Deep Tech Berlin Finalist Spotlight: Robotik

Technik von morgen: Die Robotik-Finalisten des Deep Tech Award 2025

In seinem zehnten Jahr ehrt der Deep Tech Award in Berlin erneut die ambitioniertesten Pioniere, die die Art und Weise, wie wir leben, arbeiten und uns fortbewegen, verändern. Unter den diesjährigen Finalisten befinden sich drei herausragende Robotikunternehmen:
pi4_robotics, DiAvEn UG mit LABFLY und ConBotics. Sie zeigen, wie Maschinen, künstliche Intelligenz und menschlicher Einfallsreichtum zusammenkommen können, um dringende gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen. Von Baustellen über Krankenhausflure bis hin zu Fabrikhallen stellen diese Innovatoren die Zukunft der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine neu vor. Ihre Arbeit beweist, dass es bei der Robotik nicht nur um Automatisierung geht, sondern auch darum, Menschen zu stärken, ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und die Möglichkeiten zu erweitern.

ConBotics: Roboterwerkzeuge, die mit dem Menschen arbeiten, nicht an seiner Stelle

David Franke, Cristian Amaya und Philipp Heyne, Co-founder ConBotics

David Franke, Cristian Amaya und Philipp Heyne, Co-founder ConBotics

In einer Branche, die so traditionsgebunden und arbeitsintensiv ist wie das Baugewerbe, bietet ConBotics eine erfrischend neue Perspektive: Roboter, die Handwerker unterstützen, anstatt sie zu ersetzen. Ihr erstes Produkt, ein leichtes, benutzerfreundliches Lackierrobotersystem, beweist bereits, dass Hightech nicht gleichbedeutend mit hoher Komplexität sein muss.

Das ConBotics-Team entstand aus dem Wunsch heraus, jahrelanges Prototyping in die Praxis umzusetzen, und sah eine Chance, dort etwas zu verändern, wo es am dringendsten benötigt wird: im Fachkräftemangel, der die Bauindustrie weltweit plagt. Anstatt humanoiden Träumen nachzujagen, konzentrierte sich das Team auf die praktische Umsetzung – die Entwicklung kompakter, intuitiver Werkzeuge, die sich nahtlos in handwerkliche Arbeitsabläufe einfügen. Ihr firmeneigener Roboterarm ahmt die menschliche Bewegung nach und reduziert das Gewicht drastisch, indem er auf herkömmliche Sechs-Achsen-Konstruktionen verzichtet.

“Unsere Vision ist es, durch Robotik Freiheit für Menschen zu schaffen”, erklärt das Team. “Dies erreichen wir durch die Entwicklung von Roboterwerkzeugen, die Facharbeiter unterstützen, indem sie die Produktivität steigern und körperlich anspruchsvolle Aufgaben übernehmen.”

ConBotics hat seinen Hauptsitz in Berlin und schöpft seine Stärke aus dem internationalen Talentpool und den Robotik-Forschungsnetzwerken der Stadt. Da immer mehr Branchen nach skalierbarer, menschenzentrierter Automatisierung suchen, ist ConBotics bereit, eine neue Generation von Robotern anzuführen, die harte Arbeit in intelligente Arbeit umwandelt.

LABFLY: Gesundheitsversorgung in Drohnengeschwindigkeit

Kolja Klein, Tim Fischer und Juri Bieler, Co-founders Labfly

Kolja Klein, Tim Fischer und Juri Bieler, Co-founders Labfly

Vom Labor zur Diagnose in Rekordzeit: LABFLY ist dabei, die medizinische Logistik aus der Luft zu revolutionieren. Das aus dem ländlichen Sachsen-Anhalt stammende und vom Berliner MotionLab aus gestartete Spin-off der TU Berlin setzt autonome Drohnen ein, um die Transportzeiten von Proben für Krankenhäuser und Kliniken drastisch zu verkürzen. Die Ergebnisse sind greifbar: Lieferungen, die früher Stunden dauerten, kommen jetzt in Minuten an.

LABFLY kombiniert fortschrittliche Aerodynamik, firmeneigene Flugsoftware und die vollständige Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, um die Art von Drohnensystem zu schaffen, die Gesundheitssysteme benötigen, um in der Praxis zu bestehen. Ihre Drohneninfrastruktur fungiert als skalierbares logistisches Rückgrat für ein europaweites Gesundheitsnetzwerk aus der Luft.
“Die Auszeichnung mit dem Deep Tech Award ist eine große Ehre, die die Arbeit unseres Teams bestätigt und die entscheidende Rolle der medizinischen Drohnenlogistik für das Gesundheitswesen von morgen unterstreicht”, so das Team.

In einer Zeit, in der Schnelligkeit den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten kann, unterstreicht die Arbeit von LABFLY die soziale Kraft der Robotik. Ihre Plattform ist ein klares Beispiel für KI und autonome Systeme, die nicht der Bequemlichkeit, sondern der Pflege dienen. Und das in einem der dynamischsten Deep-Tech-Ökosysteme in Europa.

pi4_robotics: Humanoide Automation für die Fabrik der Zukunft

Matthias Krinke, CEO pi4_robotics

Matthias Krinke, CEO pi4_robotics

Seit über zwei Jahrzehnten hat pi4_robotics im Stillen die Entwicklung der Robotik in Deutschland mitgestaltet. Heute tritt das Unternehmen mit dem Workerbot16 ins Rampenlicht – einem mobilen, zweiarmigen humanoiden Roboter für die kollaborative Industriearbeit. Aber dies ist keine futuristische Spielerei. Mit voller Flexibilität, KI-gestützter Kommunikation und eingebauten AR-Fähigkeiten ist der Workerbot bereit, mit menschlichen Arbeitern in Echtzeit zusammenzuarbeiten – ganz ohne Headset oder Programmierkenntnisse.

Von Anfang an basierte die Philosophie von pi4 auf der Idee, dass Roboter mit Menschen zusammenarbeiten sollten, nicht getrennt von ihnen. Ihr Engagement für die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung spricht Bände über die umfassendere Vision, die hinter der Technologie steht: Automatisierung, die die Industrie verbessert, die menschliche Arbeit erleichtert und die soziale Gerechtigkeit stärkt.

“Das Ziel all unserer Produkte ist es, etwas zu entwickeln und zu produzieren, das unser Leben einfacher macht und einen positiven Einfluss auf Mensch und Umwelt hat”, erklärt das Team. “Wir wollen mit diesem Produkt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie stärken.”

Berlins einzigartige Mischung aus erstklassiger Ingenieurausbildung, kreativen Talenten und internationaler Zusammenarbeit macht die Stadt zum idealen Ausgangspunkt für die Arbeit von pi4. Während physische KI immer mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft rückt, stellt pi4 sicher, dass Robotik nicht nur nützlich, sondern auch menschlich bleibt.

Wo sich Mensch und Maschine treffen

Zusammen repräsentieren ConBotics, LABFLY und pi4_robotics das neue Gesicht der Robotik: zugänglich, zielgerichtet und zweckorientiert. Alle Finalisten des Deep Tech Award 2025 in der Kategorie Robotik zeigen, dass die Zukunft der Robotik in der Entwicklung von Werkzeugen, Systemen und Plattformen liegt, die es den Menschen ermöglichen, mehr zu tun, sicher und nachhaltig.

Während Berlin ein Jahrzehnt bahnbrechender Innovationen feiert, zeigen diese drei Unternehmen, warum die Robotik ein Eckpfeiler der nächsten Generation sein wird: nicht als Selbstzweck, sondern als leistungsfähiger Wegbereiter für Widerstandsfähigkeit, Kreativität und Fürsorge.