Registrierung im LAF

Bildvergrößerung: Die Registrierung in der Bundesallee 171
Bild: LAF

Was ist ein Ankunftszentrum?

Das Ankunftszentrum in Berlin erleichtert die Erstaufnahme und Registrierung neuer Asylsuchender. Dazu gehören eine Kurzzeit-Unterkunft im ehemaligen Flughafen Tempelhof und ein Registrierungszentrum in der Bundesallee 171. Um die Abläufe zu beschleunigen, sind dort alle Behörden vertreten, die für das Asylverfahren wichtig sind.

Dort finden Sie:

  • das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF): Es registriert Sie als Asylbegehrende/r und versorgt Sie mit sozialen Leistungen.
  • das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF): Das BAMF nimmt Ihren Asylantrag entgegen, prüft ihn und entscheidet darüber. Diese Entscheidung kann unterschiedlich lange dauern, je nachdem, wie schwierig sich die Prüfung darstellt.
  • die Ausländerbehörde: Sie stellt nach Abschluss des Asylverfahrens die nötigen Aufenthaltsdokumente aus.
  • die Bundesagentur für Arbeit (BA): Wenn Sie aus einem Herkunftsland mit hoher Aussicht auf Anerkennung kommen, werden Sie hier über Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland beraten. Die BA prüft auch Ihre Deutschkenntnisse und vermittelt Ihnen einen Platz in einem Sprachkurs.
Bildvergrößerung: Maschine zum Scannen des Fingerabdrucks
Bild: LAF

Wie läuft das Registrierungsverfahren im Einzelnen ab?

Im Ankunftszentrum im Flughafen Tempelhof werden Sie medizinisch untersucht und können sich impfen lassen. Wenn entschieden ist, dass Sie Ihr Asylverfahren in Berlin durchlaufen, wird bei Ihnen ein Lungenröntgen zur TBC-Früherkennung durchgeführt. Diese Untersuchung ist verpflichtend.

Ein Shuttle-Bus des LAF bringt Sie zur Bundesallee, wo Ihre Registrierung als Asylbewerber/in stattfindet. Dabei durchlaufen Sie folgende Stationen:

  • Sicherheitsüberprüfung
    Die Polizei Berlin nimmt Ihre Fingerabdrücke in digitalisierter Form und gleicht sie mit verschiedenen Datenbanken ab. So wird festgestellt, ob Sie in einem anderen deutschen Bundesland oder einem anderen europäischen Land bereits als Asylbewerber/in erfasst wurden oder ob es Einträge im Strafregister gibt.
  • Bundesweite Verteilung
    Ihre Daten werden in ein bundesweites Computersystem (EASY-Verfahren) eingegeben, das alle Asylbegehrenden in Deutschland je nach Aufnahmequote an die einzelnen Bundesländer verteilt. Hier entscheidet sich, ob Sie Ihr Asylverfahren in Berlin durchlaufen, oder ob Sie in ein anderes Bundesland weiter geleitet werden. Wenn Sie weiter reisen, bekommen Sie eine entsprechende Anlaufbescheinigung von uns sowie bei Mittellosigkeit eine Fahrkarte an Ihren Zielort; mehr dazu auf unserer Seite Asylantrag beim BAMF.
  • Ankunftsnachweis
    Wenn Sie Ihr Asylverfahren in Berlin durchlaufen, wird als nächstes Ihr Ankunftsnachweis erstellt. Er ermöglicht Ihnen den Zugang zu Leistungen wie Unterbringung, Verpflegung und medizinischer Versorgung. Im Ankunftsnachweis sind ein biometrisches Foto und Ihre persönlichen Daten festgehalten. Auch minderjährige Kinder und Jugendliche erhalten einen eigenen Ankunftsnachweis und werden zudem auf dem Ausweis der Eltern eingetragen.
  • Sozialberatung
    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialdienstes im LAF beraten Sie zum Ablauf des Asylprozesses und geben einen Überblick über Ihre Rechte und Pflichten als Asylbewerber. Sie prüfen zudem, ob bei Ihnen eine besondere Schutzbedürftigkeit vorliegt, zum Beispiel als Folteropfer oder aufgrund von Krankheit, Behinderung oder Schwangerschaft. Mehr Informationen hier (Der Sozialdienst im LAF).
  • Erste Leistungen
    Zum Abschluss Ihrer Registrierung bekommen Sie bei Bedarf Ihre Leistungen für den ersten Monat. Dazu werden zunächst alle dafür wichtigen Daten erfasst. Dies sind neben Ihren persönlichen Daten auch Anzahl und Alter der mitreisenden Familienangehörigen.
    Als letzter Schritt wird Ihnen und Ihrer Familie ein Platz in einer Berliner Aufnahmeeinrichtung (Unterkunft mit Vollverpflegung) vermittelt, wo Sie die erste Zeit Ihres Aufenthaltes leben werden, höchstens sechs Monate. Dies hat der Gesetzgeber so festgelegt. Für Antragsteller aus sicheren Herkunftsländern oder Personen, die bereits in einem anderen europäischen Land einen Asylantrag gestellt haben, gelten andere Regelungen.
  • Termin beim BAMF
    Direkt im Anschluss an die Registrierung als Asylbewerber haben Sie Ihren ersten Termin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dort stellen Sie Ihren eigentlichen Asylantrag. Wenn Sie Staatsangehörige/r eines Landes sind, das am Direktverfahren teilnimmt, findet zu diesem Termin bereits die erste Asylanhörung statt.
  • Daraus folgende Entscheidungen der Ausländerbehörde (bei Direktverfahren)
  • Möglichkeit zum Sprachtest und zur Beratung durch die Bundesagentur für Arbeit (für Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive)

Welche Dokumente sind wichtig, um meinen legalen Aufenthalt in Deutschland zu belegen?

Im Zuge Ihrer Registrierung wird für Sie ein Ankunftsnachweis (ANKUNA) erstellt. Er gilt als offizieller Nachweis Ihrer Identität und ist die Voraussetzung dafür, einen Asylantrag im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen zu können und Leistungen zu erhalten. Bei Ihrem ersten Termin im BAMF geben Sie Ihren Ankunftsnachweis ab und erhalten eine Aufenthaltsgestattung. Die Aufenthaltsgestattung ist befristet. Zur Verlängerung benötigen Sie einen Termin bei der Ausländerbehörde.

Wichtiger Hinweis

Bitte bewahren Sie Ihre Aufenthaltsgestattung sorgfältig auf. Nur mit diesem Dokument können Sie nachweisen, dass Sie Asyl beantragt haben und sich legal in Deutschland aufhalten. Bei Verlust dieses Dokumentes informieren Sie sofort das BAMF. Es stellt Ihnen ein Ersatzdokument aus.

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