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Was wurde aus: Verimi

„Die Zukunft gehört also digitalen Identitäten, dem Kernfeld von Verimi.“
– Roland Adrian, Geschäftsführer Verimi

Seit dem Gewinn des Deep Tech Awards 2022 hat Verimi eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt. Was damals als Auszeichnung für technologische Tiefe in der Kategorie IT-Security begann, erwies sich rückblickend als Startpunkt für eine Phase intensiven Wachstums und strategischer Schärfung. Drei Jahre später zeigt sich deutlich: Der Award war weniger Ziel als vielmehr Katalysator.

Gegründet 2017, positionierte sich Verimi früh als Pionier für digitale Identitäten in Deutschland. Bereits zur Auszeichnung als Deep Tech Star stand das Multi-Joint-Venture der deutschen Wirtschaft für anspruchsvolle Identitätsverfahren in einem hochregulierten Umfeld. Seitdem hat das Unternehmen diesen Anspruch konsequent weiterentwickelt – mit messbarem Erfolg.

Vom Award zum wirtschaftlichen Meilenstein

Nach 2022 setzte Verimi seinen Wachstumskurs kontinuierlich fort. 2024 erreichte das Unternehmen den Break-even, begleitet von einem starken Anstieg der Umsätze. Im selben Jahr wuchs die Nutzerzahl im Vergleich zum Vorjahr auf das Zehnfache. Bereits 2023 hatte Verimi sein Portfolio durch die Übernahme der Yes.com AG erweitert. Parallel dazu beteiligten sich neue Gesellschafter wie Atruvia, DZ Bank, Crif und der High Tech Gründerfonds am Unternehmen.

Ein besonderer Schritt war der Eintritt in den Gesundheitssektor. Im Dezember 2023 startete Verimi – nach Zulassung durch die gematik – als sektoraler Identitätsprovider im eHealth-Markt. Damit wurde die Grundlage für die Gesundheits-ID der Barmer Krankenkasse gelegt. Anfang 2025 folgte der Launch für die AOK-Krankenkassen. Inzwischen haben nahezu 50 Prozent aller gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland Zugang zu einer digitalen Identitätslösung von Verimi.

Maßgeschneiderte Lösungen statt Standardprodukte

Auch strategisch hat Verimi seinen Fokus klar geschärft. „Auf Basis unserer bewährten ID-Wallet Infrastruktur haben wir unser Leistungsspektrum konsequent um White-Label-Solutions im Partnerauftrag ergänzt“, erklärt Geschäftsführer Roland Adrian. Im Zentrum stehen dabei stets die Anforderungen der Partner sowie regulatorische Vorgaben und hohe Sicherheitsstandards.

Diese Ausrichtung spiegelt sich in den Produkten wider: Neben dem sektoralen Identitätsprovider für Krankenkassen entwickelte Verimi den sogenannten Ident-Check, der den Kauf von Deutschland-Tickets per Lastschrift bei ÖPNV-Partnern absichert. 2024 folgte der Start der digitalen Fahrzeugzulassung. Im Sommer 2025 erhielt das Unternehmen zudem die eIDAS-Zertifizierung für Ident-Verfahren juristischer Personen – für mehr als 20 Rechtsformen.

Ein weiterer Meilenstein folgte Ende 2025: Der Launch der EUDI-Wallet-Pilot-Plattform, in der Unternehmen die Akzeptanz und Herausgabe von digitalen Nachweisen aus EUDI-Wallets bereits vor dem Marktstart testen können. Verimi ist seit dem Start der SPRIN-D Sandbox auch in Deutschland an die offizielle Referenzinfrastruktur angebunden. Damit unterstreicht Verimi seinen Anspruch, national und auch europaweit zu agieren.

Europäische Standards als Zukunftsmodell

Während die Verimi ID-Wallet bereits in zahlreichen Branchen im Einsatz ist, haben sich die White-Label-Produkte vor allem in den Bereichen Banken, Gesundheit und Mobilität etabliert. „Mit unseren EUDI-Services bauen wir auch unsere sektorenübergreifenden Services weiter aus“, so Adrian. Ziel sei es, die digitale Identitätslandschaft aktiv mitzugestalten – nicht nur für heutige, sondern auch für kommende Anforderungen.

Der Markt selbst befindet sich im Wandel. „Regulatorisch bewegt sich der Markt klar in Richtung europäischer Standards: EUDI-Wallets sind der Gamechanger zugunsten digitaler Identitäten.“ Zusätzlich werde die Anti-Geldwäsche-Verordnung automatisierte Ident-Verfahren weiter vorantreiben. Klassische Video-Ident-Verfahren verlieren damit an Bedeutung, während rein optische Verfahren durch KI und Deepfakes zunehmend unter Druck geraten. „Die Zukunft gehört also digitalen Identitäten, dem Kernfeld von Verimi.“

Erfahrung als Wettbewerbsvorteil

Acht Jahre Aufbauarbeit zahlen sich heute aus. Bislang ist die Verimi ID-Wallet das einzige Wallet mit Identitäten auf substanziell geprüftem und GwG-konformem Niveau. „Wir haben viele Erfahrungen gesammelt, unsere Infrastruktur-Module haben sich im Alltag bewährt und unser Know-how ist einzigartig“, betont Adrian.

Technologisch setzt Verimi konsequent auf Open-Source-Technologien und EUDI-Standards. Für Partner entwickelt und betreibt das Unternehmen passgenaue Lösungen rund um das Management digitaler Identitätsdaten und verifizierter Nachweise. Langfristige Serviceverträge mit Partnern wie Allianz, Deutsche Bahn, HUK-COBURG, LVM, Provinzial und Volkswagen sichern dieses Geschäftsmodell ab.

Berlin als Standort mit Potenzial

Mit Blick auf das Berliner Deep-Tech-Ökosystem zeigt sich Verimi grundsätzlich positiv. „Das Berliner Deep-Tech-Ökosystem ist dynamisch und vielfältig. Es gibt starke Unternehmen, viele Stakeholder und ein aktives Netzwerk, das durch zahlreiche Veranstaltungen gestützt wird.“ Gleichzeitig sieht das Unternehmen Nachholbedarf bei der Anbindung an öffentliche Projekte – in Berlin wie bundesweit. „Hier liegt jedoch auch eine große Chance: Wenn wir die Brücke zu öffentlichen Aufträgen schlagen, können wir Innovationen schneller skalieren und Berlin als führenden Standort für digitale Sicherheit und Identität weiter stärken.“

Vom Award zur Marktreife

Drei Jahre nach dem Deep Tech Award 2022 hat sich Verimi vom ausgezeichneten Startup zu einem etablierten Player entwickelt. Mit einer Marktabdeckung von nahezu 50 Prozent im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung und Partnerschaften quer durch die deutsche Wirtschaft ist klar: Digitale Identität ist keine Vision mehr, sondern Realität.
Der Award wirkte dabei als Türöffner – für Sichtbarkeit, Partnerschaften und Investoren. Was Verimi seit 2022 erreicht hat, zeigt eindrucksvoll, wie sich technologische Tiefe und strategisches Wachstum auch in hochregulierten Märkten erfolgreich verbinden lassen. Eine Berliner Erfolgsgeschichte, die verdeutlicht, was mit Ausdauer und Innovationskraft möglich ist.