William Forsythe II
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William Forsythe II
William Forsythe II
© Peter Kaaden
Dieser Abend vereint zwei zentrale Werke des Choreographen William Forsythe, die Ballett nicht ausschließlich als rein kinästhetisches Ereignis begreifen, sondern als ein Produkt einer Ansammlung von Bedeutungsträgern. Im rätselhaften Duett Of Any If And (1995) wird die Bühne zum Medium einer existenziellen Untersuchung. Der Titel ist einem Fragment aus Lucretius’ Lehrgedicht De rerum natura (Über die Natur der Dinge) entnommen. Während Lucretius die Auflösung des Körpers nach dem Tod als Trostangebot durch philosophische Erkenntnis beschreibt, versucht Forsythe, diesen Prozess szenografisch umzukehren. Die Choreographie wird so zu einem fortlaufenden Prozess im Kontext des Versuchs, den Verfall der Form aufzuschieben. In Artifact Suite (2004) greift Forsythe sein wegweisendes Werk Artifact (1984) erneut auf und verdichtet es zu einer streng formalen und energetischen Variation. Im ersten Teil, zu Bachs Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll, nutzt Forsythe das Mittel eines fallenden Vorhangs als Metapher für die Auslassungen in der Ballettgeschichte. So wie die dazwischenliegenden Entwicklungsphasen der klassischen Balletttechnik im Laufe der Jahrhunderte in den Hintergrund getreten sind, ahmt Forsythes Vorhang visuell die Unzugänglichkeit dieser Genese und ihrer heute fernen Ursprünge nach. Im zweiten Teil knüpft die Komponistin Eva Crossman-Hecht an Ferruccio Busonis Transkription von Bachs Chaconne aus dem Jahr 1893 an. Ihre Suite vorantreibender musikalischer Variationen entwickelt schließlich eine verstörende «Urkraft», etwas, das den grundlegendsten Druckverhältnissen ähnelt, wie sie in großen, zugleich aber begrenzten physikalischen Kraftdemonstrationen erfahrbar werden. Empfohlen ab 10 Jahren
01h 45m inkl. einer Pause
Künstler/Beteiligte: William Forsythe (Choreographie), Thom Willems (Musik), William Forsythe (Bühnenbild und Licht), Stephen Galloway (Kostüme), William Forsythe (Choreographie), Johann Sebastian Bach (Musik), Eva Crossman-Hecht (Musik), William Forsythe (Bühnenbild, Kostüme und Licht)
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