Als angeblicher Polizist Getränkemarkt überfallen? - Anklage

Pressemitteilung vom 22.05.2025

Nr. 130

Ein 22-Jähriger muss sich wegen eines Raubüberfalls auf einen Getränkehandel in Moabit vor dem Landgericht Berlin I verantworten. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat ihn wegen Raubes, Körperverletzung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Amtsanmaßung angeklagt.

Am 28. März 2025 soll er mit einem bislang unbekannten Mittäter beschlossen haben, einen Getränkehandel in der Westhafenstraße zu überfallen. Dazu sollen er und der Mittäter schwarze T-Shirts mit dem Aufdruck „Polizei“ getragen haben. Dies sollte ihnen ermöglichen, als angeblich eine Steuerkontrolle durchführende Polizeibeamte bis in das Büro des Geschäftsführers zu gelangen. Diesem soll der Mittäter dann eine Pistole vorgehalten haben, während der Angeschuldigte ihm Handfesseln anlegte. Eine hinzukommende Zeugin sollen die beiden dann mit Kabelbindern gefesselt haben. Mit dem Schlüssel des Mannes sollen sie dann dessen Tresor geöffnet und etwa 100.000 bis 130.000 Euro Bargeld daraus entwendet haben. Ihre Opfer sollen sie dann in die angrenzende Küche gebracht und dort deren Mund mit Klebeband zugeklebt haben.

Da sich beide aber befreien und um Hilfe rufen konnten, hat kurz danach ein weiterer Zeuge die Verfolgung aufnehmen können. Der unbekannte Mittäter konnte noch mittels seines Krades wegfahren, dem Angeschuldigten hingegen soll es misslungen sein, sein Krad zu starten und mit der Beute zu fliehen. In dem sich daraufhin entspinnenden Gerangel soll er nach dem Zeugen geschlagen und diesen auch mittels eines Klappmessers zu verletzen versucht haben.

Der Angeschuldigte, der sich zum Tatvorwurf bislang nicht geäußert hat, wurde noch vor Ort festgenommen und befindet sich seit dem Folgetag in Untersuchungshaft.