Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen einen 31-jährigen Mann, der im Juli eine Frau mit einem Messer schwer verletzt haben soll, wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung zum Landgericht Berlin I erhoben.
Am 4. Juli 2025 soll der Mann zunächst den damals 46 Jahre alten Begleiter der Frau auf einem Parkplatz eines Supermarktes in Berlin-Köpenick grundlos provoziert haben, indem er ein Messer zückte und ihm drohte, ihn „abzustechen“. Der kampfsporterprobte Mann zeigte sich davon allerdings unbeeindruckt.
Kurz danach soll der Angeschuldigte dann nach einer kurzen Auseinandersetzung der 47-jährigen Frau mit einem rund 25 cm langen Messer in den Bauchraum gestochen haben, wodurch sie schwerste Verletzungen erlitt, unter anderem eine Rippenserienfraktur und Verletzungen des Darms, die eine mehrwöchige stationäre Behandlung erforderlich machten.
Die Hintergründe der Tat sind nach wie vor unklar. Der Angeschuldigte hat sich zum Tatvorwurf nicht geäußert, die Geschädigten wie auch weitere Zeugen konnten bislang ebenfalls nicht erklären, wie es zu diesem schnell eskalierten Vorfall gekommen sein könnte.
Der 31-Jährige befindet sich seit dem 8. August 2025 in Untersuchungshaft. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Angeschuldigte freiwillig davon abgesehen hat, der Geschädigten noch weitere, etwaig zum Tod führende Stiche zu versetzen, war von einem strafbefreienden Rücktritt auszugehen und die Tat nicht als versuchtes Tötungsdelikt, sondern lediglich als gefährliche Körperverletzung einzuordnen.
Vorherige Pressemeldung der Polizei Berlin Nr. 1796 vom 05.07.2025: Frau mit Messer verletzt
Gestern Abend erlitt eine Frau in Niederschöneweide eine Stichverletzung. Nach derzeitigem Kenntnisstand kam es gegen 21:15 Uhr in der Schnellerstraße auf dem Parkplatz eines Discounters zunächst zu Streitigkeiten zwischen einem bisher Unbekanntem und einer 47-Jährigen. Im weiteren Verlauf soll der Mann der Frau mit einem Messer eine Stichverletzung am Oberkörper zugefügt haben. Anschließend flüchtete er in Richtung Bruno-Bürgel-Weg. Ein Rettungswagen brachte die Verletzte in ein Krankenhaus, wo sie zur Behandlung stationär aufgenommen wurde. Lebensgefahr soll nicht bestehen. Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei der Direktion 3 (Ost) übernommen.