Über zwei Tonnen Kokain - Berliner wegen internationalen Rauschgifthandel angeklagt

Pressemitteilung Nr. 146 vom 30.07.2026

Ein inzwischen 70 Jahre alter Mann aus Berlin, der einen Rauschgiftschmuggel von mehr als zwei Tonnen Kokain von Südamerika über den Atlantik nach Europa koordiniert und finanziert haben soll, muss sich nach einer Anklage der Staatsanwaltschaft Berlin vor dem Landgericht Berlin I wegen des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.

Der Angeschuldigte soll im Jahr 2021 mithilfe eines verschlüsselten Telefons des Anbieters SkyECC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Schweiz und Deutschland heraus den Schmuggel koordiniert haben. Nach den durchgeführten Ermittlungen war geplant, 2.260 Kilogramm Kokain mit einem Katamaran von Brasilien nach Sierra Leone zu transportieren. Dort sollte das Rauschgift auf ein Schleppschiff übergeben und anschließend nach Europa verbracht werden. Für das Geschäft soll der Angeschuldigte den Beteiligten mehr als 2 Millionen Euro im Voraus gezahlt haben.

Der Plan scheiterte jedoch mutmaßlich: Das Schleppschiff erreichte den Katamaran wegen Kommunikationsschwierigkeiten nicht, sodass der voll beladene Katamaran in Richtung Brasilien zurückkehrte. Etwa 270 Kilometer vor der brasilianischen Küste wurde der Katamaran von den brasilianischen Behörden festgesetzt. Die gesamte Besatzung des Katamarans wurde anschließend dort durch die brasilianischen Behörden festgenommen.

Nach einer Anklage der brasilianischen Bundesanwaltschaft wurden die Besatzungsmitglieder des Katamarans in Brasilien durch ein Bundesgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, darunter der Kapitän zu einer Freiheitsstrafe von 23 Jahren und 4 Monaten. Das beschlagnahmte Rauschgift wurde inzwischen vernichtet. Das Segelboot wurde einstweilig einer brasilianischen Universität zu meeresbiologischen Forschungszwecken übergeben.

Der Berliner Angeschuldigte war in New York bereits im Jahr 2009 wegen Rauschgiftdelikten zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Zudem wurde er durch das Landgericht Berlin I im Jahr 2024 wegen Rauschgiftstraftaten zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. Er befindet sich aufgrund der Berliner Verurteilung weiterhin in Strafhaft. Zu den Vorwürfen schweigt er. Es gilt die Unschuldsvermutung.