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Der Deep Tech Award 2021 in der Kategorie Künstliche Intelligenz ging an Nostos Genomics

07.07.2021

Gewinner*innen des Deep Tech Awards 2021
Bild: Nostos Genomics

Das Berliner Unternehmen Nostos Genomics konnte sich mit seiner Plattform gegen zwei mitnominierte Deep-Tech-Produkte behaupten und holte einen Deep Tech Award in der Kategorie KI. Wir haben die Deep Tech Stars 2021 interviewt.

Ihr seid mit Nostos Genomics unter den Deep Tech Stars 2021. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle. Wir freuen uns, dass ihr euch Zeit für ein gemeinsames Interview genommen habt.

Kommen wir doch zuerst zu eurem Gewinner-Produkt. Mit eurer Plattform schafft ihr es die DNA einer Person innerhalb weniger Minuten zu analysieren. Wie genau kann man sich die KI vorstellen?

Unsere KI nutzt die Informationen von mehr als 30 verschiedenen öffentlichen, akademischen und privaten Datenbanken, um alle potentiell krankheitserregenden Mutationen zu identifizieren. Im zweiten Schritt erfolgt dann eine Priorisierung dieser Mutationen unter Berücksichtigung der Krankheitssymptome und weiterer Charakteristika.

Das Thema KI findet sich ja in vielen Bereichen wieder. Aber wie genau seid ihr dazu gekommen im Bereich der Diagnostik Fuß zu fassen?

Rocío und David, die beiden Gründer:innen, haben unterschiedliche Hintergründe, aber teilen die gleiche Motivation Menschen mit genetischen Erkrankungen zu helfen. Rocío hat einen medizinischen Hintergrund und bereits zuvor im Bereich Genetik gearbeitet. David hingegen hat einen persönlichen Bezug zu dem Thema genetische Erkrankungen und einen Hintergrund in der Kommerzialisierung von Machine-Learning/AI im Gesundheitswesen.

Was würdet ihr sagen: Was findet ihr besonders spannend auf dem Gebiet KI – auch in Bezug auf eure Lösung?

Was uns vor allem fasziniert, sind die Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz von innovativen Machine-Learning-Ansätzen im Gesundheitswesen ergeben. Vor allem im Bereich der Genetik hat sich die Lage durch die Einführung von neuen Sequenziermethoden in den letzten fünf Jahre komplett geändert. Es werden mittlerweile riesige Datenmengen bei jeder Gensequenzierung erzeugt, die aus unserer Sicht sehr viel Potential bergen, die Gesundheitsversorgung viel stärker auf Prävention auszurichten. Dazu benötigt es allerdings Analyse- und Interpretationstools, die diese Daten auch sinnvoll verwerten können. Mit unserer Lösung können wir schon heute Menschen helfen, die sonst wenig Chance auf eine Diagnose hätten.

Beschreibt uns doch noch einmal den Alltag mit und in eurem Team. Was zeichnet eure gemeinsame Arbeit aus?

Das Team vereint der Wille, gemeinsam an etwas zu arbeiten, was durch innovative Technologie Menschen mit genetischen Erkrankungen hilft. Unsere Arbeit ist sehr kollaborativ, aber auch getrieben durch neue Ideen, um ständig herauszufinden, was wir noch besser machen können.
Ihr habt euren Sitz in Berlin. Inwieweit ist die Hauptstadt euer Inspirationsort? Gibt es etwas hier, was andere Städte nicht haben?
Berlin ist uns ein ganz spezieller Ort, da hier alles begann. Die Stadt ist Heimat für viele internationale Start-ups, aber auch hochqualifizierte Expert:innen in den für uns relevanten Bereichen. Daher ist Berlin für uns ein idealer Standort.

Die andauernde COVID19-Pandemie hat uns ja alle getroffen? Was waren die Herausforderungen speziell für euer Business?

Wir haben vor allem gelernt, wie wir als Team besser zusammenarbeiten, ohne immer im selben Raum zu sitzen. Das ist sehr wichtig, weil wir an eine hybride Arbeitsweise in der Zukunft glauben. Zudem erlaubt es uns internationale Expert:innen besser in unser Team zu integrieren. Am Anfang bringen solche Umstellungen immer Herausforderungen mit sich, aber insgesamt sehen wir die Pandemie-Zeit als Katalysator für viele gute Entwicklungen.

Kommen wir doch noch einmal zurück zum Bewerbungsprozess für den Deep Tech Award. Wie seid ihr eigentlich zum DTA gekommen? Was hat euch motiviert euch für 2021 zu bewerben?

Der Deep Tech Award ist aus unserer Sicht eine feste Institution für Berliner Deep-Tech-Unternehmen. Wir sind das erste Mal durch die Gewinner:innen der vergangenen Jahre darauf aufmerksam geworden und hatten das Gefühl, dass unsere Lösung gut in den Rahmen passt. Es freut uns sehr, dass die Jury das genauso gesehen hat.

Lasst uns doch abschließend einen Blick auf die nahe Zukunft werfen: Was steht jetzt nach dem Gewinn beim Deep Tech Award für euch an? Was sind eure Ziele für die zweite Hälfte von 2021?

Wir haben ambitionierte Wachstumsziele für 2021 und arbeiten daher an vielen verschiedenen Themen. Dazu zählt vor allem die Erweiterung des Teams, um sowohl die technische als auch kommerzielle Entwicklung zu beschleunigen. Darüber hinaus sprechen wir aktiv mit potentiellen Investor:innen, um weitere Aktivitäten wie z. B. den Marktzugang in den USA zu finanzieren.

Dankeschön.