KULAU GmbH

Josefine Staats
Bild: ariadne-an-der-spree.de

Vom Cocktail am thailändischen Strand zum Lifestyle-Lebensmittel
Die Kokosnuss erobert Europa

Aus dem Herzen Berlins wandern biozertifizierte Kokosnussprodukte nach ganz Europa. Dahinter steht die Kulau GmbH, die 2015 wohl erstmals den Zwei-Millionen-Euro-Umsatz knacken wird. Das Gesicht der gerade einmal siebenjährigen Erfolgsgeschichte ist Gründerin und Geschäftsführerin Josefine Staats. Sie steht nicht nur voll und ganz hinter ihrem Projekt, dank der Unterstützung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe konnte Kulau weiter expandieren. EFRE wirkt:

Alles begann mit einem Kokos-Cocktail am thailändischen Strand: „Ich machte 2007 meinen Master of Business Administration in Singapur. Bei Reisen durch Asien entdeckte ich meine Leidenschaft für die Kokosnuss“, erinnert sich Josefine Staats an die Anfänge von Kulau – in der Sprache Tok Pisin, die auf Papua-Neuguinea gesprochen wird‚ übrigens das Wort für ‚junge grüne Kokosnuss‘. Sie sah die Produktvielfalt an Kokosnussprodukten und im Kontrast dazu das bescheidene Angebot in Europa. „Und dann habe ich mit den ersten Produkten begonnen: Erst mit Kokoswasser, dann mit Kokosöl, Kokosblütenzucker und Kokosmehl.“

Staats überzeugt mit ihren Produkten, weil sie selber überzeugt ist

Und wenn man die junge Geschäftsführerin über ihr Produkt reden hört, wenn sie erzählt, dass sie selber eine der besten Kundinnen sei und ihre Augen vor Überzeugung strahlen, glaubt man Staats, dass die Geschichte von Kulau erst am Anfang steht: „Ich liebe das Kokosöl, es ist genial.“ Heute bietet der Kulau-Onlineshop knapp 20 verschiedene Produkte rund um die Kokosnuss.

Standort Berlin war 2008 eine bewusste Entscheidung

Josefine Staats
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2008 entschied sich Josefine Staats bewusst für den Standort Berlin, obwohl ihre Heimat ganz woanders lag: „Schon damals hatte Berlin in Deutschland den Ruf einer Gründungsstadt.“ Und weder diese Entscheidung, noch die der Unternehmensgründung überhaupt hat Staats bis heute bereut – obwohl die Familie und Freunde die Gründerin von Kulau damals noch für verrückt erklärten. Doch nach einigen Jahren Imagearbeit für die Kokosnuss besänftigte die junge Geschäftsführerin auch die größten Skeptiker: „Meine Familie bleibt zwar eher kritisch, nutzt aber begeistert Kokosöl und Kokoszucker.“ Es gibt zudem auch Unterstützung: Ihr Bruder, gelernter Jurist, berät sie immer wieder in rechtlichen Fragen, ihr Lebenspartner, selber in der Lebensmittelbranche tätig, lässt sein Know-how auch in die Kulau GmbH einfließen.

Schritt nach Europa erforderte Manpower und Investitionen

Schon mit bei der Firmengründung wollte Josefine Staats ihr Unternehmen europaweit platzieren. Mit den EFRE- und Landesmitteln aus dem Förderprogramm für Internationalisierung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe wagte die Jungunternehmerin 2011 den Schritt in die Beneluxstaaten. „Mit Hilfe der Förderung konnte ich vor allem Arbeitsplätze schaffen. Zuerst habe ich ja einen Außenwirtschaftsassistenten eingestellt. Das Programm hat mir zudem ermöglicht, Messen in den Beneluxstaaten zu besuchen. Auch die notwendigen Übersetzungen für Flyer wurden gefördert.“ Das Förderprogramm griff bald und ermöglichte, die Internationalisierungsstrategie voranzutreiben: Heute sind die Benelux-Staaten ein wichtiger Absatzmarkt für Kulau-Produkte.

