Tempohomes FAQ

Bildvergrößerung: Tempohome in der Gerlinger Straße
Bild: LAF

Noch immer leben viele Flüchtlinge in Berlin in Notunterkünften, denn bezahlbarer Wohnraum in Berlin ist knapp. Um in dieser Situation Abhilfe zu schaffen, werden seit Mitte 2016 an geeigneten Standorten in Berlins temporäre Wohnquartiere für Geflüchtete in Wohncontainern errichtet, sogenannte „Tempohomes“. Diese Unterbringungsform stellt einen nächsten Schritt in der Unterbringung dar, bis ausreichend Plätze in sanierten Bestandsunterkünften und neuen Wohnheimen (Modulare Unterkünfte zur Flüchtlingsunterbringung – MUF) bezugsfertig sind bzw. ausreichend bezahlbare Mietwohnungen zur Verfügung stehen.

Tempohomes - Containerdörfer zur Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin

Berliner Flüchtlingsmanagement für eine wachsende Stadt.

PDF-Dokument (463.5 kB) - Stand: Juli 2016 Dokument: Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales

Hier finden Sie die Außenanlagenpläne verschiedener Tempohome-Standorte mit den vorgesehenen Grünanlagen, Ballspielflächen, Spielgeräten, Bänken etc, aus denen die finale Stellung der einzelnen Gebäude und die Gesamtgestaltung hervorgeht.

Außenanlagenplan - Lissabonallee 6 in Zehlendorf

PDF-Dokument (3.2 MB)

Außenanlagenplan - Siverstorpstrasse 5 in Pankow/Buchholz

PDF-Dokument (1.1 MB)

Außenanlagenplan - Quittenweg in Glienicke/Treptow-Köpenick

PDF-Dokument (444.6 kB)

Tempohomes in Berlin

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Unser FAQ zu Tempohomes

Als „Tempohomes“ werden die Wohncontaineranlagen zur Unterbringung von Geflüchteten bezeichnet, die seit Mai 2016 im Berliner Stadtgebiet errichtet werden. Die Nutzung ist in der Regel für einen Zeitraum von 3 Jahren ab Betriebsbeginn vorgesehen.

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Bauträger im Auftrag des Landes Berlin ist die landeseigene Berliner Immobiliengesellschaft (BIM). Gegenüber Umbauten von bestehenden Immobilien haben Wohncontainerdörfer den Vorteil, dass sie relativ schnell errichtet werden können, dem Land Berlin gehören und auf landeseigenen Grundstücken stehen.

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Für den Betrieb der Tempohome-Standorte wählt das LAF über ein europaweites Ausschreibungsverfahren den jeweiligen Betreiber aus. Die ersten Vergabeverfahren sind abgeschlossen, weitere laufen aktuell.

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Insgesamt entstehen an 17 Standorten im Berliner Stadtgebiet Tempohome-Anlagen mit insgesamt bis ca. 5.300 Plätzen. Je nach Grundstückssituation werden sie als Einzel-, Doppel- und Vierfach- Wohnanlagen geplant.
Ein Einzel-Musterstandort (Dorf) ist als Gemeinschaftsunterkunft mit Selbstversorgung der Bewohner und Unterbringung in kleineren in sich abgeschlossenen Wohneinheiten für Familien und Wohngruppen geplant. Er umfasst acht Wohngebäude mit je acht Wohneinheiten. In jeder Wohneinheit ist Platz für vier erwachsene Einzelpersonen.

Insgesamt ist in einem Musterdorf also Platz für bis zu 256 Menschen. Doppelstandorte haben rund 500 Plätze. Der größte Standort mit mehr als 1.000 Plätzen (bestehend aus vier „Dörfern“) entsteht auf dem Tempelhofer Feld.
Wie viele Personen an einem Standort konkret untergebracht werden können, hängt aber von der Größe der Familienverbände ab. So wird beim Einzug von Familien die Anzahl der Kinder bei der Raumvergabe berücksichtigt, familienfremde Personen werden nicht gemeinsam mit Familien untergebracht.

