Strausberg

Strausberg

Am See spazieren, mit Europas einziger Oberleitungsfähre fahren oder eine der größten Kirchen des 13. Jahrhunderts in Brandenburg besuchen: In Strausberg gibt es viele Möglichkeiten.

Mädchen mit Pferd

© picture-alliance / dpa/dpaweb

Zwischen zwei Getreidefeldern bei Strausberg östlich von Berlin reitet ein Mädchen auf ihrem Pferd.

Schon zur Slawenzeit verlief ein alter Handelsweg über einen befestigten Barnimpass von Köpenick nach Wriezen. Der Pass wurde durch eine Burg auf der Anhöhe am Ostufer des Straussees gesichert. Später entstand dort ein Dominikanerkloster, daneben wuchs die Strausberg genannte Ansiedlung.

Kirche St. Marien in Strausberg

Das Strausberger Kloster wurde Mitte des 16. Jahrhunderts abgerissen. An der Klosterstraße steht heute an seiner statt das ehemalige Landarmen- und Invalidenhaus in dreigeschossiger preußischer Nüchternheit. Geblieben von den Anfängen Strausbergs ist die urtümliche Kirche St. Marien, die um 1250 erbaut wurde. Sie ist eine der größten erhaltenen Kirchen des 13. Jahrhunderts im Land Brandenburg.

Denkmal für Hugo Distler

Vor der Kirche erinnert eine Tafel in Notenständerform an Hugo Distler. Der Komponist, Organist und Leiter des Berliner Domchores bezog in der jetzigen Ernst-Thälmann-Straße 53, damals Kaiserstraße, Quartier. Er zog im November 1940 ein – in dem Jahr, in dem sein Cembalokonzert zu seinem Entsetzen von den Nationalsozialisten als »entartete Kunst« bezeichnet wurde – und wählte im November 1942 den Freitod. Strausberg war ihm doch nicht weit genug weg vom Untergang seiner Welt.

Geschichte Strausbergs

Die Nationalsozialisten bauten in Strausberg 1935 eine Munitionsfabrik sowie einen Flugplatz und Kasernen an der Hegermühlenstraße. Die militärische Geschichte des Ortes reicht jedoch weiter zurück, davon zeugen erhaltene Teile der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert. Ab 1714 war Strausberg Garnisonsstadt, zu DDR-Zeiten Sitz des Ministeriums für nationale Verteidigung und ist heute einer der größten Bundeswehrstandorte Ostdeutschlands.

Strandbad und Oberleitungsfähre

Am südlichen Eingang zur Altstadt befindet sich die Touristeninformation. Hier und im Heimatmuseum in der August-Bebel-Straße erfährt man mehr über die Sehenswürdigkeiten der Stadt, zum Beispiel über das Seebad am Straussee. Es liegt nicht weit südlich der Altstadt am Fichteplatz, wurde 1925 eröffnet und verfügt über reizvoll restaurierte Holzhäuser und einen Bootsverleih. Strausberg verfügt außerdem über Europas einzige Oberleitungs-Fähre. Die 360 Meter zum Westufer querte eine Fähre erstmals 1894. Ab hier kann man in aller Ruhe durch die grüne Spitzheide wandern.

Wandern und Radfahren in der Region

Doch auch auf der belebten Ostseite des Straussees kommt man schnell ins Grüne. Ab Lustgarten fährt die Straßenbahn – ungewöhnlich genug für eine Stadt dieser Größe – zum S-Bahnhof Strausberg, der eigentlich Strausberg-Vorstadt heißen müsste. Von hier empfehlen sich Wanderungen oder Radfahrten Richtung Hennickendorf in das Naturschutzgebiet Dammwiesen mit vielfältigem Bewuchs. Am nächsten S-Bahnhof, Hegermühle, liegt unmittelbar die Rehfelder Heide, ein ausgedehntes Waldgebiet mit dem Herrensee.

Informationen

Strausberg auf der Karte:

Anreise:

Mit der Bahn: Strausberg ist aber Berlin mit der S5 zu erreichen.

Mit dem Auto: Über die A10 oder die B1/B5 von Berlin nach Strausberg.

Quelle: Jaron Verlag, Bearbeitung: Berlin.de

| Aktualisierung: 21. September 2016