Gallery Weekend Berlin

Gallery Weekend Berlin 2026

24.04.2026

Das Gallery Weekend Berlin feiert seinen 22. Geburtstag und verwandelt die Stadt in einen Kunstmarkt. Vom 1. bis 3. Mai öffnen 50 Galerien an 66 Orten ihre Türen, mit mehr als 80 etablierten und aufstrebenden Künstler:innen aus über 30 Ländern. Der neue Sektor „Perspectives“ erweitert das Programm zudem um eine jährlich wechselnde Galerienauswahl.

Ein künstlerischer Blick in die Stadtteile

Mitte – Skulpturen von Daniel Burgen und Bilder Juan Pablo Echeverri

In Mitte entwickelt Daniel Buren – bekannt für sein unverwechselbares Vokabular aus alternierenden Streifen – für die Konrad Fischer Galerie eine neue Werkserie: Großformatige, runde Spiegel treten in einen Dialog mit der umgebenden Architektur und reflektieren sowohl den Raum als auch die Besucher:innen.

KLEMM‘S widmet sich mit der Ausstellung „Works“ dem Nachlass des kolumbianischen Künstlers Juan Pablo Echeverri (1978–2022). Über beide Flächen der Galerie hinweg entfaltet sich ein umfassender Überblick über zwei Jahrzehnte seines Schaffens, von Stand- und Bewegtbildern bis hin zu seinem im „Raster“-Format und der Porträtmalerei verwurzelten Universum aus Parodie und Gesellschaftskritik.

Charlottenburg – Yuji Agematsu in der Galerie Buchholz

In Charlottenburg zeigt die Galerie Buchholz die erste Einzelausstellung des 1956 in Japan geborenen Künstlers Yuji Agematsu in Deutschland. 366 seiner bekannten „Zips“ aus dem Jahr 2024 – kontemplative Miniaturskulpturen aus Alltagsabfällen, die Agematsu täglich während seiner Spaziergänge in New York in Zellophanhüllen von Zigarettenschachteln arrangiert – sind zu sehen.

Bei Société sind zwei Künstler:innen vertreten: Edi Rama, albanischer Ministerpräsident und Künstler, überführt die biomorphen Zeichnungen, die er während seiner Meetings anfertigt, in neue Bronzeskulpturen. Wynnie Mynerva hingegen befragt in neuen Gemälden und Fotografien Liebe nicht als privates Gefühl, sondern als politische und affektive Kraft, die Körper, Orte und Gemeinschaften miteinander verbindet.

Schöneberg – Kosovarisches Teehaus bei ChertLüdde

In Schöneberg vereint die Ausstellung „Light, as a feather“ bei PSM zwei Werkserien von 2001 und 2025 der Kapstädter Künstlerin Berni Searle. Mit Materialien wie Zucker, Federn und Mehl macht Searle den Körper zum Träger von Geschichten über Arbeit, Migration und Identität.

Bei ChertLüdde verwandelt Petrit Halilaj den Buchladen der Galerie in ein kosovarisches Teehaus. Ausgangspunkt der Ausstellung selbst sind beschädigte und verbrannte Container aus seiner Opernproduktion im Kosovo, die kurz vor der Premiere Ziel eines Angriffs wurden – Arbeiten, die politische Spannungen aufgreifen und Zerstörung in eine Form von Zusammenhalt und Widerstand übersetzen.

Kreuzberg – Göksu Kunak bringt Pole-Dancer:innen in den Fichtebunker

In Kreuzberg zeigt Brook Hsu bei Kraupa-Tuskany Zeidler neue Gemälde, Zeichnungen und Fotografien, die den temporären Charakter des von Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich entworfenen Barcelona-Pavillons mit einer persönlichen Erzählung über Verlust und Erinnerung verbinden.

Bei EBENSPERGER im Fichtebunker wird in Göksu Kunaks Ausstellung „REMAINS“ Zeit zum Material: Bodybuilder, Kampfsportler, eine Pole-Dancerin und ein schwebender Performer durchqueren den Raum und hinterlassen Spuren, die Körper, Gesten und Dauer in den Ausstellungsraum einschreiben. Die Performances finden am 1. Mai um 21 Uhr und am 2. Mai um 14 Uhr statt.

