Anrechnung von Einkommen

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Taschenrechner Bild: LAF

Ich bekomme Leistungen vom LAF und möchte zusätzlich eigenes Geld verdienen. Was muss ich beachten?

Arbeit ist der beste Weg, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Wenn Sie ein Praktikum absolvieren, sich ehrenamtlich innerhalb oder außerhalb Ihrer Unterkunft engagieren oder eine bezahlte Tätigkeit aufnehmen, sammeln Sie wichtige Erfahrungen in der deutschen Arbeitswelt , erwerben fachliche Qualifikationen und Sprachkenntnisse und knüpfen neue Kontakte.
Wenn Sie eigenes Geld verdienen, hat dies jedoch Auswirkungen auf die Leistungen, die sie vom LAF erhalten. Dahinter steckt der Grundsatz, dass jeder nur soweit vom Staat unterstützt wird, wie er sich nicht selbst helfen kann. Jeder Fall ist anders und wird daher von uns im LAF individuell geprüft.

Wichtig

Bitte informieren Sie sich VOR Beginn Ihrer Beschäftigung oder ehrenamtlichen Tätigkeit bei Ihrem Sachbearbeiter im LAF, wie sich Ihr künftiges Einkommen auf Ihre Leistungen auswirkt.

Wie wird mein Arbeitseinkommen auf meine Leistungen angerechnet?

Wenn Sie Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) beziehen, werden 25 Prozent ihres monatlichen Einkommens nicht auf diese Leistungen angerechnet. Dieser Freibetrag darf jedoch insgesamt nicht höher sein als die Hälfte ihres gesetzlichen Leistungsanspruchs.
Wenn Sie also z.B. monatliche Leistungen in Höhe von 354,- Euro vom LAF erhalten, liegt der maximale Freibetrag bei 177,- Euro. Dazu kommt eine monatliche Arbeitskostenpauschale von 5,20 Euro. Die restlichen 75 Prozent ihres Einkommens werden aber auf ihre Leistungen angerechnet – diese werden entsprechend gesenkt.

Ich bin ehrenamtlich tätig und bekomme eine Aufwandsentschädigung. Zählt dies als Einkommen?

Ja. Zum Einkommen zählen:

  • Einkommen aus nichtselbstständiger Erwerbsarbeit
  • Einkommen aus Honorarvertrag (z.B. als Sprachmittler)
  • Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Arbeit (z.B. bei einem Kulturverein)
  • Einsatz im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD)

Können meine Leistungen auch ganz wegfallen, wenn ich selbst Geld verdiene?

Ja. Ein höheres Einkommen kann dazu führen, dass Ihr Leistungsanspruch sinkt oder ganz entfällt. Dies hängt auch davon ab, wie viele Personen in Ihrem Haushalt leben. Unter Umständen müssen Sie sich zudem an den Kosten Ihrer Unterbringung beteiligen. Diese sind in einer Gemeinschaftsunterkunft meist erheblich höher als in einer Mietwohnung, da hier nach Tagessätzen bezahlt wird. Damit es nicht zu Nachforderungen an Sie kommt, ist es daher sehr wichtig, dass Sie die Auswirkungen auf Ihren Leistungsanspruch VOR Beginn der Arbeit bei uns prüfen lassen.

Das klingt alles so kompliziert. Wie kann ich mir das vorstellen?

Hier haben wir ein Beispiel:
Mahmoud H. lebt seit 10 Monaten in Deutschland und befindet sich im laufenden Asylverfahren. Er lebt ohne weitere Familienangehörige in einer Gemeinschaftsunterkunft in Berlin. Das LAF zahlt ihm jeden Monat Leistungen in Höhe von 354,- Euro und übernimmt die Kosten der Unterkunft.
Vor kurzem hat Mahmoud H. eine Teilzeitstelle als Malergehilfe in einem kleinen Handwerksbetrieb gefunden, wo er im Monat 200,- Euro verdienen wird.

Wie wirkt sich Mahmouds Einkommen nun auf die vom LAF gezahlten Leistungen aus?

Mahmouds Bedarf laut AsylbLG

  • Leistungen nach § 3a Abs. 1 AsylbLG 135,00 EUR
  • Leistungen nach § 3a Abs. 2 AsylbLG 219,00 EUR
  • Gesamtbedarf: 354,00 EUR

Mahmouds Einkommensermittlung (§ 7 AsylbLG)

  • Einkommen (Malergehilfe) 200,00 EUR
  • abzgl. Freibetrag § 7 Abs. 3 AsylbLG (25%) -50,00 EUR
  • abzgl. Arbeitsmittelpauschale -5,20 EUR
  • Anrechenbares Gesamteinkommen: 144,80 EUR

Mahmouds Leistungsberechnung

  • Bedarf 354,00 EUR
  • Einkommen -144,80 EUR
  • Leistung nach dem AsylbLG: 209,20 EUR

Antwort:
Nach Abzug des Freibetrags bleiben von Mahmouds Gehalt als Mahlergehilfe 144,80 Euro übrig, die auf seine Leistungen angerechnet werden. Das LAF zahlt ihm daher einen verminderten Satz von 209,20 Euro aus. Die Kosten für die Unterbringung werden weiterhin in voller Höhe vom LAF übernommen. Das Gehalt wird ihm direkt vom Arbeitgeber überwiesen.

Für den Personenkreis der § 2 AsylbLG-Leistungsberechtigten gelten die Regelungen des Zwölften Sozialgesetzbuches in analoger Anwendung.

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