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Kurz nachgefragt bei: SongPush

11.08.2021

Finalists DTA 21: SongPush
Stefan Zilch, Markus Cremer, Zoltan Morvai, Stefan Kling, Sebastian „Rewinside“ Meyer (v.l.n.r)

Das Musik-Tech Start-up SongPush beweist, dass Blockchain weitaus mehr ist als nur Bitcoin- und Krypto-Währungen. Das Team schafft mit seiner Deep-Tech-Lösung die Verbindung mit einer Blockchain zwischen Musikproduzent:innen und Social Media-Influencer:innen. Wie das geht, erfahrt ihr im Interview.

Hallo SongPush. Ihr habt es in diesem Jahr unter die 15 Finalists des Deep Tech Awards geschafft. Wir freuen uns, dass ihr uns jetzt noch einmal einen kurzen Einblick in eure Arbeit und in die Blockchain-Szene gebt.

Beginnen wir doch einmal mit einer Frage zu eurem Schwerpunkt: Blockchain. Was findet ihr besonders spannend auf diesem Gebiet?

Viele Prozesse in der Musikindustrie, besonders bei Verteilung und Abrechnung von Royalties sind ineffizient, langsam und völlig intransparent. Ein Distributed Ledger oder eine Blockchain bieten eine sehr spannende Lösung, um eben diese Prozesse zu ersetzen, zu verbessern und/oder langfristig zu automatisieren.

Also war eure Blockchain-Faszination nahezu schon vorhanden. Wie kam es dann aber zur Verknüpfung mit Musik und Social Media? Was hat euch zu eurer Lösung inspiriert?

Musik ist das Herzblut von Social Media, aber leider finden Kooperationen zwischen Musiker:innen und Influencer:innen viel zu selten statt. Durch unsere vorherigen Tätigkeiten in der Musikindustrie haben wir immer wieder Probleme und Ineffizienzen aktiv miterlebt, die vielen Künstler:innen den nächsten Karriereschritt verwehrt haben. Unsere Plattform ist die Antwort auf viele langsame und umständliche Prozesse bei der Kooperation zwischen Musiker:innen/Label und Influencer:innen.

Welche Rolle spielt die Musik für eure Arbeit? Nur Hobby oder auch Inspirationsquelle?

Jeder in unserem Gründerteam ist ein riesiger Musik-Fan. Bei 60.000 neuen Songs täglich nur auf Spotify wissen wir, wie schwer es für Musiker:innen ist, in der heutigen Musikwelt herauszustechen. Unsere Vision ist es, mit unserer Plattform talentierten Künstler:innen den Zugang zu neuen Fans und Zielgruppen zu ermöglichen und langfristig für mehr Musik im Content von Influencer:innen zu sorgen!

Könnt ihr bitte einmal zusammenfassen wie lange es von der Idee bis zur Umsetzung eurer Lösung gedauert hat?

So etwa vier bis fünf Monate. Die Idee kam Stefan tatsächlich Ende November 2020 auf einem Spaziergang nach umständlichen Verhandlungen und ewigem Hin-und Her mit einer Influencer:innen-Agentur (lacht). Wir haben uns dann etwa ein bis zwei Monate intensiver mit der Konzeptionierung und Realisierbarkeit befasst, bevor wir auf unseren jetzigen CTO zugegangen sind. Seit Ende Mai ist das Beta-Testing unseres ersten Produkts abgeschlossen!

Warum habt ihr euch für einen Sitz in Berlin entschieden? Was hat die Hauptstadt, was andere Städte nicht bieten?

Unserer Meinung nach gibt es aktuell wenige Städte, die für die Gründung eines Musik-Tech Startups geeigneter wären. Als Hauptstadt mit generell toller Gründer:innenszene und einer starken Vertretung der Musikindustrie bietet Berlin einfach ein Top-Klima für uns! Wir sehen für unser Unternehmen hier den Standort der Zukunft, besonders im Hinblick auf den Brexit und eine daraus resultierende, stärkere Verlagerung der Künstler:innenszene nach Berlin!