Weitere Programm-Highlights

Perspectives: Sieben Galerien, sieben Perspektiven

Der neue Sektor „Perspectives“ vereint in seiner Auftaktausgabe Malerei, Skulptur und Fotografie – von James Turrells Lichtintervention bei max goelitz bis zur historischen Gegenüberstellung von Karl Benjamin und Grey Crawford bei Persons Projects.

Mit Jiyoon Chung bei Anton Janizewski und Shinoh Nam bei Mountains sind zudem zwei koreanische Künstler*innen in ihrer ersten Einzelausstellung in Deutschland vertreten. Katherine Bradford verhandelt bei Haverkampf Leistenschneider in neuen Gemälden Fragen von Identität und Geschlecht. Mark Barker zeigt bei Shahin Zarinbal die medienübergreifende Werkserie Whole Property, während die Walter Storms Galerie einen Überblick über das malerische Werk von Giorgio Griffa präsentiert.

Schaufenster-Ausstellung Display, Pause, Repeat im KaDeWe

Zum Gallery Weekend Berlin verwandelt das KaDeWe unter dem Titel „Display, Pause, Repeat“ seine zehn Schaufenster zum zweiten Mal in eine 24/7-Ausstellung. Kurator Sebastian Hoffmann begreift das Schaufenster als eigenständiges Medium und widmet sich dabei dem performativen Potenzial der Vitrinen.

Bereits ab dem 27. April sind bis zum 9. Mai Arbeiten von David Byrne (Pace), Hanne Darboven (Sprüth Magers), Simon Denny (Kraupa-Tuskany Zeidler), Leila Hekmat (Isabella Bortolozzi), Ken Lum (Galerie Nagel Draxler), Claudia Mann (PSM), Harry Nuriev (DITTRICH & SCHLECHTRIEM), Kayode Ojo (Sweetwater), Sophie Reinhold (Nordenhake) und Ian Waelder (carlier I gebauer) in den zehn Schaufenstern des ikonischen Department Stores zu sehen.

Im Inneren des Hauses wird über den gesamten Zeitraum zu jeder vollen Stunde ein Auszug aus Hanne Darbovens „Opus 25a“ laufen und in der zweiten Etage eine Rolltreppeninstallation von Heiner Franzen (EBENSPERGER).

Diskurs, Dialog & Vermittlung – Talkreihe, Podcast und Art Walks

Vom 1. bis 3. Mai findet erneut die Gesprächsreihe Gallery Weekend Art Talks in der Neuen Nationalgalerie statt. Ausstellende Künstler:innen wie Thomas Demand, Pae White, Katherine Bradford oder Markus Lüpertz treten dabei in den Dialog mit Kurator:innen und Kunsthistoriker:innen deutscher und internationaler Institutionen. Die Paneltalks widmen sich den Themen „The Future of the Art World” und “The Challenge of Live Art in Museum Spaces”.

Zusätzlich finden im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie für Gegenwart zwei Talks statt, die das Sammeln in seinen globalen und gesellschaftlichen Dimensionen beleuchten. Alle 14 Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei zugänglich.

Kunst für die Ohren

Mit vier neuen Folgen gibt der „Gallery Weekend Berlin – The Art Podcast Einblicke in das Schaffen der Künstler:innen, die zum Gallery Weekend mit Ausstellungen vertreten sind. Silke Hohmann spricht mit Anne Duk Hee Jordan, Heimo Zobernig und Jorinde Voigt, Enuma Okoro mit Berni Searle. Die Episoden sind im Journal auf der Website des Gallery Weekend Berlin sowie auf allen gängigen Streaming-Plattformen abrufbar.

Um direkte Einblicke in die Ausstellungen und eine Vermittlung vor Ort in den Galerien zu ermöglichen, bietet das Gallery Weekend Berlin zudem elf Art Walks durch die verschiedenen Stadtbezirke an, geleitet von Kunsthistoriker*innen und Expert*innen. Die Touren sind hier buchbar.

Das Gallery Weekend Berlin wird freundlich unterstützt von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, BMW, Gucci und der Berliner Volksbank.