kulturBdigital-Konferenz 2026: „On/Off“

Pressemitteilung vom 28.09.2026

  • Das Verhältnis von Kultur und Digitalität ist nach wie vor unstet: Bei der kulturBdigital-Konferenz 2026 berichten lokale und überregionale Kulturinstitutionen und Künstler:innen aus dieser „On/Off-Beziehung“ und stellen ihre Ansätze für eine inklusivere, kooperative, hybride Kulturszene vor.
  • Mit einer Publikums-Performance von CyberRäuber und Beiträgen von und mit: Theater Dortmund, Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Centre Marc Bloch (An-Institut der HU Berlin), Berliner Ensemble, Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Technologiestiftung Berlin u.a.
  • Die Konferenz findet am 15. Oktober 2026 von 10–18 Uhr in der ufaFabrik (Viktoriastr. 10-18, 12105 Berlin-Tempelhof) statt.
  • Die Initiatorinnen der Konferenz und des Projekts kulturBdigital – die Technologiestiftung Berlin und die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt – freuen sich über rege Teilnahme.

Unter dem Motto „On/Off“ blickt die 8. kulturBdigital-Jahreskonferenz auf Kontinuitäten und Brüche, auf das Unwägbare der Digitalisierung im Kulturbereich – gemeinsam mit Teilnehmenden aus allen Kultursparten sowie der Berliner Kulturverwaltung. Es geht um die Auswirkungen von Technologie-Hypes auf künstlerische Praxis und digitalen Arbeitsalltag, um Digitalstrategien jenseits des Projektdenkens, um Alternativen zu den Plattformen großer Tech-Konzerne und um digitale Souveränität – stets mit einem Fokus auf Praxisnähe und spartenübergreifenden Erfahrungsaustausch.

Die CyberRäuber eröffnen die diesjährige Konferenz unter Einsatz von KI mit einer interaktiven Publikums-Performance „Happy and Hijacked – Gut gelaunt und fremdgesteuert“, bevor es in Panels und Vorträgen um den fachlichen Austausch geht.

Themen & Schlaglichter der Konferenz:

Digitale Souveränität
  • Keynote von Dr. Julia Pohle: „Mythbusting Digitale Souveränität: Was steckt drin für die Kultur?“
  • Simon Pleikies und Stefan Janson (kulturBdigital-HelpDesk) plädieren für den Plattformwechsel von YouTube zu PeerTube – und fürs Fediverse.
  • Ralf Stockmann (Zentral- und Landesbibliothek Berlin) stellt Wiblio vor: Eine gemeinwohlorientierte Plattform der Berliner Bibliotheken, die lokalen Communities sichere digitale Austauschräume bietet.
Künstliche Intelligenz
  • Marcus Lobbes (Theater Dortmund) berichtet von seinem polarisierenden „KI-Ring“ für die Bayreuther Festspiele und den Publikumsreaktionen.
  • Keynote von Katharina Haverich (Performance- und Medienkünstlerin) und Fernanda Parente (Kuratorin): Was ist geblieben vom nun abgeflachten Hype um Social-VR-Plattformen und was können heutige KI-Künstler:innen und KI-Anwender:innen in der Kultur daraus lernen?
Shared Services
  • Panel zu „Shared IT-Services“ für Kultureinrichtungen mit Dr. Alexander Steinhilber (SenKultGZ), Lars Georg Vogel (Vagantenbühne), Carolin Schwarzmann und Nicolas Zimmer (beide Technologiestiftung Berlin), moderiert von Anne Schneider.

Viele Berliner Kultureinrichtungen betreiben und pflegen ihre IT-Ausstattung ohne eigenes Fachpersonal. Es mangelt oft an Zeit, Budget und Know-how. Im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt untersucht die Technologiestiftung Berlin in einer Machbarkeitsstudie, ob und wie eine gemeinsam genutzte, zentrale Servicestelle Kultureinrichtungen beim Betrieb, bei der Wartung und der Weiterentwicklung ihrer digitalen Ausstattung und Prozesse unterstützen kann. Erste Einblicke dazu gibt es im Panel mit Carolin Schwarzmann, Projektmanagerin „Shared IT-Services“.

