Blinks Labs GmbH - BLINKIST Berlin

Gründerteam: Tobias Balling, Niklas Jansen, Holger Seim und Sebastian Klein (von links)
Bild: Blinkist

Umfassendes Wissen in kleinen Dosen
Ein Berliner Start-up versorgt Wissenshungrige weltweit seit 2012 mit portionierter Weiterbildung

Direkt an der Berliner Ringbahn im Neuköllner Gewerbepark Sonneninsel hat die Blink Labs GmbH ihren Sitz. Mit ihrem Produkt Blinkist zielt das Berliner Start-up auf Wissenshungrige, denen die Zeit fehlt, umfangreiche Sachbücher zu lesen oder die die Kosten scheuen, wenn sie vorab den Inhalt nicht kennen. Denn Blinkist lässt seine Kunden über Smartphones und Tablets die wichtigsten Inhalte ausgewählter Sachbücher in kleinen Einheiten, sogenannten Blinks, konsumieren. Das geht dann auch mal eben beim Frühstück, in der Mittagspause oder auf dem Nachhauseweg in der S-Bahn. EFRE wirkt:

„Blinkist bietet die Kernaussagen eines Sachbuchs in einem Format, das man mobil lesen kann – um sich einfach und gründlich weiterzubilden“, bringt Geschäftsführer Holger Seim das Projekt auf den Punkt, für dessen Firmengründung er vor gut drei Jahren aus dem Süden nach Berlin gezogen ist. Die Idee dazu entstand aus einer eigenen Notwendigkeit heraus: Nach dem Berufseinstieg fiel es auch Seim zunehmend schwerer, Themen fernab des Jobs zu vertiefen und sich weiterzubilden. „Wir sahen die Notwendigkeit, Inhalte und Formate an kompaktere Geräte, kleinere Bildschirme und an die Situationen anzupassen, in denen Smartphones genutzt werden“, erinnert sich Seim an das Leitmotiv, das ihn und seine späteren Mitgründer Niklas Jansen, Sebastian Klein und Tobias Balling antrieb und im Sommer 2012 in der Gründung der Blinks Labs GmbH mündete – dem Unternehmen, das heute hinter dem Produkt Blinkist steht.

Die Entscheidung, für das Projekt nach Berlin zu gehen, fällte das Quartett sehr schnell. „Wir haben hier Zugang zu vielen Talenten, die aufgrund der niedrigen Lebenshaltungskosten dennoch bezahlbar sind“, markiert der Jungunternehmer einen Umstand, der der Firmengründung in Berlin zugutekam. Doch auch der Metropolcharakter spielte eine Rolle: „Berlin ist auch Leuten außerhalb Deutschlands ein Begriff. Es ist wichtig, aus einer Stadt zu kommen, die Kunden und potenzielle Unternehmen kennen.“ Mittlerweile schreibt Blinkist auch internationale Erfolgsgeschichten: Bereits in diesem Jahr erreicht der Umsatz den siebenstelligen Bereich, gut siebzig Prozent davon erzielt das Berliner Start-up im nicht-deutschsprachigen Raum – vor allem im angelsächsischen Raum, aber auch in Südostasien und Indien. Denn alle Bücher sind englischsprachig, ein gutes Drittel steht auch auf Deutsch zur Verfügung.

Ausgewiesene Experten bringen erfolgreiche Sachbücher auf den Punkt

Mit dem Smartphone in kleinen Einheiten Sachbücher rezipieren, das ist Blinkist.
Bild: Blinkist

Bei der Auswahl der Sachbücher greifen klar definierte Kriterien: „Wir schauen auf Bestsellerlisten, Empfehlungen von Journalisten, Meinungen von Experten. Und wir befragen auch Nutzer nach ihren Wünschen“, so Seim. Dann wird der passende Experte gesucht, der das Sachbuch zusammenfassen kann: „Ein Netzwerk aus insgesamt über einhundert freien Mitarbeitern weltweit macht die Inhalte“, stellt Seim dar: „Diese Experten sind intensiv ausgesucht und geschult. Hier passiert also bereits Qualitätsmanagement.“ Das sind dann Doktoranden, Berater und Coaches, die sich beruflich schon kreativ mit Inhalten auseinandersetzen. Ein festangestellter Mitarbeiter begleitet die Experten, liest die Sachbücher auch quer und macht Logikchecks. „So steht dann am Ende ein möglichst objektives Werk, das die Kernaussagen des Buches widerspiegelt.“ Ein abschließendes Lektorat sorgt für den nötigen stilistischen Feinschliff.

Immer mehr Bücher finden sich im Portfolio.
Bild: Blinkist

So ist die Blinkist-Bibliothek in drei Jahren von null auf 1.000 Bücher angewachsen, 400 davon gibt es zudem auch in einer Hörversion. Durchschnittlich acht bis zwölf Blinks á maximal 300 Wörter machen aus einem Sachbuch eine Blinkist-Version. Das dauert im Mittel drei bis vier Wochen. Soll es auch mal schnell gehen, reichen fünf Tage. Der Gründer Seim macht kein Geheimnis daraus, dass viele Verlage anfangs erst einmal skeptisch sind: „Nach einem ersten Gespräch sehen sie aber, dass das Marketing für ihr Buch ist. Denn wir nehmen ja nicht alle Bücher auf, sondern nur die besten.“ Aber auch der Einflussnahme durch Verlage tritt Seim klar entgegen: „Wir prüfen Buchvorschläge neutral. Denn wir nehmen Bücher auf, weil wir sie toll finden und nicht, weil wir für sie Marketing machen wollen.“ Rund 450.000 Nutzer haben sich weltweit für diesen Service registriert. Über 25.000 davon sind aktive Abonnenten, die ein monatliches Abonnement zahlen, um jederzeit alle Bücher aus dem Blinkist-Fundus lesen zu können. Die Gratis-Variante stellt täglich ein ausgewähltes Buch zur Verfügung.

