Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen einen mittlerweile 60-jährigen Mann zum Landgericht Berlin I erhoben, der einen Bekannten seit 2015 durch unzutreffende Geldanlageversprechungen um fast 800.000 Euro gebracht haben soll. Sie wirft ihm gewerbsmäßigen Betrug in 158 Fällen vor.
Der Angeschuldigte und das mutmaßliche Opfer sollen sich bereits 2015 kennengelernt haben, weil ihre Söhne in derselben Handballmannschaft spielten. Auf dieser Vertrauensbasis soll der 60-Jährige den Geschädigten davon überzeugt haben, ihm gute Anlagemöglichkeiten zu vermitteln. Der von ihm dabei unter anderem mit teuren Fahrzeugen unter Beweis gestellte Wohlstand soll dabei das Vertrauen in die Seriosität des Angebotes gefördert haben – zudem wurde ihm eine Verdoppelung des angelegten Geldes binnen drei Monaten in Aussicht gestellt wurde. In der Folgezeit soll der Geschädigte insgesamt 785.600 Euro an den Angeschuldigten gezahlt und dabei immer wieder Geldbeträge nachgeschossen haben in der Annahme, nur dann würde er sein vorgeschossenes Geld zurückerhalten.
Die Schadensumme der angeklagten 157 Betrugstaten beläuft sich auf 318.600 Euro seit April 2016. Vorherige Taten, durch die die Angeschuldigte bereits 467.000 Euro erlangt haben soll, sind verjährt. In dieser Höhe strebt die Staatsanwaltschaft stattdessen in einem ergänzenden sogenannten „selbständigen Einziehungsverfahren“ die gerichtliche Anordnung der Einziehung dieser mutmaßlichen Schadenssumme zur Rückgewinnungshilfe an.
Im Oktober 2021 soll der Angeschuldigte außerdem in einem Berliner Hotel gewohnt, ohne dabei vorgehabt zu haben, die Hotelkosten in Höhe von 1.761 Euro zu begleichen. Dies ist als weiterer Betrugsfall angeklagt.
Der Angeschuldigte wurde aufgrund eines bereits 2022 von der Staatsanwaltschaft Berlin gegen ihn erwirkten Untersuchungshaftbefehls am 12. August 2025 in Polen festgenommen. Er befindet sich seit dem 28. August 2025 in Berlin in Haft.