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Ausgegraben: die Grundpfeiler der Schinkelschen Bauakademie/Presserundgang 16.06.2021

Pressemitteilung vom 10.06.2021

Presserundgang am 16. Juni 2021, 11.00 Uhr Ort: Ausgrabung Bauakademie, Schinkelplatz 1 in Berlin-Mitte

Derzeit stehen die im Boden erhaltenen Reste der Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel im Fokus der Berliner Denkmalpflege. Mit der Gründung der Bundesstiftung Bauakademie und der geplanten Bebauung am historischen Ort der Schinkelschen Bauakademie rückt die Frage nach dem Umgang mit ihren letzten authentischen Spuren näher.

Das 1832 – 36 errichtete Gebäude wurde am Ende des 2. Weltkrieges während eines Luftangriffes schwer getroffen. Die starke Brand- und Hitzeentwicklung führte vor allem zu massiven Zerstörungen im Inneren des Gebäudes. Nachdem zuerst der Wiederaufbau geplant war, kam es 1961/62 zum Abriss des Gebäudes.

Wertvolle Fassaden- und Bauelemente wurden damals von Restauratoren*innen und Denkmalpflegern*innen geborgen. Sie lagern heute in verschiedenen Magazinen von Berliner Museen und Institutionen. 1965 bis 1967 wurde das Grundstück mit dem DDR-Außenministerium überbaut, welches 1995/96 ebenfalls abgerissen wurde.

Die teilweise im Boden erhaltenen Mauerreste der Bauakademie stehen heute unter Bodendenkmalschutz. Um ihre Erhaltung zu erforschen, findet von April bis Juli 2021 eine archäologische Grabung unter Leitung des Landesdenkmalamtes Berlin statt. Die praktische Durchführung übernahm das Archäologiebüro ABD-Dressler. Außerdem kooperiert das Landesdenkmalamt mit der Technischen Universität Berlin, Institut für Architektur, Fachgebiet Historische Bauforschung und Baudenkmalpflege.

Als Grabungsfläche wurde die ehemalige Südwestecke des Gebäudes gewählt, da sie während der Überbauung durch das DDR-Außenministerium frei blieb. Auf einer Fläche von 200 Quadratmeter wurden massive Fundamente der Wandpfeiler freigelegt. Eindrücklich verweisen sie auf das ehemalige statische Gerüst des Gebäudes, das Spannungen und Setzungen des Mauerwerks ausgleichen sollte. Die stabile Konstruktion überstand die schweren Luftangriffe des 2. Weltkrieges. Zahlreiche Dekorteile der Fassade, Teile von Fensterpfosten- und laibungen, Formziegel und Fragmente von Terrakottareliefs gelangten beim Abriss des Gebäudes in den Boden. Sie wurden jetzt von den Archäologen*innen entdeckt. Die Fundobjekte zeugen vom hohen künstlerischen und technischen Niveau bei der Herstellung vorgeformter Bauteile in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Studierende des Aufbaustudiums Bauforschung und Baudenkmalpflege an der TU Berlin führen eine detaillierte Untersuchung der neuen Funde und auch von Fundobjekten einer älteren Grabung (1995) durch.

Der Presserundgang wird begleitet von

  • Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut
  • Landesarchäologe Prof. Dr. Matthias Wemhoff
  • Gunnar Nath (Bodendenkmalpfleger, Fachaufsicht Landesdenkmalamt Berlin)
  • Grabungsleiterteam Torsten Dressler und Diana Megel (Archäologiebüro ABDDressler)

Die Studierenden Imke Zugermeier, Eva Maria Lechl und Ben Schemel werden zusammen mit Prof. Dr. Elgin von Gaisberg (alle TU Berlin) ihre bisherigen Arbeitsergebnisse vorstellen.

Fotos

Für die aktuelle journalistische Berichterstattung über die Grabung Bauakademie können diese Aufnahmen kostenfrei unter Angabe des Copyrights verwendet werden:

  • Die aktuelle Grabung an der Bauakademie, Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Gunnar Nath
  • Bauakademie 1935, Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Erwin Schreyer
  • Kopf der Göttin Athena (Teil eines Terrakottareliefs), ABD-Dressler, Foto: Torsten Dressler

Weitere Auskünfte: Gunnar Nath, Landesdenkmalamt Berlin, Bodendenkmalpfleger, Tel.: 030/90259-3686 oder 0173/2175197