Anklage wegen mutmaßlich antisemitischen Messerangriffs

Pressemitteilung Nr. 2 vom 06.01.2026

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen einen mittlerweile 29-jährigen Mann, der im Juni versucht haben soll, einen mit einem T-Shirt mit Davidstern bekleideten 60 Jahre alten Mann mit einem Messer zu verletzen, wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung zum Amtsgericht Tiergarten erhoben.

Am frühen Abend des 20. Juni 2025 soll der Angeschuldigte den Geschädigten, der ein T-Shirt mit Davidstern sowie eine Kette mit Davidstern sichtbar um den Hals trug, im Gleisdreieckpark zufällig angetroffen haben. Der Angeschuldigte trat zunächst auf den Geschädigten zu und bezeichnete ihn unter anderem als Kindermörder. Kurz darauf soll der Angeschuldigte ein Messer aus seiner Hosentasche gezogen haben. Er soll dann auf den Geschädigten – den er aufgrund der Kette als jüdischen Menschen wahrgenommen haben soll – zugelaufen sein und geäußert haben, ihn töten zu wollen, da er als Kindermörder „Blut an den Händen“ habe. Aufgrund des Einschreitens von drei Polizeibeamten, welche sich mit gezogenen Dienstwaffen zwischen den 29-Jährigen und den Geschädigten stellten, soll eine Verletzung des Geschädigten verhindert worden sein.

Aufgrund der Umstände und der mutmaßlichen Äußerungen des Angeschuldigten bei der Tat, geht die Staatsanwaltschaft von einer antisemitischen Motivation aus. Der Angeschuldigte hat sich zum Tatvorwurf bisher nicht geäußert.