Dr. Alexander Steinhilber, Leiter der Abteilung Kultur bei der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Digitale Souveränität entsteht nicht dadurch, dass einzelne Kulturschaffende und Kultureinrichtungen alles allein leisten müssen. Im Gegenteil: Wo wir Wissen, Ressourcen und Infrastruktur teilen, entstehen neue Spielräume für die Kultur. Mit Shared Services wollen wir deshalb als Senatskulturverwaltung konkrete Voraussetzungen für eine digitale, resiliente und zukunftsfähige Kulturlandschaft schaffen. Die kulturBdigital-Konferenz bietet dafür auch in diesem Jahr einen praxisnahen Raum: Wir wollen gemeinsam darüber sprechen, was die Kulturszene selbst tun kann – und welchen Beitrag die Kulturverwaltung leisten muss, damit Berlin auch digital ein guter Kulturstandort bleibt.“

Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin: „Das Projekt Shared IT-Services soll zeigen, dass wir mehr brauchen als ein reines IT-Admin-Angebot, das Infrastruktur nur verwaltet. Uns geht es darum, gemeinsam mit den Häusern zu erarbeiten, was sie tatsächlich brauchen, und mit passgenauer, flexibler Unterstützung darauf zu reagieren. Unsere Machbarkeitsstudie zeigt: Vielerorts fehlen noch die grundlegenden Voraussetzungen, um technisch Schritt zu halten. Genau deshalb braucht Berlins Kulturszene neue Modelle für eine bedarfsgerechte IT-Versorgung. Darüber wollen wir auf der Konferenz mit Kulturakteur:innen und Verwaltung ins Gespräch kommen, für eine selbstbestimmte Kulturlandschaft.“

Hier geht’s zum vollständigen Programm der Konferenz.
Eine Anmeldung für interessierte Kulturakteur:innen ist online möglich. Pressevertreter:innen schreiben bitte eine kurze Nachricht an Vera Dünninger , Pressereferentin der Technologiestiftung Berlin.

Über kulturBdigital
In Kooperation mit der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt hat die Technologiestiftung Berlin 2018 das Projekt kulturBdigital ins Leben gerufen. Mit praktischen Workshops, spartenübergreifenden Vernetzungsangeboten, dem kulturBdigital-HelpDesk als direkte Anlaufstelle für Fragen aus dem digitalen Kulturalltag und einem Online-Wissenspool unterstützt kulturBdigital Berlins Kulturszene dabei, die Chancen der Digitalisierung besser für sich zu nutzen – und sich so digital souverän aufzustellen. Die Themen sind dabei so vielfältig wie die Szene selbst: von innovativen Publikumsangeboten über das Potenzial neuer Technologien für die künstlerische Praxis bis hin zu digitaler Barrierefreiheit. Die Technologiestiftung Berlin und die Senatsverwaltung haben das Projekt 2022 als Kooperation bis zunächst Ende 2026 verstetigt.

Über die Technologiestiftung Berlin
Die Technologiestiftung Berlin ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich für eine menschengerechte Digitalisierung engagiert. Gemeinsam mit Verwaltung, Bildung, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft arbeitet sie daran, Berlins Digitalisierung gemeinwohlorientiert und partizipativ zu gestalten. Dabei ist sie nicht nur Impulsgeberin, sondern auch Umsetzerin. Sie entwickelt digitale Lösungen mit offenen Daten, Quellcodes und Hardware, die für alle zugänglich sind und über die Stadtgrenzen Berlins hinauswirken.

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Vera Dünninger
Pressereferentin der Technologiestiftung Berlin
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