan den 19-Jährigen entdeckt haben. Dieser soll einige Tage zuvor zwei Männer, die für eine Gruppe, der auch der Angeschuldigte angehörte, Betäubungsmittel auf der Straße verkauft haben sollen, bei der Polizei angezeigt haben.

Der Angeschuldigte und seine gesondert verfolgten Begleiter sollen den Mann daher aus dessen Auto gezerrt und ihm dies zum Vorwurf gemacht haben.

Anschließend sollen die drei Männer den 19-Jährigen erst mehrfach geschlagen haben. Die Begleiter sollen ihn dann festgehalten und der Angeschuldigte ihm drei Messerstiche versetzt haben. Erst, als er glaubte, ihn getötet zu haben, soll er von ihm abgelassen haben.

Tatsächlich soll er zwar erhebliche Verletzungen, aufgrund derer er auch operiert werden musste, erlitten haben, aber keine lebensgefährlichen Verletzungen.

Der Angeschuldigte wurde am 25. Oktober 2024 wegen eines Vollstreckungshaftbefehls (neun Monate Freiheitsstrafe wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz und gefährlicher Körperverletzung) verhaftet. Für das vorliegende Verfahren wie auch ein Verfahren wegen des Verdachts des besonders schweren Raubes in zwei Fällen ist Überhaft notiert.

Erstmeldung vom 15. August 2024:
https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2024/pressemitteilung.1476585.php