TOOOOLS

Werkstatt für experimentelle Bibliotheksnutzung

TOOOOLS begreift die Bibliothek als demokratische Werkstatt, in der solidarisches Miteinander mit künstlerischen Mitteln gemeinsam befragt, gestaltet und geübt werden kann.

Bei TOOOOLS wird ein Werkzeugkasten zu einer kleinen Bibliothek, die überall hin mitgenommen werden kann, wo Lust auf experimentelle Arten des Lesens und Schreibens besteht. Eine „Library in a Toolbox“ also oder noch passender „Library as Toolbox“. TOOOOLS lädt Projekte, Ideen, Aktionen ein, die mit künstlerischen Mitteln den Beziehungsraum Buch untersuchen, die Bibliotheken als öffentliche Orte für Viele erforschen möchten – als Handlungsräume für ein Miteinander [Sprechen, Lesen, Schreiben, Verweilen, schöpferisch, albern und ernst] Sein. Für kreative Verbindungsarbeit in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung.

So werden diesen Herbst Miteinander-Möbel gebaut, Parallelprotokolle geschrieben und Gefühle in Tüten gedichtet! Jede Aktion ein Begegnungs-Werkzeug.

2 Buchcover von Poedu und das Foto von Sabine Burkhardt und Kathrin Schadt

Gefühle in Tüten mit dem POEDU

Was: Poesie-Workshop
Wann: 11.Oktober 2026, 13.30 bis 16.30 Uhr
Wo: Heinrich-Böll Bibliothek
Wer: Sabine Burkhardt

Während der Corona-Pandemie startete das POEDU als wöchentliche kreativ-literarische Schreibaufgabe – mit Beteiligung zahlreicher namhafter Autor:innen.
Es wurde auf Facebook und Instagram in Umlauf gebracht, betreut und hat sich inzwischen als Projekt weiter vergrößert und verbreitet. Neben zwei Büchern mit ausgewählten Texten der Kinder, die im Elif-Verlag erschienen sind, gibt es POEDU inzwischen auch als außer- und innerschulische Workshops in Präsenz. Die Journalistin und Autorin Kathrin Schadt und die Poetin und Philosophin Sabine Burkhardt sind die zentralen Köpfe bei und hinter POEDU.
Dichten mit F R E U D E ist das Programm.

Im Rahmen der Werkstatt für experimentelle Bibliotheksnutzung TOOOOLS (ab Herbst 2026) wollen wir in Berlin Pankow mit einer Gruppe von ca. 15 Kindern von 8 bis 12 Jahren zusammen herausfinden:

Was ist Poesie?
Was ist Poedu?
Was sind Gefühle?

Wir dichten über Gefühle, teilen uns mit und verteilen die Gefühle an einem Marktstand. Natürlich haben wir sie vorher schön in Tüten verpackt.

Text: Sabine Burkhardt
Mehr Infos: poedu.net

Drei Menschen sitzen auf der Straße mit dem Rücken zu Kamera und schreiben

Parallelprotokolle [schreiben]

Was: Performatives Schreibformat
Wann: 5. November 2026, 14 – 18 Uhr
Wo: Heinrich-Böll Bibliothek
Wer: Stefie Steden

Parallelprotokolle sind gemeinsame Texte über Alltägliches.
In mobilen Schreibwerkstätten produzieren wir lebensnah Zeitgeschichte.
2 – 4 Mitschreibende mit oder ohne Schreiberfahrung protokollieren schweigend 20 Minuten lang einen Alltagsort und das umliegende Geschehen – und das, was uns dabei durch den Kopf geht. Daraus entstehen anonyme, chronologisch durchgängige mehrstimmige Texte.

Text: Stefie Steden, AG Minimales Reisen

“Wir haben eine Form gefunden, die es ermöglicht, sich freundlich gegenseitig zu unterbrechen. Jede:r ist eingenommen von der eigenen Welt und da ragen dann immer die Spitzen der Welten der anderen rein. Die Texte haben einen besonderen Rhythmus. Und jeder Ort hat eine besondere Stimmung, die sich mit dieser geordneten Unsachlichkeit der Stimmen und Eindrücke und Positionen verdichten oder extrahieren lässt.”

Stefie Steden im Gespräch mit Claudia Kühn

Anmeldung unter: buero@kunsthallebelow.de
Mehr Infos: minimalesreisen.de/parallelprotokolle

Zwei blauen Stühle, die zusammen verbunden sind

Miteinandermöbel [bauen]

Was: Workshop & Aktion
Wann: 14.November ab 10 Uhr
Wo: Heinrich-Böll Bibliothek
Wer: Jana Maria Dohmann

Wie müssten Möbel gestaltet sein, damit sie uns näher aneinander rücken?
Können Möbelstücke zu Werkzeugen werden, die uns dabei unterstützen uns leichter zu begegnen? Möbel als Handlungsobjekte, die Vorschläge machen, wie wir uns einander zuwenden können?
Eingeladen sind Menschen jeden Alters diese Fragen im Rahmen eines gemeinsamen Nachmittags zu erforschen.

In einem kollektiven Gestaltungsprozess arbeiten wir mit verschiedenen wiederverwerteten Materialien und gestalten damit Modelle von sogenannten MITEINANDER-MÖBELN. Möbel, die dazu anregen, neugierig und zugewandt zu sein, in Begegnung zu treten, Zeit miteinander zu teilen.
Miteinander-Möbel arbeiten daran, aus Lücken Brücken werden zu lassen.

Die Ergebnisse werden als Schaufenster-Ausstellung in der Fuge präsentiert und dienen als gestalterische Inspiration für den Bau einer Begegnungs-Bank, die künftig in der Heinrich-Böll-Bibliothek zum Miteinander-Sein einladen möchte.

Kann sich eine Armlehne ausstrecken und eine Einladung aussprechen?
Kann ein Stuhlbein die Hand reichen?

Keine Anmeldung nötig – einfach vorbeikommen und mitmachen!
Text: Jana Maria Dohmann