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Ein Tempohome-Musterstandort besteht aus

  • acht Wohngebäuden
  • einem Verwaltungsgebäude
  • einem Versorgungsgebäude sowie
  • einem Pförtner- bzw. Eingangshäuschen.

Alle Gebäude sind aus einzelnen Containern mit einer ca. 13 qm großen Grundfläche zusammengestellt. Sie sind größtenteils ebenerdig und haben nur das eine Erdgeschoss.
Die Wohngebäude bestehen aus Wohneinheiten, die jeweils in sich abgeschlossen und erdgeschossig von außen zugänglich sind. In einer Wohneinheit ist Platz für vier Personen.

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Jede Wohneinheit ist in sich abgeschlossen und besteht aus drei Räumen:
In der Mitte befindet sich der Eingangsraum mit der Pantry-Küche und einem dahinter liegenden abgeschlossenen Bereich mit Duschzelle und Toilette. Rechts und Links vom Eingangsraum liegt jeweils ein Schlafraum für zwei Personen. Nach dem Aufenthalt in Notunterkünften mit eingeschränkter Privatsphäre und Kantinenessen bekommen die Menschen damit endlich wieder eine kleinere Wohneinheit, in der sie eine Tür hinter sich schließen können, und können selbst für sich und ihre Familie kochen.

Die Wohnungen werden mit Betten, Schränken, Stühlen, Tischen, Wäsche sowie Koch- und Essgeschirr ausgestattet. Darüber hinaus gibt es an jedem Tempohome-Standort Verwaltungs-, Versorgungs- und Gemeinschaftsgebäude. Im Verwaltungsgebäude befinden sich die Büros des Betreibers, Beratungsräume, Aufenthaltsräumen für die Mitarbeiter, Abstellräume und eine entsprechend ausgestattete Hausmeisterwerkstatt. Im Versorgungsgebäude gibt es Waschmaschinen und Trockner zur Selbstnutzung für die Bewohnerinnen und Bewohner. Im Gemeinschaftsgebäude befinden sich Kinderspielzimmer, Schularbeitszimmer, einen PC-Raum und Gemeinschaftsräume, z.B. für geselliges Beisammensein, Kurse oder Festlichkeiten. Dies gehört zu den Qualitätsanforderungen des LAF.

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Auf den Freiflächen jedes Standortes entstehen Spiel- und Freizeitbereiche mit Sandspielkasten, Spielgeräten und Bänken, ähnlich wie auf einem öffentlichen Kinderspielplatz. Auch Ballspielflächen und Gartenflächen mit Pflanzgefäßen zur eigenen Gestaltung durch die Bewohnerinnen und Bewohner sind vorgesehen.

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Zuständig für die Auswahl der Grundstücke ist die Senatsverwaltung für Finanzen. Dazu haben zahlreiche Gespräche zwischen Finanzverwaltung und Bezirken stattgefunden. In einem mehrstufigen Verfahren wurden seit Herbst 2015 mehr als 1500 Liegenschaften, die im Besitz des Bundes und des Landes Berlin sind, zunächst planungsrechtlich und sozialräumlich von einer Expertenkommission geprüft. Daraus wurden mehr als 50 Standorte herausgefiltert, die intensiver geprüft und von der Senatsverwaltung für Finanzen mit den jeweiligen Bezirken besprochen wurden. Wurde ein Standort vom jeweiligen Bezirk abgelehnt, war der Bezirk verpflichtet, einen Ersatzstandort zu benennen.

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Der Bauantrag eines jeden Standortes wurde von der obersten Bauaufsicht bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gemäß § 65 Bauordnung Berlin in einem normalen Regelverfahren geprüft und genehmigt. Dabei wurden gemäß Planungsrecht die vorgeschriebenen fachlichen Stellungnahmen der Bezirke einbezogen.

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Aufgrund der eingeschossigen Bauweise, der separat erschlossenen Apartments und den direkten erdgeschossigen Ausgängen ins Freie ist eine schnelle Evakuierung der Bewohnerinnen und Bewohner im Brandfall sichergestellt, sodass der Einbau einer automatischen Brandmeldeanlage entfällt. Es werden jedoch Rauchmelder (nach DIN 14676) in jedem Bewohnerzimmer eingebaut, um schlafende Bewohner und Bewohnerinnen im Brandfall zu wecken. Dies ist mit der obersten Bauaufsicht Berlin abgestimmt.