Mit den Geldern aus dem EFRE können sich die Gründer auf das Wesentliche konzentrieren

Partner dieser Erfolgsgeschichte ist die Berliner IBB Beteiligungsgesellschaft. Erstmals im Herbst 2013 beteiligte sie sich mit einem hohen sechsstelligen Betrag aus dem VC Fonds Kreativwirtschaft I, der aus dem EFRE kofinanziert wird, an Blinkist. „Bei dieser Investition lag der Fokus darauf, Produkt und Geschäftsmodell weiter zu optimieren“, erinnert sich Seim. Im November 2014 folgte eine zweite Investitionsrunde in siebenstelliger Höher: Nun ging es um klassische Wachstumsfinanzierung. Mitarbeiter für Marketing und Wachstum wurden eingestellt. „Ein gemeinsamer Bekannter, mittlerweile ein guter Freund, kannte eine Investmentmanagerin bei der IBB Bet und hat sie mir wärmstens ans Herz gelegt“, erinnert sich Seim an die ersten Kontakte. Danach ging alles sehr schnell, nach drei, vier Monaten stand das Investment fest. Die Beteiligung hat Seim ebenfalls nie bereut: „Die IBB Bet ist ein sehr unaufgeregter Investor ohne den direkten Druck, den vielleicht andere Fonds haben, die sich vor ihren Kapitalgebern rechtfertigen müssen. Das macht es mir persönlich einfacher, hier in Ruhe ein Business aufzubauen und mich darauf zu fokussieren, die Herausforderungen vor Ort in den Griff zu bekommen.“

Der weitere Wachstum steht im Fokus

Mittlerweile sorgen neben den vier Gründern weitere 16 festangestellte Mitarbeiter aus acht Nationen dafür, dass Blinkist funktioniert. Und mit einer neuen Finanzierungsrunde, die Ende dieses Jahres abgeschlossen sein soll, will Blinks Labs sein Team sogar verdoppeln. Dafür wurden gerade neue Büroräume in Berlin-Neukölln bezogen. Auf rund 400 Quadratmetern wächst Blinkist nun nicht nur räumlich weiter: „Wir wollen jetzt weiter Nutzer akquirieren und das Produkt weiter entwickeln, um Innovationsführer zu bleiben“, legt Seim die nächsten Schritte fest. Dabei hilft dann auch die Kooperation mit einer der größten deutschen Sonntagszeitungen: „Blinkist ist jetzt in jeder digitalen Ausgabe der Welt am Sonntag vertreten. Das ist ein Mehrwert für beide Seiten: Wir kriegen mehr Reichweite und die Welt hochwertige Inhalte für ihr redaktionelles Angebot.“ Auch darüber hinaus sieht Seim Blinkist auf einem guten Weg: „Ende nächsten Jahres werden wir vierzig Arbeitsplätze geschaffen haben, die auch recht stabil sind und das Wachstum geht weiter. Wir bauen hier ein Unternehmen, das langfristig Bestand hat und Arbeitsplätze schafft.“

Kontakt

Blinks Labs GmbH
Sonnenallee 223
12059 Berlin

Tel.: +49 30 6162 6906
support@blinkist.com

Hintergrund

EU-Logo mit EFRE - Zusatz unten

Mit über 300 Millionen EUR wird der größte Anteil der Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Förderung von Innovationen eingesetzt. Unternehmen und Projekte in der privaten Wirtschaft oder in Kooperation mit der privaten Wirtschaft sollen zu Investitionen in Forschung und Entwicklung bewegt werden. Außerdem sollen die Vernetzung von privaten Unternehmen und öffentlichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Universitäten weiter verbessert und gemeinsame FuE-Aktivitäten intensiviert werden. Der VC Fonds – Kreativwirtschaft II fördert Beteiligungen für junge Berliner Unternehmen der Kreativwirtschaft in den Bereichen Film, Rundfunk und Fernsehen, Verlage, Musik, Entertainment, Werbung, Mode, Design, Architektur, Multimedia, Games, Software, Kunst und Kultur.

Entscheidender Akteur ist dabei die IBB Beteiligungsgesellschaft mbH, die seit 1997 in der Berliner Venture Capital-Szene (VC) aktiv ist. Die Fonds der IBB Bet, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Investitionsbank Berlin (IBB), sind mit öffentlichen Mitteln finanziert, aktuell befinden sich zwei Fonds in der Investitionsphase: Der Tech Fonds II mit einem Volumen von 60 Millionen Euro und der Kreativ Fonds II mit 40 Millionen Euro. Jeweils die Hälfte stellen das Land Berlin und der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung der Europäischen Union zur Verfügung. Mehr Informationen unter www.berlin.de/efre und www.ibb-bet.de.