Mann niedergestochen - Anklage wegen versuchten heimtückischen Mords erhoben

Pressemitteilung vom 20.05.2025

Nr.128

Ein 23-Jähriger soll sich über ein soziales Netzwerk als Frau ausgegeben, sich hierrüber mit einem 21-jährigen Bekannten zu einem vermeintlichen Date verabredet und diesen mit einem Messer aus Rache überraschend niedergestochen haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat nun Anklage wegen versuchten heimtückischen Mordes aus niederen Beweggründen in Tateinheit mit schwerer sowie gefährlicher Körperverletzung zum Landgericht Berlin I erhoben. Der Angeschuldigte und der 21-Jährige sollen sich vor mehreren Jahren in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Berlin kennengelernt haben. Im Jahr 2023 sollen die beiden zufällig in Berlin aufeinandergetroffen sein. Dort soll es aufgrund früherer Streitigkeiten zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein. Aus Wut über diese Auseinandersetzung soll der Angeschuldigte den Tatplan gefasst haben, ein vermeintliches Date mit dem 21-Jährigen zu arrangieren und sich dann an ihm zu Rächen.

Als der 21-Jährige vereinbarungsgemäß am Abend des 9. Dezember 2024 im Schönower Park erschien, soll der Angeschuldigte plötzlich aus dem Verborgenen auf ihn zu gerannt sein und ihm zweimal mit Tötungsvorsatz ein Messer in den Rücken gestochen sowie Schnittverletzungen im Gesicht zugefügt haben. Anschließend soll er aus dem unbeleuchteten Park geflohen sein.

Dem 21-Jährigen gelang es noch, mit seinem Telefon den Notruf zu alarmieren. Er musste mit potentiell lebensgefährlichen Verletzungen in einem Krankenhaus notoperiert werden. Aufgrund der Rückenverletzungen ist er dauerhaft querschnittsgelähmt und hat seine Fortpflanzungsfähigkeit verloren, weshalb die Staatsanwaltschaft ebenfalls von einer schweren Körperverletzung ausgeht.

Am Abend des 10. Dezember 2024 stellte sich der Angeschuldigte der Bundespolizei am
Ostbahnhof und konnte festgenommen werden. Der Angeschuldigte, der zu den Tatvorwürfen
schweigt, befindet sich seit dem 11. Dezember 2024 in Untersuchungshaft.

Gemeinsame Meldung mit Polizei vom 11. Dezember 2024:
https://www.berlin.de/generalstaatsanwaltschaft/presse/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1512177.php

Polizeimeldung vom 10. Dezember 2024:
https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2024/pressemitteilung.1511677.php