Sieben Männer im Alter von 38 bis 67 Jahren sollen zwischen Februar 2017 und Februar 2018 unter dem Deckmantel mehrerer eigens gegründeter Gesellschaften ein umfangreiches Provisionsbetrugssystem mit Versicherungen aufgebaut haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat nun gegen sie wegen 19 Taten des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges Anklage zum Amtsgericht Tiergarten erhoben.
Nach dem Ergebnis der Ermittlungen sollen die Angeschuldigten über von ihnen betriebene Bestattungsunternehmen 2.362 Personen als Versicherungsnehmer von Gruppenversicherungsverträgen bei einer Versicherungsgesellschaft angegeben haben. Diese Versicherungen sollten im Todesfall die Kosten für die Rückführung verstorbener Personen muslimischen Glaubens in ihre Heimatländer übernehmen. Tatsächlich aber sollen die angegebenen Personen entweder gar nicht existiert oder zumindest keine Kenntnis von den Vertragsschlüssen gehabt haben.
Die Versicherung zahlte infolge der Täuschungen zwischen März 2017 und Februar 2018 Provisionen in Höhe von insgesamt rund 1,14 Millionen Euro an eine der eingebundenen Gesellschaften aus. Dieses Geld sollen die Angeschuldigten untereinander aufgeteilt, die Gesellschaften allein als formaler Mantel zur Tatbegehung gedient haben.