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Krawalle überschatten friedlichen Protest gegen Pegida

Licht und Schatten bei den Protesten gegen Islamfeinde in Potsdam: Hunderte treten den rechten Parolen friedlich entgegen. Doch am Ende schaukelt sich die Gewaltbereitschaft gegen Pegida und Polizei hoch.
Polizisten bei einer Pegida-Demo in Potsdam
Polizisten sind bei einer Pegida-Demo in Potsdam (Brandenburg) im Einsatz. Foto: Julian Stähle © dpa

Potsdam (dpa/bb) - Nach den heftigen Krawallen von Gegnern der ersten Pegida-Demo Potsdams ermittelt die Polizei wegen schweren Landfriedensbruchs. Die Ausschreitungen hatten die friedlichen Proteste gegen die Islamfeinde am Montag überschattet. Die Landeshauptstadt habe an dem Abend eine «neue Dimension von Gewalt» erlebt, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. «Es gab Familien, die mit Kinderwagen kamen und plötzlich Hass entwickelten gegenüber den Versammlungsteilnehmern.» Die Polizei sprach von regelrechter Agitation bei einem ursprünglich friedlichen Konzert von Demo-Gegnern. «Es kam zu einer Aufstachelung. Irgendwann hat der Erste Steine geworfen und andere haben dann mitgemacht.»

Pegida-Gegner warfen Flaschen, Steine, große Böller und Schneebälle mit Steinen im Inneren. Beamte setzten Pfefferspray ein, zwei zusätzliche Einsatzhundertschaften wurden nach Potsdam beordert. Nach ersten Erkenntnissen wurden sieben Beamte verletzt.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) prangerte die Angriffe an. «Die Gewalt ging gestern Abend ausschließlich und in massiver Form von links aus.» Die Teilnehmer der Pegida-Versammlung hätten sich dagegen friedlich verhalten. Die Ausschreitungen seien die schwersten in Potsdam seit zehn Jahren.

Ein Bus sei von Hunderten Menschen aus dem linken Spektrum umringt und am Weiterfahren gehindert worden. «Gewaltbereite Chaoten bewarfen den Bus mit Flaschen, traten gegen die Seiten und warfen ein Absperrgitter unter ihn», so Schröter. «Teilnehmer an solchen gewalttätigen Protesten führen keinen «Kampf gegen rechts», sondern einen Kampf gegen den Rechtsstaat.» Er würdigte zugleich friedliche Anti-Pegida-Demos.

Auch der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) verurteilte die gewaltsamen Ausschreitungen. «Es gibt in Potsdam eine Tradition des friedlichen Widerstandes. Das haben wir in der Vergangenheit bei allen Kundgebungen immer wieder unter Beweis gestellt. Leider ist es diesmal teilweise nicht so gewesen.» Jakobs hob zugleich hervor, dass «rechtes Gedankengut in Potsdam keinen Platz hat». Er bedankte sich für die friedlichen Protestaktionen gegen den rechten Aufmarsch.

Der Potsdamer Pegida-Ableger hatte zum «Abendspaziergang» eingeladen. Dagegen hatten mehrere hundert Menschen in der Potsdamer Innenstadt friedlich protestiert. Später hatte es dann Ausschreitungen gegeben, als Pegida-Sympathisanten von Polizei zum Bahnhof geleitet wurden. Die Polizei ordnet die Gruppe der Angreifer dem linken Spektrum zu.

Die Beamten ermitteln in sieben Anzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und schweren Landfriedensbruchs. Pegida plant für Mittwoch nächster Woche erneut eine Kundgebung in Potsdam. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Links-Fraktion im Brandenburger Landtag, Thomas Domres, sagte zu den Ausschreitungen: «Gewalt ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung.» Er hoffe, dass künftig auf Stein- und Flaschenwürfe auf Polizisten verzichtet werde.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Dienstag, 12. Januar 2016 18:10 Uhr
(Bilder: dpa; Sub Opus 36 e. V.; Messe Berlin GmbH; facebook; Google Inc.; Twitter; Klicker/pixelio.de)

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