Die Finalisten des Deep Tech Awards 2026 Berlin in der Kategorie Quantum, Photonik und Mikroelektronik

Wenn aus Forschung Anwendung wird: Deep Tech Award 2026 Finalisten in Quantentechnologien, Photonik & Mikroelektronik

Viele der Technologien, die unsere Zukunft prägen werden, wirken im Verborgenen – in Lichtsignalen, Quantenzuständen und mikroskopischen Strukturen. In Berlin werden diese Felder zunehmend aus der Grundlagenforschung herausgelöst und in konkrete Anwendungen überführt. Die Stadt bietet dafür ein Umfeld, in dem wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerische Umsetzung eng ineinandergreifen.

Die Kategorie Quantentechnologien, Photonik & Mikroelektronik des Deep Tech Award 2026 macht diesen Wandel sichtbar. Die Finalisten XAVVEO, Watergenics und Rydberg Photonics stehen exemplarisch dafür, wie sich komplexe Forschung in Lösungen übersetzen lässt, die reale Herausforderungen adressieren.

Xavveo Team

Das Team vom Berliner Unternehmen Xavveo.

Wenn Maschinen ihre Umgebung nicht zuverlässig verstehen

Bei XAVVEO begann alles mit einer gemeinsamen Erfahrung: Trotz großer Fortschritte scheitern viele Ansätze im autonomen Fahren an der Wahrnehmung.

„Wir haben immer wieder gesehen, dass Programme für autonomes Fahren ins Stocken geraten, weil die Sensorik einfach nicht zuverlässig genug ist. Kameras versagen bei direkter Sonneneinstrahlung, Lidar hat Probleme bei Regen und Nebel, und herkömmliches Radar bietet nicht die nötige Auflösung.“

Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte das Team eine neue photonische Radararchitektur. Statt auf einzelne große Sensoren zu setzen, verteilt das System die Signalverarbeitung über mehrere Module und kombiniert Siliziumphotonik mit KI-gestützter Auswertung. So entsteht eine robuste, hochauflösende Wahrnehmung – auch unter schwierigen Bedingungen.

Der Anspruch dahinter ist klar: „Autonome Fahrzeuge können das verändern – aber nur, wenn sie ihre Umgebung unter allen Bedingungen zuverlässig wahrnehmen können.“

Die Anwendungsmöglichkeiten reichen dabei weit über die Mobilität hinaus – überall dort, wo präzise und verlässliche Sensorik sicherheitsentscheidend ist.

The team of Watergenics.

Teamportrait vom Berliner Deep Tech Startup Watergenics.

Wasserströme verstehen und besser steuern

Watergenics rückt eine Ressource in den Mittelpunkt, die in industriellen Prozessen oft unterschätzt wird: Wasser. Ausgangspunkt war die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Umweltökonomie und den damit verbundenen Ineffizienzen.

„Das war entscheidend, um die zentrale Rolle von Wasser in industriellen Prozessen und die damit verbundenen Ineffizienzen im Management zu verstehen.“

Die entwickelte Technologie ermöglicht es, industrielle Wasserströme kontinuierlich und in Echtzeit zu analysieren – über mehr als 30 chemische und physikalische Parameter hinweg, direkt im Prozess und auch unter anspruchsvollen Bedingungen.

Das Ziel formuliert das Team bewusst einfach: „Wir machen Wasserqualität sichtbar.“

Auf dieser Basis können Unternehmen ihre Prozesse optimieren, Ressourcen effizienter nutzen und Emissionen reduzieren. Gleichzeitig entsteht ein besseres Verständnis dafür, wie ökologische Faktoren stärker in wirtschaftliche Entscheidungen einfließen können.

Rydberg Photonics Team

Das Leadership-Team von Rydberg Photonics.

Quantentechnologien aus dem Labor in die Anwendung bringen

Im Bereich der Quantentechnologien verschiebt sich der Fokus zunehmend: weg von reiner Forschung, hin zur praktischen Umsetzung. Genau hier setzt Rydberg Photonics an.

„Quantentechnologie hat einen Punkt erreicht, an dem die nächsten Durchbrüche nicht mehr rein wissenschaftlicher Natur sind, sondern vor allem ingenieurtechnische Herausforderungen darstellen.“

Als Ausgründung des Ferdinand-Braun-Instituts baut das Unternehmen auf jahrzehntelanger Forschung auf und entwickelt integrierte photonische Plattformen für kompakte und robuste Quantensysteme. Diese sind so ausgelegt, dass sie nicht nur im Labor, sondern auch unter realen Einsatzbedingungen zuverlässig funktionieren.

Denn entscheidend für den nächsten Schritt ist die Anwendbarkeit: „Damit Quantentechnologien Märkte prägen können, müssen sie den Schritt von Prototypen zu Produkten machen, denen die Industrie vertraut und die sie einsetzen kann.“

So entstehen Grundlagen für neue Anwendungen – von präziser Navigation über sichere Kommunikation bis hin zu Technologien für den Einsatz im Weltraum.

Ein Umfeld, das Umsetzung möglich macht

Was alle drei Finalisten verbindet, ist nicht nur ihre technologische Tiefe, sondern auch ihr Standort. Berlin bietet ein Ökosystem, in dem Forschung, Industrie und Unternehmertum eng miteinander verzahnt sind.

Diese Nähe erleichtert es, komplexe Technologien schneller weiterzuentwickeln und in konkrete Anwendungen zu überführen. Gleichzeitig ermöglicht sie Zugang zu spezialisierten Fachkräften, Infrastruktur und Kapital – entscheidende Faktoren gerade im Deep-Tech-Bereich.

Ob zuverlässigere Wahrnehmung für Maschinen, ein effizienterer Umgang mit Ressourcen oder die Industrialisierung von Quantentechnologien: Die Finalisten zeigen, wie aus wissenschaftlicher Exzellenz konkrete Lösungen entstehen – und wie Berlin diesen Prozess maßgeblich vorantreibt.