Mauerweg: Von Hermsdorf zur Wollankstraße

Auf 15 Kilometern führt der Berliner Mauerweg zwischen Hermsdorf und Wollankstraße. Die landschaftlich abwechslungsreiche Strecke eignet sich für eine Radtour auf dem Mauerweg oder einen langen Spaziergang.

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Informationen zur Strecke

Etappenlänge: 15 Kilometer

Die Anfahrt zum Startpunkt der 15 Kilometer langen Etappe erfolgt vom S-Bhf. Hermsdorf / Bahnhofplatz über den Waldseeweg und die Solquell- zur Veltheimstraße. Hier treffen Sie auf den Mauerweg, der Sie in östlicher Richtung zur Alten Schildower Straße bringt. Diese führt über die Kurze- zur Wiesenstraße, die parallel zum ehemaligen Grenzstreifen am Tegeler Fließ verläuft. Vor dem Köppchensee biegt der Mauerweg scharf nach Südsüdost Richtung Blankenfelder Chaussee und Bahnhofstraße ab. Vorbei am Freizeitpark Lübars – wo Sie Station machen sollten, wenn Sie mit Kindern unterwegs sind – gelangen Sie immer am ehemaligen Grenzstreifen entlang zum Wilhelmsruher Damm. Hier können Sie die Tour beenden und nach Westen zum U- und S-Bhf. Wittenau abbiegen. Der Mauerweg führt südlich weiter an den Nordgraben und von dort der Bahntrasse folgend zum S-Bhf. Wollankstraße.

Streckenabschnitte

Freizeitpark Lübars

Blick auf den Freizeitpark Lübars mit dem in Hintergrund liegenden Märkischen Viertel.

Abschnitt 1: Von Hermsdorf nach Lübars

Die Etappe von Hermsdorf zur Wollankstraße wird auch Kindern gefallen. Nördlich vom Tegeler Fließ führt der Mauerweg nach Lübars, das sich seinen dörflichen Charme bewahrt hat. Ein Lübarser Bauer war es denn auch, der am 16. Juni 1990 an der Blankenfelder Chaussee mit seinem Trecker die Mauer durchbrochen und damit die Blankenfelder Chaussee wieder geöffnet hat. Bis zu diesem Tag war die Verbindungsstraße zwischen Blankenfelde und Lübars noch immer nicht frei, obwohl die Mauer bereits Anfang November 1989 gefallen war. Die Stelle des entschlossenen Durchbruchs ist heute mit einer Tafel aus zwei Blöcken der Grenzmauer markiert; nach dem Namen des Bauern wird sie auch Checkpoint Qualitz genannt.

Abschnitt 2: Von Lübars zum um Krankensammellager Blankenfelde

Östlich des Mauerwegs in der Nähe der Bahnhofstraße informiert eine Infotafel zum Krankensammellager Blankenfelde. Auf dem Gelände befand sich von 1941 bis 1945 ein „Krankensammellager für arbeitsunfähige Ostarbeiter“, Männer und Frauen aus der Sowjetunion, die zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt worden waren. Für den „Arbeitseinsatz“ nicht mehr verwendbar, waren die Menschen in diesem Lager katastrophalen hygienischen Bedingungen, mangelhafter Versorgung und fehlender ärztlicher Betreuung ausgesetzt. Bis heute sind mindestens 700 Todesfälle nachweislich bekannt.

Sowjetisches Ehrenmahl Schönholzer Heide

Das sowjetische Ehrenmahl in der Schönholzer Heide.

Abschnitt 3: Vom Krankensammellager Blankenfelde zur Wollankstraße

An die Einnahme Berlins durch die Sowjetarmee am Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert auf der Höhe des S-Bahnhofs Wilhelmsruh das Sowjetische Ehrenmal im Volkspark Schönholzer Heide. Auf der ehemals West-Berliner Seite der Grenze finden Sie an der Klemkestraße ein Gedenkkreuz für Horst Frank und Informationen zu weiteren Maueropfern: Wernhard Mispelhorn, Horst Einsiedel und Silvio Proksch direkt am Standort der vorderen Mauer im Bezirk Pankow (ehemals Ost-Berlin). Mit einem Jugendfreund hatte der 20-Jährige Horst Frank die Flucht nach West-Berlin geplant. An der Kleingartenkolonie „Schönholz“ waren sie am 28. April 1962 abends in den Grenzstreifen gestiegen. Als sie gegen Mitternacht endlich dabei waren, den letzten Sperrzaun zu durchschneiden, wurde Horst Frank von zwei Grenzsoldaten bemerkt, die ihn sofort unter Beschuss nahmen. Am selben Tag noch erlag er seinen Verletzungen. Sein Freund war unbemerkt nach West-Berlin gelangt.

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Aktualisierung: 30. Juli 2026