Anklageerhebung wegen gewerbsmäßiger Hehlerei mit gestohlenen Bronzeplastiken

Pressemitteilung Nr. 280 vom 18.11.2025

Gegen einen 67-Jährigen, eine 62-Jährige sowie einen zwischenzeitlich 56-Jährigen hat die Staatsanwaltschaft Berlin wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Diebstahls beziehungsweise der Hehlerei von Kunstobjekten, insbesondere Bronzestatuen von Berliner Friedhöfen, Anklage zum Landgericht Berlin I erhoben. Von den insgesamt 74 Taten werden dem 67-Jährigen und der 62-Jährigen gemeinschaftlich 40 Taten, dem 56-Jährigen 34 Taten vorgeworfen.

Spätestens im Jahr 2018 sollen sich der 67-Jährige und die 62-Jährige mit bislang unbekannten Mittätern zusammengeschlossen haben, um Kunstobjekte wie Bronzestatuen hauptsächlich von Berliner Friedhöfen, aber auch in Hamburg und in Mecklenburg-Vorpommern zu entwenden. Der 67-Jährige soll für die Organisation der Diebstähle, die 62-Jährige für das Ausspähen der Tatorte verantwortlich gewesen sein. Das gestohlene Diebesgut soll dann der 56-jährigen mutmaßlichen Hehler zum Weiterverkauf erhalten haben.

Der Gesamtwert der entwendeten Gegenstände beläuft sich auf mindestens 411.343 Euro.

Ursprung des Verfahrens war ein Hinweis aus der Bevölkerung eines Mannes dem ein mutmaßlich gestohlener Gegenstand zum Verkauf angeboten wurde. Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen konnten die Angeschuldigten namhaft gemacht werden.

Der 56-Jährige wurde am 13. Mai 2025 festgenommen und am selben Tag vom Vollzug der Untersuchungshaft verschont. Die anderen beiden Angeschuldigten wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen.

Gemeinsame Meldung vom 31. Juli 2025: Gestohlene Bronzeplastiken an Friedhof zurückgegeben
Heute Vormittag übergaben Mitarbeitende des Landeskriminalamtes Berlin zwei Bronzeplastiken an die Verwaltung des Friedhofs der Luisengemeinde im Fürstenbrunner Weg in Westend. Der „Französische Jesus“ und der „Thorvaldsen Jesus“ vom Kinderfriedhof werden künftig wieder an ihren angestammten Plätzen stehen. Für zahlreiche Besucherinnen und Besucher haben diese Figuren einen hohen emotionalen Wert, deshalb hatte der Diebstahl der Bronzen große Betroffenheit ausgelöst.

Die beiden Christusfiguren waren am 13. Mai dieses Jahres bei Durchsuchungen an der Adresse eines 55-jährigen Beschuldigten sichergestellt worden.

Insgesamt haben die Ermittlerinnen und Ermittler in diesem Fall bislang 85 Bronzen sichergestellt, von denen sie über 40 Diebstählen auf Friedhöfen zuordnen konnten. Vierzehn Skulpturen konnten bereits an die Friedhöfe bzw. an die rechtmäßigen Inhaberinnen und Inhaber zurückgegeben
werden.

Erstmeldung Nr. 1165 vom 14. Mai 2025: Durchsuchungen und Festnahme wegen Hehlerei mit gestohlenen Bronzeplastiken

Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes Berlin vollstreckten gestern im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin acht Durchsuchungsbeschlüsse wegen des Diebstahls von Bronzeplastiken.
Zum Beginn des laufenden Jahres hatte die Fachdienststelle für Kunstdelikte im Landeskriminalamt Berlin eine auffällige Diebstahlshäufung von Bronzeskulpturen aus öffentlichen Parkanlagen und von Berliner Friedhöfen festgestellt. Hinweise, die nach einer Öffentlichkeitsfahndung Ende Februar beim Landeskriminalamt eingingen, führten die Ermittlerinnen und Ermittler nach Bayern, wo zunächst fünf Skulpturen aus Berliner Friedhofsdiebstählen sichergestellt werden konnten.

Bei den gestrigen Durchsuchungen wurde ein 55-jähriger Berliner wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Bandenhehlerei bzw. des Bandendiebstahls aufgrund eines bereits erwirkten Haftbefehls festgenommen. Der Mann steht in dringendem Tatverdacht, sich spätestens im Jahr 2018 mit weiteren Mitbeschuldigten zu einer Bande zusammengeschlossen zu haben, um in arbeitsteiligem Zusammenwirken Bronzeplastiken, Reliefs, Zaunelemente und andere hochwertige Metallgegenstände zu entwenden und diese gewinnbringend weiterzuveräußern. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen soll der 55-Jährige insbesondere für die Planung und Durchführung der Diebstahlstaten sowie die Zwischenlagerung des Stehlguts verantwortlich gewesen sein und den Weiterverkauf koordiniert haben. Gegen zwei gesondert Verfolgte aus Krefeld (Nordrhein-Westfalen) und Neuenhaus (Niedersachsen) wurden Trennverfahren wegen des Verdachts der Hehlerei an Diebesgut aus den Friedhofsdiebstählen eingeleitet.

Der Gruppierung um den 55-Jährigen konnten bislang 25 Verkaufstaten zugeordnet werden, unter anderem Folgende:

die Gartenfigur „Leonore“ vom Friedhof Onkel-Tom-Straße,
die Bronzefigur „Trauernde“ vom Friedhof Wannsee II,
die Bronzefigur „ruhendes Mädchen“ vom Friedhof Reinickendorf,
die Bronzefigur „Liegende“ aus dem Bürgerpark sowie
mehrere Jesusskulpturen vom Friedhof Fürstenbrunner Weg.

