Verdacht auf Kokainschmuggel aus Brasilien – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Pressemitteilung Nr. 47 vom 21.04.2026

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen einen inzwischen 40-Jährigen vor dem Landgericht Berlin I unter anderem wegen gemeinschaftlichen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge Anklage erhoben. Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, sich spätestens im Juli 2020 einer über Krypto-Mobiltelefone kommunizierenden Gruppierung angeschlossen zu haben, die mutmaßlich Kokain aus Brasilien über den Seeweg nach Europa schmuggeln und in Deutschland gewinnbringend weiterverkaufen wollten.

Mutmaßlich sollte die erste Testlieferung aus Brasilien 300 Kilogramm Kokain enthalten, danach jeweils mindestens 1.000 Kilogramm. Insgesamt waren mutmaßlich 10 bis 20 Sendungen als Reislieferungen über den Hamburger Hafen geplant. Der Angeschuldigte soll innerhalb der Gruppierung in Deutschland für die Gründung und Führung von Scheinfirmen zur Abwicklung des Transports sowie für Lagerung und Verkauf des Rauschgifts in Berlin zuständig gewesen sein. Dafür soll er gemeinsam mit zwei anderen Nutzern von verschlüsselten Krypto-Mobiltelefonen insgesamt 200.000 Euro erhalten haben. Ob es tatsächlich zur Durchführung der Testlieferung gekommen ist, konnte im Rahmen der Ermittlungen nicht festgestellt werden.

Ausgangspunkt bildete die Auswertung von Daten verschlüsselter Krypto-Mobiltelefone („Sky ECC“). Der Angeschuldigte befindet sich derzeit in anderer Sache im Maßregelvollzug Berlin. Im Jahr 2022 verurteilte ihn das Landgericht Berlin wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu neun Jahren und zwei Monaten Haftstrafe. Gegenstand der Verurteilung war die Nutzung des Krypto-Messengerdienstes „EncroChat“.