Korruptionsvorwürfe: Anklage gegen Berliner Polizeibeamten erhoben
Pressemitteilung Nr. 108 vom 22.06.2026
Ein inzwischen 41 Jahre alter Polizeibeamter muss sich nach einer Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Berlin wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit in zwei Fällen vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten.
Der Beamte soll am 6. Oktober 2024 einem inzwischen 25-Jährigen eine ausgefüllte Ordnungswidrigkeitenanzeige geschickt haben. Im Gegenzug soll der Beamte von dem 25-Jährigen Bilder mit sexuellem Inhalt gefordert haben, die dieser zugesagt haben soll. Hintergrund soll gewesen sein, dass der 25-Jährige gegenüber Gläubigern beweisen wollte, dass die von ihm geschuldeten 700 Euro von der Polizei beschlagnahmt worden seien, damit nicht herauskommt, dass er dieses Geld in einem Berliner Nachtclub ausgegeben hat.
Darüber hinaus soll der Angeschuldigte am 8. Februar 2025 dem 25-Jährigen eine Abfrage im polizeilichen System zugesagt und erneut zwei erstellte Ordnungswidrigkeitenanzeigen im Gegenzug für Bilder mit sexualisiertem Inhalt übersandt haben.
Ausgangspunkt des Verfahrens war die Sicherstellung und Auswertung eines Mobiltelefons im Rahmen eines Verfahrens wegen Betäubungsmittelhandels.
Der Angeschuldigte schweigt zu den Vorwürfen. Ihm wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein Verbot der Dienstausübung ausgesprochen. Über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung und die Eröffnung des Hauptverfahrens hat nun ein Strafrichter des Amtsgerichts Tiergarten zu entscheiden.
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