Die teilweise bis zu 150 Kilogramm schweren Tatobjekte soll der Beschuldigte entweder an Dritte verkauft oder potenziellen Käufern zum Kauf angeboten haben.

Der Gesamtwert der bislang sichergestellten oder zugeordneten Gegenstände beläuft sich auf etwa 169.000 Euro.

Gestern wurden eine Wohnanschrift in Berlin, jeweils drei Objekte in Demmin und Japzow (Mecklenburg-Vorpommern), drei Objekte in Krefeld und eine Wohnanschrift in Neuenhaus durchsucht. Bundesweit waren 53 Polizeibeamte im Einsatz. Aufgefunden werden konnten 40 Bronzen, Steinskulpturen, Reliefplatten und 485 historische Zaunelemente. Zudem wurden Mo-biltelefone, Aufzeichnungen und Geschäftsunterlagen sichergestellt, die nun im Laufe der weiteren noch andauernden Ermittlungen ausgewertet werden.

Der 55 Jahre alte Beschuldigte wird im Laufe des heutigen Tages einem Haftrichter vorgeführt. Die Ermittlungen, insbesondere zur Identifizierung weiterer Tatbeteiligter sowie zur Aufklärung des Verbleibs der restlichen Gegenstände, dauern an.

Zur Identifizierung weiteren mutmaßlichen Diebesguts setzen die Ermittlerinnen und Ermitt-ler auf die Hilfe der Bevölkerung und fragen:
Wer kann Angaben zu den aufgefundenen und bislang nicht zugeordneten Stücken machen?

Hinweise nimmt das Fachkommissariat für Kunstdelikte des Landeskriminalamtes am Tem-pelhofer Damm 12 in Tempelhof unter der Rufnummer (030) 4664-944411 und 4664-944412 entgegen. Auch per E-Mail können Hinweise gegeben werden: lka444@polizei.berlin.de
Selbstverständlich können sich Zeuginnen und Zeugen auch an jede andere Polizeidienststelle wenden oder die Internetwache nutzen.

Erste Fotos bislang nicht zugeordneter, mutmaßlich gestohlener weiterer Skulpturen finden Sie unter dem folgenden Link: https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemittei-lung.1535916.php

Erstmeldung Nr. 0507 vom 27. Februar 2025: Mehrere Bronzeskulpturen gestohlen – Polizei bittet um Hinweise

In den vergangenen Wochen kam es zu mehreren Diebstählen von Bronzeskulpturen aus dem öffentlichen Straßenland und von Friedhöfen. Bei der Aufklärung folgender Taten setzt das Landeskriminalamt nun auf um Hinweise aus der Bevölkerung:

1. Skulptur „Trauernde“
Zwischen Samstag, den 2. November 2024, und Dienstag, den 17. Dezember 2024, wurde die Skulptur „Trauernde“ vom Friedhof Wannsee II in der Lindenstraße in Wannsee gestohlen. Sie ist circa einen Meter hoch.

2. Bronzeplastik „Ernst Thälmann“
Zwischen Montag, den 30. Dezember 2024, und Donnerstag, den 2. Januar 2025, wurde der Ernst-Thälmann-Kopf der Künstlerin Ruthild Hahne von einem Grundstück in der Beatrice-Zweig-Straße in Niederschönhausen gestohlen. Sie ist circa 50 Zentimeter hoch, war auf einem Sockel in der Terrassenmauer einzementiert und wurde herausgebrochen.

3. Bronzeskulptur „Ruhendes/trauerndes Mädchen“
Zwischen Samstag, den 4. Januar 2025, und Montag, den 6. Januar 2025, wurde die Bron-zeskulptur „Ruhendes/trauerndes Mädchen“ des Künstlers Hans Klett vom Friedhof in der Hum-boldtstraße in Niederschönhausen von ihrem Standsockel getrennt und gestohlen. Sie ist circa 58 cm hoch.

4. Kirchenglocke und Bronze
Zwischen Mittwoch, den 29. Januar 2025, und Montag, den 3. Februar 2025, wurde eine Kirch-englocke aus Bronze vom Gelände des Städtischen Friedhofs Heiligensee in der Sandhauser Straße gestohlen. Sie war außerhalb der Friedhofskapelle an einer Holzvorrichtung angebracht, hat einen Durchmesser von ca. 52 cm und wiegt ca. 100 Kilogramm.

5. Bronzeskulptur „Liegende“
Am Donnerstag, den 6. Februar 2025, wurde der Diebstahl der Bronzeskulptur „Liegende“ des Künstlers Prof. Heinrich Drake von dessen Grabstein auf dem Friedhof Pankow III in der Straße Am Bürgerpark in Reinickendorf festgestellt. Sie ist circa 70 cm breit und 100 cm lang. Diese Bronzeplastik wurde bereits 1996 vom Grabstein des Künstlers entwendet. Nach Presseveröf-fentlichungen war damals ein Zeugenhinweis eingegangen; die Skulptur konnte aufgefunden und zurückgebracht werden. Nun wurde sie erneut entwendet.

6. Bronzeskulptur „Knabe mit Tintenfisch“
Zwischen Donnerstag, den 20. Februar 2025, und Sonntag, den 23. Februar 2025, wurde die der Bronzeskulptur „Knabe mit Fisch“ des Künstlers Eduardo Rossi von ihrem Felsensockel aus dem Theodor-Franckepark in Tempelhof abgetrennt. Sie ist circa 60 cm hoch.