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Nach geltendem Baurecht gibt es eine Genehmigung für drei Jahre ab Betriebsbeginn der jeweiligen Unterkunft. Ausnahme ist der Tempohomes-Standort auf dem Tempelhofer Feld. Dieser muss gemäß Tempelhofgesetz zum 31.12.2019 abgebaut sein.

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Alle geltenden und erforderlichen Arten-, Baum-, Boden-, Schallschutzbelange werden je Standort geprüft und eingehalten.

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  1. Die vom Land Berlin geförderten Stadtteilzentren haben den Auftrag, den Aufklärungs- und Informationsbedarf der Nachbarschaft abzudecken und das ehrenamtliche Engagement zur Unterstützung der Flüchtlinge zu koordinieren. So moderieren die Stadtteilzentren Anwohnerveranstaltungen oder begleiten das Ankommen der Flüchtlinge in dem jeweiligen Kiez. Sie pflegen den Kontakt zu ehrenamtlichen Netzwerken und Helfern im Stadtteil und vermitteln und fördern Projekte. Um die Flüchtlingsarbeit der Stadtteilzentren zu stärken, wurden im Landeshaushalt 2016/17 dafür jährlich 600.000 € bereitgestellt.
  2. In den Ortsteilen, in denen bereits ein von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt finanziertes Quartiersmanagement eingerichtet wurde, fördert dieses ebenso die soziale Integration durch konkrete Projekte im Stadtteil.
  3. Darüber hinaus hat das Land Berlin jedem Bezirk eine Million Euro für Integrationsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. In jedem Bezirk wurde ein/e Flüchtlingskoordinator/in benannt als Ansprechpartner/in für Informationen und Anwohnerbelange, in einigen Bezirken wird diese Aufgabe durch eine/n Ehrenamtskoordinator/in erfüllt. (Bezirkliche Flüchtlingskoordinatoren von Berlin)
  4. Der jeweilige Betreiber eines Tempohomes ist vertraglich verpflichtet, sowohl den Kontakt in den Stadtteil zu den Netzwerkpartnern und Ehrenamtlichen zu fördern, als auch deren Aktivitäten und Projekte in den Räumen der Einrichtung zu ermöglichen. Der Betreiber ist verpflichtet, eine Personalstelle für die Koordination der ehrenamtlichen Aktivitäten in der Einrichtung vorzusehen. Diese wird je (anteilig in Arbeitsstunden je nach Größe der Einrichtung) vom LAF finanziert.
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Kitaplätze und Willkommensklassen werden vom Bezirk organisiert. Flüchtlingskinder unterliegen genau wie alle anderen Kinder in Berlin der Schulpflicht und sollen so schnell wie möglich in einer regulären Schule unterrichtet werden. Grundsätzlich ist der Besuch der örtlichen Schulen vorgesehen. Zur Absicherung der Kapazitäten in Kitas und Grundschulen etc. stocken die Bezirke die erforderlichen Plätze auf.
Zudem stehen in jedem Tempohome ein Kinderspielzimmer und ein Schularbeitsraum für die Kinder und Jugendlichen zur Verfügung.

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Das Sicherheitskonzept jedes Standortes wird mit dem Landeskriminalamt abgestimmt. Ein Wachschutz ist 24 Stunden vor Ort. Im Bereich der Außenanlagen kann eine Videoüberwachung eingerichtet werden, sollte dies aus Sicherheitsgründen erforderlich sein. Der zuständige Polizeiabschnitt ist ebenfalls von Beginn der Baumaßnahme informiert und fährt regelmäßige Streifentouren an dem jeweiligen Standort. Außerdem besitzt jedes Grundstück eine Zaunanlage.

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Haben Sie Fragen?

  • Ihre Ansprechpartnerin zu Fragen der stadtplanerischen, bautechnischen und strategischen Entwicklung ist:
    Kathrin Maltzahn
    Referatsleiterin

    Tel.: 030 90225 1298
    E-Mail: Kathrin.Maltzahn@LAF.Berlin.de