Gäste stehen auf dem Sommerempfang der jüdischen Gemeinde in der Neuen Synagoge Berlin.
Die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße war einst die größte und bedeutendste Synagoge Deutschlands. Hier wird nicht nur das jüdische Leben praktiziert, die Synagoge ist auch ein viel besuchter Touristenmagnet.
Die goldene Kuppel der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße in Mitte leuchtet auffällig in der Sonne. Sie gehört zu den schönsten Gebäuden Berlins. Das jüdische Gotteshaus ist seit der Einweihung 1866 Synagoge und Bildungsort.
Wachsendes jüdisches Leben in Berlin
Seit dem Mittelalter wohnten in Berlin zahlreiche Juden. Trotz Verfolgungen und Vertreibungen gründete sich 1671 offiziell die jüdische Gemeinde. Bis zur Gleichstellung mit dem Christentum im 19. Jahrhundert wuchs die jüdische Gemeinde in Berlin stark an. Die bis dahin einzige Synagoge Berlins in der Nähe des Hackeschen Marktes konnte nicht mehr genügend Platz bieten. Die Idee zu einer großen Synagoge mit 3000 Sitzplätzen entstand. Sie sollte die größte in Europa werden. Architekten der Neuen Synagoge wurden Eduard Knoblauch und Friedrich August Stüler. Die Synagoge wurde Knoblauchs Hauptwerk und sein letzter Bau.
Synagoge im orientalsischen Stil
Die Fassade der Neuen Synagoge ist in die Häuser der Oranienburger Straße integriert. Die golden verzierte Kuppel dominiert das Gebäude. Sie ist mit maurischen Mustern geschmückt. Links und rechts des Eingangs befindet sich jeweils ein Turm mit einer kleineren Kuppel. Bunte Ziegelstreifen gliedern die Fassade und verleihen der Synagoge einen orientalischen Stil.
Teilzerstörung der Synagoge in der Pogromnacht
In der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 legten Mitglieder der SA in der Synagoge Feuer. Durch das Einschreiten des Reviervorstehers Wilhelm Krützfeld wurden schlimmere Schäden verhindert. Er rief die Feuerwehr. Im Jahr 1943 zerstörten Bomben die Neue Synagoge. In den Folgejahren wurden die stark beschädigten Gebäudeteile abgebaut. Nur der Synagogenteil an der Straße blieb erhalten. Ab 1988 begann der Wiederaufbau der erhalten gebliebenen Straßenfront. Die Kuppel wurde originalgetreu rekonstruiert.
Erinnerungsort und Museum
Heute ist die Jüdische Gemeinde zu Berlin in dem eindrucksvollen Gebäude ansässig. Unter dem Namen Centrum Judaicum ist es Verwaltung, Veranstaltungsort und Lernraum. Seit 1998 wird in der Neuen Synagoge auch wieder gebetet: Es gibt einen Betraum im dritten Stock.
Die Neue Synagoge ist zum Erinnerungsort und Museum. Die Dauerausstellung „Tuet auf die Pforten“erzählt die eindrucksvolle Geschichte der Synagoge in einem Rundgang durch das Gebäude. Dokumente und Exponate zeugen von der Geschichte und Vielfalt des jüdischen Lebens in Berlin. Wechselnde Ausstellungen ergänzen die Dauerausstellung.
Sommer (Apr - Sept): Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Sonntag 10 bis 19 Uhr Winter (Okt - Mrz): Sonntag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 15 Uhr
Anhand von Beispielen aus religiösen Texten und modernen Konflikten innerhalb jüdischer Gruppen wenden wir uns auf der Führung u.a. der Geschichte der Queerness im Judentum zu. Dabei betrachten wir auch das Leben queerer Jüdinnen und Juden wie z.B. des...
mehr
Mit ihrer ständigen Ausstellung “Tuet auf die Pforten” will die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum die Geschichte des Hauses und das mit ihm verbundene Leben nachzeichnen.
Die meisten Gegenstände, die etwas über das Haus erzählen könnten,...
mehr
Die Stiftung Neue Synagoge versteht sich gleichermaßen als Erinnerungs- und Begegnungsort. Das Haus verbindet dabei jüdische Geschichte mit jüdischer Gegenwart und eröffnet Räume für Austausch, Reflexion und unterschiedliche Perspektiven.
So nutzen...
mehr
Von den einst zahlreichen Synagogen in Berlin haben nur wenige die Zeit des Nationalsozialismus überstanden. Wo diese zu finden sind und wie sie besichtigt werden können.
mehr
Fernsehturm, Brandenburger Tor und Reichstag - kein anderer Berliner Bezirk hat mehr Sehenswürdigkeiten als Mitte.
mehr
Quelle: Jaron Verlag | Alle Texte, Fotografien und Grafiken auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt (Copyright). Sie dürfen weder kopiert, vervielfältigt, übersetzt noch in anderer Weise verwendet werden.