Datenmanagement

Person am Laptop wertet Daten aus

Datennutzung in der Berliner Verwaltung

Der systematische und vernetzte Einsatz von Daten und digitalen Technologien macht das Handeln der Verwaltung effizienter und transparenter. Zudem wird es dadurch stärker auf die Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet. Daten sind die Grundlage für eine Steuerung, die auf Fakten beruht. Sie bilden zudem die Basis für Entscheidungen, die auf Beweisen basieren. Sie werden zum Beispiel gebraucht, um Künstliche Intelligenz einzusetzen, Baugenehmigungsverfahren zu digitalisieren und das Verkehrsaufkommen zu simulieren. Außerdem sind Daten wichtig, um Maßnahmen gegen den Klimawandel besser zu planen und um Armut zu bekämpfen. Deshalb braucht eine moderne Verwaltung ein umfassendes Datenmanagement.

Landesweites Datenmanagement in Berlin

In Berlin sollen Daten systematisch genutzt werden, um Entscheidungen zu treffen und Innovationen zu fördern. Dafür braucht es ein zentrales Datenmanagement, das für die ganze Stadt gilt. Es muss interoperabel sein, das heißt: Verschiedene Systeme müssen miteinander funktionieren. Außerdem muss es alle Ebenen und Ressorts der Berliner Verwaltung einbeziehen. So können die Daten der öffentlichen Verwaltung systematisch erfasst, vernetzt und nutzbar gemacht werden. Das landesweite Datenmanagement in Berlin arbeitet an drei zentralen Bausteinen:

  1. Einführung von klaren Prozessen
  2. Aufbau technischer Infrastruktur
  3. Aufbau eines Netzwerks relevanter Stakeholder

Es soll außerdem die Transparenz verbessern und mehr Möglichkeiten für die Bürgerbeteiligung schaffen. Dabei müssen der Datenschutz und die Informationssicherheit weiterhin gewährleistet sein.

Mehrere Vorhaben zeigen, wie das Datenmanagement im Land Berlin in der Praxis umgesetzt wird.

Data Hub Berlin

Damit die Datenstrategie und die Daten-Governance gut umgesetzt werden können, braucht die Berliner Verwaltung auf der operativen Ebene eine zukunftssichere technische Infrastruktur. Genauso wichtig sind einheitliche und zueinander passende Standards (sogenannte interoperable Standards) sowie passende Schnittstellen und gut angebundene Datenquellen. Deshalb wird der Data Hub Berlin als zentrale Dateninfrastruktur aufgebaut. Der Data Hub Berlin ist eine urbane Datenplattform. Sie ist skalierbar, das heißt: Sie kann mit den Anforderungen wachsen und ist außerdem modular aufgebaut. Für das Land Berlin ist der Data Hub ein Knotenpunkt. Über ihn werden dezentrale Systeme und verschiedene städtische Datenquellen miteinander vernetzt. Aktuell baut die Technologiestiftung Berlin einen Data Hub-Prototyp auf. Er soll danach Schritt für Schritt weiterentwickelt werden, orientiert an den Bedürfnissen der Nutzenden.

Open Data

Open Data ist ein wichtiger Bestandteil des Datenmanagements und der Verwaltungsdigitalisierung. Das Land Berlin stellt ausgewählte Verwaltungsdaten über das Berliner Open-Data-Portal mit offenen Lizenzen zur freien Nachnutzung bereit. Diese liegen in maschinenlesbaren Formaten vor und berühren keine schutzwürdigen Belange. Die rechtliche Grundlage bildet § 13 des Berliner E-Government-Gesetzes, der durch die Open-Data-Verordnung konkretisiert wird. Mit der Open-Data-Strategie Berlin 2023 fördert das Land die Bereitstellung und Nutzung offener Daten als wichtigen Baustein der Verwaltungsmodernisierung. Jedes Jahr findet der Berlin Open Data Day statt. Dort tauschen sich Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus. Außerdem werden Best-Practice-Beispiele vorgestellt und aktuelle Herausforderungen rund um Open Data diskutiert. Abgerundet wird das Angebot durch den jährlich stattfindenden „Crashkurs Open Data“. Mit diesem ermöglicht die Landesbeauftragte Open Data einen kompakten und praxisorientierten Einstieg in das Thema.

Digitale Zwillinge

Digitale Zwillinge bieten für die Berliner Verwaltung großes Potenzial. Sie können komplexe städtische und soziale Systeme ganzheitlich und dynamisch abbilden, unterstützt durch Simulationen. Klassische Datenprodukte werten meist nur historische Daten aus und stellen sie dar. Digitale Zwillinge dagegen verknüpfen unterschiedliche Datenquellen bei Bedarf in Echtzeit. So können sie den aktuellen Zustand analysieren und mithilfe von Modellen abschätzen, wie sich die Zukunft entwickeln könnte. Damit können Digitale Zwillinge zu wichtigen Instrumenten werden. Sie helfen dabei, Politik und Verwaltung auf Basis von Fakten zu steuern. Wie im Schneller-Bauen-Gesetz verankert, erarbeitet die Senatskanzlei gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ein Konzept für Digitale Zwillinge.

Datenkompetenz und Fortbildungen

Datenkompetenz beschreibt die Fähigkeit, Daten zu verstehen, zu analysieren, zu bewerten und verantwortungsvoll zu nutzen. Im Kontext der Berliner Verwaltung gehören dazu fachliche Kompetenzen, zum Beispiel Datenanalyse und Statistik. Dazu gehören außerdem überfachliche Fähigkeiten, zum Beispiel kritisches Denken und ethische Bewertung. Verwaltungsverfahren werden zunehmend digitalisiert. Außerdem soll sich die Verwaltung stärker an Daten orientieren. Deshalb wird Datenkompetenz in vielen Fachbereichen des Landes Berlin gebraucht. Die Mitarbeitenden der Berliner Verwaltung werden dabei unterstützt, diese Kompetenz aufzubauen.

Kontakt

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