EFRE als Chance

Josefine Staats
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Von den Förderprogrammen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erfahren hat Josefine Staats über das Internet und Seiten wie die “Förderdatenbank” vom Bundeswirtschaftsministerium für Wirtschaft und Energie. Aber auch ihre Zeit in Brüssel half der Unternehmerin, die sich selber daher als „Insiderin“ bezeichnet, im Förderdschungel den Durchblick zu wahren. Mittlerweile hilft Staats auch der Ansprechpartner bei der Investitionsbank Berlin (IBB), bei welcher der Antrag zu stellen ist, neue Fördermöglichkeiten zu finden. Die Kulau GmbH sucht gerade neue Fördermittel, denn ein Innovationsassistent und ein weiterer Außenwirtschaftsassistent sollen eingestellt werden.

Anfangs hatte Staats die üblichen Vorurteile gegen die Europäische Union und ihre Programme: alles sei zu bürokratisch und zu aufgebläht mit zu vielen Mitarbeitern. „Es ist auf jeden Fall wichtig, dass es Förderungen gibt“, stellt Staats aber heute mit Blick auf ihre Erfahrungen fest, „diese müssten aber noch vereinfacht und gebündelt werden.“ Das kann Staats in den neuen Programmen bereits feststellen: „Sie sind konkreter und besser, weil sie weniger bürokratischen Aufwand erfordern. Früher musste man sich mit Förderanträgen auskennen. Das neue Antragsverfahren ist sehr viel vereinfachter, unbürokratischer und gezielter.“

Ausgewogenheit aus Berliner Unternehmertum und sozialem Engagement

Neben dem unternehmerischen Gedanken lässt Staats auch den sozialen Aspekt nicht außer Acht: „Wir arbeiten daran, ein nachhaltiges Unternehmen zu sein, das nicht nur Bioprodukte hat, weil sie gerade in sind. Wir versuchen, das auch wirklich zu leben.“ Mit der Berliner Behindertenwerkstatt Mosaik steht vor Ort ein Partner zur Seite, der genau das widerspiegelt. Mosaik erledigt für die Kulau GmbH einen Großteil des Versands und die Kommissionierung. Außerdem wird ein Teil der Kulau Produkte auch dort abgefüllt. Es ist fast schon müßig zu sagen, dass auch die Kooperationspartner im Ausland fair behandelt werden: „Wir arbeiten mit Plantagen und Produktionsanlagen in Sri Lanka und auf den Philippinen zusammen. In Indonesien kaufen wir z.B. von einer Kleinbauernkooperative“, zählt Staats auf und ergänzt: „Die profitieren tatsächlich davon, weil wir deren Zucker zu höheren Preisen kaufen.“

Die Kulau GmbH wird derweil in Berlin weitere Arbeitsplätze schaffen: Zu den aktuell zehn Mitarbeitern sollen noch in diesem Jahr zwei weitere kommen. Das Konzept funktioniert, das Unternehmen wächst und plant als nächstes auch den Schritt in die Kokosöl-Forschung. Denn da sieht Staats noch Potential – und der EFRE kann wieder wirken, wenn Bedarf ist.

Kontakt

KULAU GmbH

Kastanienallee 10
10435 Berlin

Tel.: +49 30 5858300 0
Fax: +49 30-5858300 4719
info@kulau.de

Hintergrund

go international

Das Programm für Internationalisierung ist ein Förderangebot der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Berlin, mit dem die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Wirtschaft gestärkt und kleine und mittlere Unternehmen bei der Erschließung neuer Auslandsmärkte unterstützt werden sollen.

EU-Logo mit EFRE - Zusatz unten

Im Baukastenprinzip bauen verschiedene Förderangebote aufeinander auf und unterstützen neben Einzelmaßnahmen ebenso Gemeinschaftsprojekte wie Messebesuche und Konferenzauftritte. Auch die Einstellung von Außenwirtschaftsassistenten und der Ausbau internationaler Netzwerke ist Förderschwerpunkt. Mehr Informationen unter www.berlin.de/efre und www.ibb.de/wachsen.